Unser Dorf hat Zukunft

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Jubel beim Vize-Europasieger

Sand in Taufers/Eicherscheid.

Ein Nordeifelort überzeugt in Südtirol als Sympathieträger, authentischer Botschafter seiner Heimat und ist aufgrund herausragender Qualität seiner infrastrukturellen, sozialen und ökologischen Leistungen und seines gemeinnützigen Schaffens durchaus befähigt, erfolgreich in der Europaliga zu spielen.

eicherscheid

Dies ist das Ergebnis eines fair und freundschaftlich ausgetragenen, wenngleich knisternd spannenden, internationalen Wettbewerbs. Er stand unter dem Leitsatz «Neue Energie für ein starkes Miteinander» und wurde von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Wien ausgeschrieben.

Dem Motto entsprechend, standen Themen wie schonender Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, die Förderung umweltfreundlicher Rohstoffe, Techniken und erneuerbarer Energiequellen zur Erzeugung von Elektrizität, Gas oder Wassergewinnung im Vordergrund.

Auch die Kapitel Recycling und Wiederaufbereitung bereits im Primär- Nutzungskreislauf verbrauchter Wirtschaftsgüter spielten tragende Rollen im Veranstaltungskonzept. Die Bedingungen für die angetretenen Wettbewerber? Höchst anspruchsvoll!

Hauchdünne Entscheidung

Ein 30-köpfiges Teilnehmerfeld hatte seine Bewerbung um den begehrten Dorferneuerungspreis eingereicht. Voraussetzung für die Nominierung zur hochkarätig besetzten kommunalen Runde war zuvor die Erreichung der Goldmedaille in den jeweiligen Heimatländern.

In der Begegnung mit qualifizierten Vertretern aus elf europäischen Ländern und Regionen positionierte sich bei der Endausscheidung und Siegerehrung in der Südtiroler Marktgemeinde Sand in Taufers, nahe Bruneck im italienisch-österreichischen Grenzgebiet gelegen, Eicherscheid im ersten Drittel und damit ganz vorn auf einem Spitzenplatz unter allen Kandidaten. Hauptpreisträger wurde die österreichische Kommune Langeneck, Bregenzer Wald/Vorarlberger Land.

Eine 19-köpfige Expertenjury hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, die «Besten unter den Guten», so die einhellige Expertenmeinung, zu küren. «Bis zuletzt», hatte Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheid aus dem Zirkel der Punktrichter erfahren, «kamen wir durchaus für Rang Eins in Frage. Die Punktedifferenz zwischen Sieg und Platz war hauchdünn.»

Dann wurde eine mehr als ehrenvolle Platzierung im vorderen Klassement der Anwärter daraus, und für die knapp 40-köpfige mitgereiste Eicherscheider Delegation kannte der Jubel während der Siegerehrung kein Ende. In den Reihen der einheitlich in Polohemden mit Golddorffarben Schwarz-Gelb gekleideten Eicherscheider Bürger waren neben deren Ortsvorsteher Günter Scheidt auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Ortskartellvorsitzender Winfried Löhrer präsent; die Farben der Städteregion vertrat Hans-Josef Hilsenbeck.

Bürgermeister Hermanns´ Eindruck nach Bekanntgabe der Ergebnisse: «Wenn man gesehen hat, welche Dorf- und Lebensqualität Sand in Taufers als Europasieger 2008 vorzuweisen hat, kann man die Leistung von Eicherscheid als Vize-Europameister 2010 nicht hoch genug bewerten.»

Wie knapp die benoteten Aspiranten im Schlussspurt beisammen lagen, zeigt, dass kein einziges Teilnehmerteam sich mit dem Prädikat «Lobende Anerkennung» begnügen musste; alle gemeldeten Equipen nahmen, wie Eicherscheid, in der Gruppe der ersten Zwölf das Gesamturteil «Herausragend», oder auf den Rängen 13 bis 30 festgestellte «besondere Leistungen» in mehreren oder einzelnen lokalen Bereichen mit nach Hause.

Das stärkste Kontingent stellten mit elf Anwärtern die Deutschen, gefolgt von sechs österreichischen Teams. Die übrigen Vorzeigeorte bzw. -Kreise sind von Luxemburg bis Polen, von den Niederlanden bis Ungarn, Tschechien und Slowakei angesiedelt.

Überaus positiv und mit Bewunderung wurde auch das 250-Seelen-Örtchen Lommersweiler (Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens) aufgenommen. Der malerische Flecken vor den Toren Sankt Viths brachte sage und schreibe 150 treue Anhänger mit an den Rand des vielbesungenen Pustertals.

Die viertägigen offiziellen Feierlichkeiten zur Verleihung des Dorferneuerungspreises wurden von einem erstklassigen Rahmenprogramm begleitet. Die 5000 Einwohner zählende Wintersport- und Erholungsgemeine Sand in Taufers bot den Wettbewerbsequipen und deren Begleittrossen ein farbenprächtiges Bild «Klein-Europas», wie es im konstruktiven Miteinander der Nationalitäten und Landsmannschaften heiter-optimaler nicht hätte gezeichnet werden können.

Nach einem Empfang der Gäste durch die Veranstaltergemeinschaft in der Sporthalle stand der Donnerstag im Zeichen eines schillernden Festzuges durch den Austragungsort. Mehr als tausend Teilnehmer in Tracht, Kostüm oder Uniform, 30 Fußgruppen, Wagen und Pferdegespanne machten sich auf den Weg. Anschließend herrschte fröhlicher Festbetrieb inmitten der quirligen Völkerfamilie.

Mit Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises erlebte der Freitag den absoluten Höhepunkt der gehaltvoll-geselligen Veranstaltungsfolge. Die Sporthalle war mit mehr als 1300 Besuchern rappelvoll. Musik, Folklore, eine Ausstellung mit Selbstdarstellung aller 30 Wettbewerber, eine informative Multivisionsschau, Tanz und gute Unterhaltung. Der Abend fand mit einem freundschaftlich orientierten «Fest der Begegnung» seinen Höhepunkt.

Alle Festredner freuten sich über die hervorragenden Wettbewerbsergebnisse und betonten, der aus kleinsten Anfängen gestartete Wettbewerb feiere nun «Silberhochzeit», werde unter seinem Wahrzeichen, einem stilisierten Hahnenkopf , seit 25 Jahren und jetzt zum elften Mal inszeniert. Die Redner bezeichneten die Preisverleihung als «Fest für Menschen, die Besonderes leisteten, nachhaltig Engagement und Kreativität demonstrierten». Nun trage deren Saat reiche Früchte.

Europa wachse sichtlich und unaufhaltsam zusammen; der Dorf- Erneuerungswettbewerb sei ein sichtbares Zeichen dafür. Eine intakte Dorfgemeinschaft bilde die Keimzelle eines neuen Zeitalters, verbesserter Infrastruktur und Kultur. Der ländliche Raum bilde zugleich ein Ausgleichsrefugium für die Stadtregion und komme so auch deren Bürgen zugute. Eicherscheid darf zur kommenden Qualifikation übrigens nicht starten.

Quelle: an-online.de

 

Ein gewinnendes Dorf

Unterwegs zu Rekorden: Eicherscheid kassiert einen Preis nach dem anderen

Von Petra Pluwatsch

Eicherscheid. Ein paar Flaschen Kräuterschnaps, den man hierzulande Els nennt, werden mitreisen zur Preisverleihung nach Südtirol. Dazu dunkles Brot aus der Eifel und ein paar regionale landwirtschaftliche Produkte. Denn das Dorf Eicherscheid bei Simmerath (am Rande des Nationalparks Eifel) hat den zweiten Platz gemacht im „11. Europäischen Dorferneuerungspreis“ – und wird am Freitag in Sand in Taufers dafür eine Urkunde bekommen. Rund 40 Mann werden zur Preisverleihung ins italienische Ahrntal fahren. Karl-Heinz Hermanns, der Bürgermeister von Simmerath, wird dabei sein. Hans Josef Hilsenbeck, erster stellvertretender Städteregionsrat. Und natürlich Günter Scheidt, der Ortsvorsteher von Eicherscheid, der dem Ganzen mit einer gewissen Gelassenheit entgegensieht. Dreimal hat Eicherscheid bereits Gold geholt im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. 2007 gab es Gold im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Und nun also der erste (Vize-)Sieg auf Euro-Ebene, an dem sich 30 Ortschaften beteiligten. Besser schnitt nur noch das Siegerdorf Langenegg in Vorarlberg ab.

„Wir sind mittlerweile ein bisschen an das Gewinnen gewöhnt“, sagt Scheidt, der in Eicherscheid geboren wurde und nach dem Studium dorthin zurückkehrte. Er lächelt mit verhaltenem Stolz. Im Schankraum von „der Gerdi“ – im Hotel „Haus Gertrud“ – einer von zwei Kneipen vor Ort, sitzt man zusammen. Der kalte Wind eines frühen Herbstes fegt durch die blitzsauberen Straßen des hochgelegenen Ortes.

Bürgersteige gibt es nicht in dem 1200-Seelen-Dorf, das bei der Jury der „europäischen Arge Landentwicklung und Dorferneuerung“ mit seinen meterhohen Buchenhecken und den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern punktete. Dafür viele ruhige Straßen, durch die nur selten Autos fahren, breite Rasenflächen vor und hinter den Häusern, knarzige Wegekreuze und alte Bäume, die zu Naturdenkmälern erklärt wurden. Die Arbeitslosenquote liegt unter vier Prozent; „nahkauf“, der einzige Supermarkt, wird von einer ortsansässigen Genossenschaft betrieben. 200 Dorfbewohner gehören ihr an, die Anzahl der Anteile, die jedes Mitglied besitzen darf, ist auf zehn beschränkt. Ohne das Engagement der Bürger von Eicherscheid hätte der kleine Laden längst schließen müssen. „Ohne Eigeninitiative ginge bei uns gar nichts“, bestätigt der Architekt Wilfried Huppertz, den der Bürgermeister als einen „engagierten Bürger“ vorstellt. Der neue Sportplatz – komplett selbst gebaut. „Wir haben uns Bagger und eine Walze gemietet“, sagt Huppertz. Die „Tenne“ – in der am vergangenen Wochenende im rot-weiß dekorierten Festsaal die traditionelle „Wiesngaudi“ mit 1000 Besuchern anstand – „in 22 000 Stunden Eigenleistung“ hochgezogen. An den Samstagen packten bis zu 30 Leute mit an, nach acht Wochen stand der Rohbau.

„Hier gelten noch die traditionellen Werte“, sagt Huppertz, der aus einem Nachbarort stammt, in den er nicht mehr zurückziehen möchte. „Man packt gemeinsam an, denn jeder will, dass unser Dorf schön aussieht.“ 1400 Mitgliedschaften verzeichnen die Vereine in dem 1200 Einwohner zählenden Ort. Und so wundert es nicht, dass die Jury vor allem die Zusammenarbeit der Bürgerschaft sowie „die ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorfgemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen“ lobte.

Auch Eicherscheids einziges Museum, das „Bauernmuseum“, verdankt seine Existenz einer eher privaten Leidenschaft seiner Betreiber. Anneliese Arnulds „interessierte sich schon immer für alte Sachen“. Erst lagerten die rostigen Bügeleisen, die Nähmaschinen und das angeschlagene Emaillegeschirr auf dem Dachboden. Seit 2003 haben sie und Ehemann Josef die Sammlung alter Gebrauchsgegenstände in einer Scheune neben ihrem Haus untergebracht. Hier schenkt Anneliese Arnulds Besuchern auch schon mal einen selbstgebrannten Els aus. Auf Eicherscheid, wo sie seit 46 Jahren lebt.

Eicherscheid erfolgreich beim europäischen Dorferneuereungswettbewerb

Simmerath-Eicherscheid, Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen beim „Europäischen Dorferneuerungswettbewerb“ hat die erste Wertungskategorie erreicht.

Dies teilte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung als Organisator des Wettbewerbs am Mittwoch, dem 7. Juli mit. Eicherscheid erhält den „Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität.“

Am diesjährigen Europäischen Dorferneuerungswettbewerb unter dem Motto „Neue Energie für ein starkes Miteinander“ nahmen 30 europäische Dörfer teil. Eicherscheid wurde am 23. Juni 2010 von einer dreiköpfigen Bewertungskommission besucht, wobei die äußeren und inneren Qualitäten des Eifeldorfes bewertet wurden. Dabei präsentierte sich Eicherscheid als lebens- und liebenswertes Eifeldorf mit einer tatkräftigen und intakten Dorfgemeinschaft.

In der Urteilsbegründung vom 7. Juli 2010 schreibt die Jury:

Eicherscheid erfolgreich beim europäischen Dorferneuereungswettbewerb

„Eicherscheid zeichnet sich durch die bu¨rgerschaftliche Erarbeitung und konsequente Realisierung eines ganzheitlichen und nachhaltigen Zukunftskonzeptes von beispielhafter Qualität aus. Besonders nennenswert sind die Pflege, Revitalisierung und schonende Modernisierung des bestehenden baulichen und kulturellen Erbes sowie die ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorfgemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen. Hervorzuheben sind nicht zuletzt auch die fachgerechte Pflege der einzigartigen, von Hecken geprägten Kulturlandschaft und der vorbildhafte soziale Zusammenhalt.“

Die Preisverleihung, zu der sicherlich auch eine Eicherscheider Delegation fahren wird, findet am 24. September in Sand im Taufers in Südtirol statt.

Die StädteRegion gratuliert herzlich zu diesem großen Erfolg und ist stolz auf die aktive Eicherscheider Dorfgemeinschaft!

 


Die Entscheidung ist gefallen!

Der 11. Europäische Dorferneuerungspreis geht nach Vorarlberg!

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vergibt heuer zum 11. Mal den Europäischen Dorferneuerungspreis – 30 Länder bzw. Regionen waren mit jeweils einem Projekt vertreten und schickten ihre besten Dörfer und Gemeinden ins Rennen: Sieger : die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 ist entschieden: Eine hochrangige, internationale und interdisziplinär zusammengestellte Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung im tschechischen Boretice die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich, zum Sieger gekürt. „Damit wird ein Projekt ausgezeichnet, dass dem Wettbewerbsmotto ,Neue Energie für ein starkes Miteinander’ auf überzeugende und mehrfache Weise gerecht wird und mit einer ganzheitlichen, nachhaltigen Entwicklung von herausragender Qualität besticht“, freute sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, in einer ersten Reaktion.

 

Langenegg – eine Gemeinde mit Energie

Die Bregenzerwäldergemeinde Langenegg mit ihren 1062 EinwohnerInnen startete ihren beispielhaften Entwicklungsprozess Mitte der 1990er Jahre zunächst mit dem Ziel, die Lebensqualität in der eigenen Gemeinde deutlich zu verbessern, um der drohenden Abwanderung und dem Verlust von Dienstleistungseinrichtungen und Arbeitsplätzen entgegenzuwirken. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis Österreich nur wenige Jahre später wurden auch der Klimaschutz und das Energiesparen wichtige Bestandteile der Aktivitäten von Gemeinde und BürgerInnenn und ziehen sich bis heute wie ein roter Faden durch die vielfältigen Projekte. Der hohe Grad der Vernetzung der einzelnen Maßnahmen, die unter der Prämisse stehen, einen möglichst hohen Nutzen für möglichst viele Langenegger BürgerInnen zu generieren, führte zu einem die Wettbewerbskommission im höchsten Maße beeindruckenden Ergebnis. Unter Einbindung der Bevölkerung erarbeitet die Gemeinde zusammen mit der Universität Innsbruck und der FH Liechtenstein ein umfassendes Entwicklungskonzept. Initialprojekt war der gemeinsame Entschluss zur Sanierung eines geschichtsträchtigen, leer stehenden Gebäudes mitten im Ortszentrum. Parallel dazu gelang es der neu gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft, im nunmehr vorbildlich sanierten Objekt wichtige Dienstleistungsfunktionen wie Arzt, Apotheke und Friseur sowie drei Wohneinheiten zu etablieren – ein wichtiger erster Schritt zu mehr Lebensqualität und Identität im Ort. Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, A-1010 Wien, Bartensteingasse 4/16; Tel.: +43 1 533 84 01; E-Mail: friewald@landentwicklung.org; www.landentwicklung.org ZVR-Zahl: 967401264

Daneben wurden zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, um eine effiziente Nutzung von Energie unter Einsatz erneuerbarer Energieträger zu etablieren. Die Nutzung der heimischen Weißtanne als Baumaterial für zahlreiche private und kommunale Bauprojekte trägt nicht nur zur Stärkung kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe bei, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Bauen. Die hohe Qualität der Architektur wird niemals allein zum Selbstzweck, sondern beinhaltet in Langenegg immer auch die soziale und wirtschaftliche Komponente.

Biogasanlagen, Hackschnitzelheizanlagen und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Gemeinde gefördert wurde, machen Langenegg zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie. Die Energie aller Bevölkerungsgruppen – auch der Menschen mit besonderen Bedürfnissen –, die sich in zahlreichen Aktivitäten manifestiert, leistet einen großartigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ideenfindung und zur Umsetzung einer Fülle an Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen wie etwa: Einbindung der „Langenegger Lebenshilfe Werkstätte“ in das Wirtschaftsleben, die im „Postlädle“ die Postdienste übernimmt und kunsthandwerkliche Produkte aus der Werkstätte verkauft; die Vorderwälder Mitfahrbörse; die „Langenegger Talente“ – eine Ersatzwährung, die dazu beiträgt, das Geld in der Gemeinde zu halten; ein gemeindeeigenes Carsharing-Auto; ausleihbare Jahreskarten für den Verkehrsverbund Vorarlberg sowie ein umfassendes Sozialkonzept für junge, alte und bedürftige MitbürgerInnen, um nur einige zu nennen.

 

Wettbewerbsprojekte von höchster Qualität

„Neue Energie für ein starkes Miteinander“, so das Motto des Wettbewerbs um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010, haben neben Langenegg auch alle anderen der insgesamt 30 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen bewiesen. Unter vielen guten Projekten wurden die zwölf Besten, die mit zu den Sieganwärtern gezählt hatten, mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 13 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ freuen. Mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ wurden vier Teilnehmer bedacht. Aufgrund der hohen Qualität der Wettbewerbsprojekte wurde diesmal keine „Lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ (siehe Anlage) vergeben. Die Preisverleihung erfolgt am 24. September 2010 in Sand in Taufers, Südtirol, Italien, dem Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008.

Weitere Informationen:
Bewertung der Teilnehmer
Bewertung der Teilnehmer (Kurztexte)


 

Eicherscheid international im Blickpunkt

Eicherscheid. Für Eicherscheid geht es mal wieder um hohe Ehren: Der in zahlreichen Dorfwettbewerben erprobte Ort möchte nun auch in der Champions League der Dörfer mitspielen. Im Rahmen des 11. Europäischen Dorferneuerungspreises 2010 findet die Bereisung des Ortes durch die internationale Jury am Mittwoch, 23. Juni, statt.

Die Kommission wird rund vier Stunden lang den Ort bereisen. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr in Eicherscheid am Pfarrheim.

Eicherscheid international im Blickpunkt

Eicherscheid vertritt als einziger Ort das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2010, der von der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung mit Sitz in Wien ausgerichtet wird.

Eine international besetzte Bewertungskommission wird das Eifeldorf besuchen und neben der äußeren Erscheinung vor allem auf die inneren Werte achten. Hierbei geht es insbesondere um die wirtschaftliche Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen.

Nachhaltige Konzepte, die von der Dorfbevölkerung getragen werden und in regionale Kooperationen eingebunden sind, stehen im Fokus der Jury. Die Kinder des Kindergartens verkaufen ab 11.30 Uhr selbst gemachte Marmelade im Konsum, von 12.45 bis 13.30 Uhr wird die Bewertungskommission in der Tenne, wo es eine Ausstellung mit Filmdokumentationen stattfindet, verabschiedet.

Nach der Goldmedaille 2007 im Bundeswettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft», präsentiert sich Eicherscheid, das zudem dreimal Gold auf Landesebene errang, nun auf europäischer Ebene unter dem Motto «Neue Energie für ein starkes Miteinander».

Die international besetzte Kommission wird unter anderem von Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, Dr. Michael Schaloske, vom NRW-Umweltministerium und Günter Schumacher, dem Vorsitzenden des Naturpark Nordeifel, begleitet.

Der Europäische Dorferneuerungspreis wird seit 1990 im Zweijahresrhythmus durchgeführt. Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, besonders herausragende und beispielhafte Aktivitäten und Initiativen im Bereich der Landentwicklung und Dorferneuerung hervorzuheben und zu einer nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume beizutragen.

Das diesjährige Motto «Neue Energie für ein starkes Miteinander» spricht jene Dörfer an, in denen mit Neuer Energie – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – ans Werk gegangen wird, um die ökologische Qualität und den sozialen Zusammenhalt maßgeblich zu stärken.

Unter dem eigenen Motto «Wir in Eicherscheid – Neue Energie für ein starkes Miteinander» präsentieren wollen die Bewohner des Eifeldorfs mit viel Engagement, Herzblut und Stolz ihre lebens- und liebenswerte Heimat präsentieren

In die Waagschale wirft Eicherscheid den Erhalt und die Pflege der charakteristischen und einzigartigen Eicherscheider Heckenlandschaft, die energetische Verwertung des in Massen anfallenden Heckenschnittguts im Biomasse-Heizkraftwerk in Simmerath, vorbildliche Jugendarbeit in zahlreichen Vereinen und ein intensives, generationenübergreifendes Vereinsleben (es gibt im 1281 Einwohner zählenden Eicherscheid 2476 Vereinsmitgliedschaften).

Das aktive Miteinander dokumentiert sich auch in der wiederholten, erfolgreichen Teilnahme an Dorfwettbewerben und Dorfwerkstätten. Seit über 40 Jahren (erstmalig 1969) nimmt Eicherscheid regelmäßig am Wettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» teil.

Quelle: an-online.de

 

 

Eicherscheid: Mit Luftballons in die Champions League

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Eicherscheid. Ob die rund 30 Luftballons, die von der Eicherscheider Tenne aus in den blauen Winterhimmel aufstiegen, ihr Ziel Wien tatsächlich erreichen, ist höchst fraglich, aber als äußeres Zeichen dafür, dass Eicherscheid nun auch in höhere Gefilde aufsteigen möchte, war die kleine Aktion aber ein durchaus passendes Signal.

Die gelben Ballons mit einem «Eifel-e» bildeten den symbolischen Abschluss eines langen und intensiven Verfahrens zur Teilnahme Eicherscheids für den Europäischen Dorferneuerungspreis. Nachdem Eicherscheid im Bundeswettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» im Jahr 2007 die Goldmedaille errungen hatte, fühlte man sich stark genug, um jetzt auch in der Champions League an den Start zu gehen. Ortsvorsteher Günter Scheidt und sein Team nahmen die Herausforderung gerne an: «Die Goldmedaille hat bei uns soviel Energie freigesetzt, dass wir uns fit für Europa fühlten».

Zum Abschluss des Bewerbungsverfahrens kamen die Beteiligten und einige Bürger jetzt noch einmal in der Tenne zusammen, um das 34 Seiten umfassende Bewerbungsschreiben, gemeinsamen mit einer umfangreichen Präsentation und Informationsmaterial nach Wien zu schicken.

Ortskartellvorsitzender Winfried Löhrer hat umfangreiches Bildmaterial über seinen Heimatort zusammengetragen, Karten, Pläne und Eckdaten vervollständigen das Werk. Der 8. Februar ist der letzte Abgabetermin für die Unterlagen. Eicherscheid ist das einzige Dorf aus Nordrhein-Westfalen, das am Europa-Wettbewerb teilnimnmt und dafüär volle Unterstützung vom Düsseldorfer Umweltministerium erhalten hat.

Günter Scheidt bilanzierte kurz die Arbeit der zurückliegenden beiden Jahre. 10 Mal habe sich das Planungsteam getroffen, um die Bewerbung vorzubereiten, um dem Motto des Europa-Wettbewerbs «Neue Energie für eine starkes Miteinander» auch gerecht zu werden. Dass Eicherscheid in diesem Punkt vorbildlich aufgestellt ist, unterbaute der Ortsvorsteher mit einigen Zahlen. Über 20 Photovoltaikanlagen und ebenso viele Solarenergieanlagen gibt es inzwischen im Dorf, dazu 13 Erdwärmeanlagen.

Punkten will auch Eicherscheid auch mit dem Rohstoff Holz als Heizmaterial unter dem Gedanken «Neue Energie aus alten Hecken.» Der hervorragende Zusammenhalt im Dorf, und nicht zuletzt rund 30 denkmalgeschützte Häuser sind weitere Besonderheiten, die der Europa-Jury bei ihrer Bereisung im Mai/Juni 2010 bestimmt nicht entgehen werden.

Noch typisch dörfliche Strukturen findet man in Eicherscheid, das exakt 1281 Einwohner zählt. 170 Arbeitsplätze in 95 Klein- und Kleinstbetrieben (davon 95 in Handwerk und Gewerbe und 21 in der Landwirtschaft) gibt es im Dorf selbst. Dennoch liegt die Zahl der Auspendler mit 428 deutlich höher.

Quelle: an-online.de


Dorfwettbewerb: Eicherscheid greift nach dem Europa-Cup

Eicherscheid. Einen Monat nach Weihnachten hatte Eicherscheid zu Wochenbeginn noch einmal Bescherung: Das Bundesgolddorf 2008 erhielt Post von NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg. Der schrieb: «Eicherscheid ist bestens geeignet, dem Anforderungsprofil des Wettbewerbs um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 gerecht zu werden. Ich bitte Sie, unser Land in diesem Wettbewerb zu vertreten.»Die Antwort aus der Eifel kam postwendend: «Mit großer Freude haben wir Ihr Schreiben erhalten und möchten Ihnen sehr gerne bestätigen, dass wir mit unserem Bundesgolddorf Eicherscheid die Gemeinde Simmerath und natürlich das Land Nordrhein-Westfalen im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 vertreten werden», schrieben Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Ortsvorsteher Günter Scheidt an den Minister. Dorfwettbewerb: Eicherscheid greift nach dem Europa-CupQuelle: az-web.de

Thema «Neue Energie»
In ihrem Antwortschreiben zeigen sich Hermanns und Scheidt zuversichtlich, dass die Landesregierung mit Eicherscheid eine gute Wahl getroffen hat: «Für das in die starke Dorfgemeinschaft gesetzte Vertrauen danken wir herzlich und versichern Ihnen, dass wir die Herausforderung auf europäischer Ebene gerne annehmen. Wir sind fest davon überzeugt, dem Motto des Wettbewerbs entsprechend mit unserem innovativen Konzept zur zukunftsfähigen Ernergienutzung mit Unterstützung unserer engagierten Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Ergebnis für die Ortschaft Eicherscheid, die Gemeinde Simmerath und für das Land Nordrhein-Westfalen im Europäischen Dorferneuerungswettbewerb 2010 erzielen zu können. Wir sind stolz darauf, bei der nachhaltigen Stärkung des ländlichen Raumes im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung mitwirken zu dürfen.»

In Begleitung lokaler und kommunaler Politiker hatten Dr. Michael Schaloske, Referatsleiter im Düsseldorfer Umweltministerium, und Professor Christoph Hebel vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule Aachen im Dezember Eicherscheid besucht und kritisch geprüft, ob dieses denn würdig ist, 2010 als einziger NRW-Kandidat das Bundesland im Europäischen Dorfwettbewerb mit guten Chancen zu vertreten. Ihr schon damals positives Resümee nach dem Dorfrundgang fand jetzt Bestätigung in der Zusage, für NRW in der Europaliga spielen zu dürfen.

Ein lokales Planungsteam hat die Teilnahme des Höhenortes unter den Leitsatz «Neue Energie für ein starkes Miteinander» gestellt. Rund 40 (rund zehn Prozent) Eicherscheider Haushalte nutzen bereits jetzt neue Energien zur Erzeugung von Strom und Wärme – Photovoltaikanlagen, Erdwärmenutzung, Solar-und Luftwärmeanlagen.

Die Kriterien zur erfolgreichen Kandidatur beim Wettbewerb decken sich mit dieser Eicherscheider Strategie. Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung am Gemeinwesen und seinen gesellschaftlich- sozialen Strukturen, Information und zwischenmenschliche Kommunikation, Stärkung umweltgerechter Land- und Forstwirtschaft oder Erhalt der Nahversorgung zur Deckung menschlicher Bedürfnisse etwa sind Bewertungsgesichtspunkte, die beim Europawettbewerb Punkte bringen.

Hilfe von Städteregion und FH

Das örtliche Planungsteam wird von der Städteregion Aachen und einer Moderatorengruppe der FH Aachen mit sachkundigem Rat und tatkräftig unterstützt. Insgesamt werden Meldungen von mehr als 30 europäischen Orten, Regionen, Provinzen oder gar Grafschaften zur Konkurrenz erwartet.

Dabei treten überschaubare Ortschaften oder große Kreise gegeneinander an, wie sie in ihren Lebensbedingungen, Bräuchen und Gewohnheiten kontrastreicher nicht sein können. Erste Ergebnisse werden im Frühsommer erwartet, zur Siegerehrung fahren die besten Preisträger im September nach Südtirol


 

 

 

Dorfwettbewerb: Unser Dorf hat Zukunft

Eicherscheid Sieger beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2007

Goldmedaillle Berlin 08

Einmal „ganz oben“ auf dem Bühnentreppchen des internationalen Berliner Congress- Centers (ICC) zu stehen und eine Medaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu empfangen – für eine 60-köpfige Eicherscheider Delegation ging Freitag Abend (25. Januar 2008) in der Hauptstadt dieser Wunschtraum in Erfüllung. Und sogar der kühnste aller Träume. Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheidt, flankiert von Ortskartellvorsitzendem Winfried Löhrer und Simmeraths Bürgermeister Hubert Breuer, erhielt aus der Hand des Bundes- Landwirtschaftsministers Horst Seehofer die Goldmedaille. Im 22. Wettbewerb wurde zwischen Alpen und Rügen, Aachen und Frankfurt/Oder nur achtmal die Note Eins mit höchstem Lorbeer vergeben, 16 Mal gab es für die teilnehmenden Ortschaften Silber und zehnmal Bronze. Neben Eicherscheid gelang in Nordrhein- Westfalen nur Rehringhausen (Kreis Olpe) der ganz große Wurf, unter die absolut besten Acht der Konkurrenz zu gelangen.Die Bedeutung dieses Erfolges wird am Zahlenbeispiel deutlich, das Minister Seehofer im Rahmen seiner Festrede vor mehr als 3000 Zuhörern im ICC gab. Er erinnerte daran, vor zwei Jahren, zu Beginn des Vergleichs, hätten 4000 berufene Dörfer aus allen Bundesländern ihre Teilnahme angemeldet, nur 34 seien zu guter Letzt als „die Auserwählten“ nach strengen Kriterien übrig geblieben und hätten die Finalränge unter sich ausgemacht.Seehofer bekannte, „mein Redemanuskript besser in der Tasche zu lassen, meine Vorredner haben alle lobenswerten Superlative über die Bewerber bereits erschöpfend genannt“. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sei nun einmal die größte und schönste Bürgerinitiative Deutschlands.Einführende Worte zur Preisverleihung der Großveranstaltung sprach Seehofers bayrischer Landsmann Michael Pelzer, Vorsitzender der sachkundigen Bewertungskommission. Bevor er ans Sprecherpult trat, erfolgte ein farbenprächtiger und fröhlich- lautstarker „Einmarsch der Gladiatoren“, alle Teams der platzierten 34 Kandidaten belegten mit Trossstärke ihre reservierten Positionen im riesigen Festsaal. Eicherscheid als BundesgolddorfEicherscheid als BundesgolddorfEicherscheid als BundesgolddorfEicherscheid als BundesgolddorfEicherscheid als Bundesgolddorf

Manche Gruppe war mehr als hundert Mitglieder stark. Die in ihren gelben Orts-T-Shirts angereisten Eicherscheider – sie saßen standesgemäß in den ersten Reihen – waren freilich die einzigen, die schmucke, individuell selbstgebastelte Goldfähnchen schwangen, andere zeigten dagegen Flagge in Schwarz- Rot- Gold oder hielten Wappen samt eigens kreierten Dorflogos in die zahlreichen Presse- Kameras.

Buchstäblich mit Pauken und Trompeten begann die Preisvergabe. Ihr Rahmenprogramm geriet zu Trachtenaufgebot, Klassikkonzert, Volksmusikgala, Gaudi und friedlichem Sängerwettstreit mit modernen Hits zugleich. Dorfkomponisten hatten ihre Heimat in melodischen Liebeserklärungen verewigt und fanden begeisterte Zuhörer nebst Choristenecho. Da marschierte die Trachtenkapelle aus dem Allgäu in Krachledernen und Jankern einträchtig Seite an Seite mit einer traditionell kostümierten, anmutigen Tanzgruppe junger Sorben aus der Lausitz, eine westfälische Jugendband mit fetzigen Rhythmen neben abenteuerlich gewandeten Sagengestalten aus ostdeutschen Bundesländern. Und immer wieder gemeinsame Jubelchöre, Glückstaumel und pure Freude: „So ein Tag…Wir fahren nach Berlin!“ Per Video und unter immer wieder aufbrausendem Applaus konnten die Zuschauer im Saal liebenswerte Szenen und Winkel aller platzierten Dörfer kennen lernen.

Dazu der gewollte und spontane Dialog von Mensch zu Mensch: „Wo liegt eigentlich Metterich?“ „Und wo finde ich auf der Karte euer Eicherscheid?“

Die Bühne in schierer Blütenpracht, Parade von Uniformen und Instrumenten, als Michael Pelzer („Unsere Arbeit erwies sich als ungleich schwerer, als zu Anfang gedacht, die Benotung erfolgte meist mit äußerst knappem Vorsprung“) den Einsatz der Bewertungskommission Revue passieren ließ. Er stellte fest, „dank dem Wettbewerb ist in Deutschland ein neues Heimatgefühl erwacht, unsere Dörfer sind in die Zukunft strahlende Leuchttürme der Gesellschaft“. Alle zur Konkurrenz gemeldeten Ortschaften trügen zur Realisierung einer wichtigen Vision bei: „Der Wettbewerb gestattet Ausblicke in einer Bürgergesellschaft, wie wir sie brauchen und wollen, mit aktiv- engagierten Menschen, voller Mut, der auf andere und unsere Parlamente ausstrahlt“ (Pelzer).

Die deutschen Dörfer wurden, konstatierte der Vorsitzende, seit der Wettbewerbspremiere „zweifellos schöner, sie sind heute Blumensträuße der Republik, das Salz in der Suppe unseres Landes“.

Minister Seehofer bescheinigte abschließend der Bewertungskommission gute Arbeit: „Bekenntnisse in Sonntagsreden der Politiker und Verbände müssen Taten folgen.“ Der ländliche Raum solle seine Vielfalt erhalten, zentralistischen Entscheidungen sei eine Abfuhr zu erteilen: „Die Lösung struktureller Aufgaben darf nach dem bewährten Pluralismus- Prinzip keiner großen administrativen Einheit übertragen werden, wenn das Problem auch in kleinerer Dimension möglich ist.“ Begeisterndes und ansteckendes Engagement in Sachen Heimat und zu Gunsten der Allgemeinheit möge, forderte Seehofer, flächendeckend zum positiven Virus werden. Es gelte die Devise „Stadt und Land Hand in Hand. Sowohl Stadt- als auch Landflucht sei Einhalt zu gebieten.

Mit einem bunten Dorfabend mit Musik, Tanz und Polonaise schloss zu später Stunde die vielstündige, Kondition zehrende Preisverleihung. Für die meisten Eicherscheider freilich beileibe kein Grund, nach diesem einmaligen Erlebnis das Berliner Nachtleben zu meiden…

Zumal sie sich bei der nächsten Ausschreibung zum Dorfwettbewerb getrost ausklinken können, Goldmedaillengewinner sind für 2 Wettbewerbe gesperrt. Für andere Orte des Kreises Aachen freilich, sagt Ruth Roelen vom Büro Regionalentwicklung beim Landrat Carl Meulenbergh, sei nach dem Wettbewerb bereits vor dem Wettbewerb: „Gleich nach Karneval sind die Dörfer aus dem Kreisgebiet aufgerufen sich zu beteiligen und auf den Spuren der Positivbeispiele Höfen und Eicherscheid Medaillenränge anzustreben.“

 

Eicherscheid ist Bundesgolddorf 2007
von Thomas Förster (Quelle: Wochenspiegel)

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Nordeifel nicht nur über eine atemberaubende Naturlandschaft, sondern auch über goldige Dörfer und Städte verfügt, dann wurde er jetzt erbracht. Als zweites Dorf im Altkreis Monschau und im gesamten Kreis Aachen konnte Eicherscheid jetzt nach Höfen im Jahr 2001 den begehrten Titel eines „Bundesgolddorfs“ einheimsen. „Gewinner sind in erster Linie die Bewohner aller 34 Dörfer, die am Bundesentscheid teilgenommen haben“, zollte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer bei der Verkündung der Sieger im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Bonn seinen Respekt. Die Bewohner hätten mit großem persönlichen Engagement viel für die Lebensqualität ihrer Dörfer geleistet und damit unterstrichen, wie wichtig lebendige Dorfgemeinschaften für eine erfolgreiche ländliche Entwicklung seien. Besonders stolz durften die Eicherscheider sein. Denn sie nahmen nicht nur am Bundeswettbewerb teil, sondern gehörten zu den lediglich acht Dörfern in der gesamten Republik, die sich künftig Bundesgolddorf nennen dürfen.Als am Donnerstag um 16.30 Uhr die Glocken in Eicherscheid geläutet wurden, wusste wohl jeder, dass etwas Außergewöhnliches geschehen sein musste. Die Vermutung wurde zur Gewissheit, als der „Gold-Express“ durchs Dorf kurvte. Hoch oben vom Feuerwehrwagen herab verkündete der zu Recht stolze Ortsvorsteher Günter Scheidt: „Sie wohnen im Golddorf Eicherscheid. Vielen Dank für die große Unterstützung und das tolle Mitmachen.“Groß war die Zahl der Gratulanten. „Eigentlich bräuchten sie gar keine Auszeichnung mehr“, ließ sich der Aachener Landrat Carl Meulenbergh vernehmen, „denn es ist schon ein Gewinn, in diesem schönen Dorf zu leben und Teil der intakten Gemeinschaft zu sein.“ Und Kreisdirektor Helmut Etschenberg konstatierte: „Eicherscheid ist als ein Dorf ausgezeichnet worden, das eine nachhaltige Entwicklung vollzogen hat und beste Chancen in der Zukunft besitzt“Womit Etschenberg wohl recht hat. Denn Ziel des Bundeswettbewerbs ist es, eine umfassende Einschätzung der Leistungen der Dörfer zur Verbesserung ihrer Zukunftsperspektiven und zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum zu geben. Die Bewertungskommission berücksichtigte dabei die individuellen Ausgangsbedingungen des jeweiligen Dorfes und die angewandten Entwicklungsstrategien. Dabei kam es vor allem auf eine von den Bewohnern des Dorfes getragene praktische Umsetzung dieser Ideen an.Und Eicherscheid bestach bei dieser Bewertung als neues Golddorf durch eine intakte Dorfgemeinschaft, ein vorbildliches Vereinsleben und natürlich durch die beeindruckende Landschaft. Triumphe in diesem Wettbewerb auf Kreis- und landesebene konnte Eicherscheid schon viele feiern. Acht Mal in Folge – nur unterbrochen von Sperren, die durch Erfolge auf Landesebene ausgesprochen werden – belegte man im Kreis Aachen Platz eins. Im Gegensatz zu den Landeserfolgen aus den Jahren 1989 und 1997 konnte man sich aber jetzt erstmals für den Wettbewerb auf Bundesebene qualifizieren – und dies gleich mit durchschlagendem Erfolg.Bundesminister Seehofer wird am 25. Januar 2008 die Urkunden und Medaillen den Dörfer anlässlich der »Grünen Woche« in Berlin überreichen. Wetten, dass dann auch die „goldigen“ Eicherscheider die Bundeshauptstadt unsicher machen .

weitere Pressebereichte aus der Tageszeitung:
Titelseite der AN vom 7. September 2007
Artikel aus dem Lokalteil
Artikel aus der Euregio

 

 

Unser Dorf hat Zukunft – Landeswettbewerb 2006

Siegerehrung 2006 in Vlatten

Die Siegerehrung im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ fand am Samstag, dem 25. November für die Teilnehmertorte aus dem Rheinland in Vlatten statt.

Im Großraumzelt in Vlatten hatten sich mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger der teilnehmenden Orte eingefunden, um bei der Siegerehrung, die von Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg durchgeführt wurde, teilzunehmen. Neun Dörfer wurden mit einer Bronzemedaille, elf mit einer silbernen und vier mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Etwa 30 Eicherscheiderinnen waren dem Ruf von Ortsvorsteher Günter Scheidt gefolgt und repräsentierten ihren Ort in ihren goldgelben T-Shirts und Fahnen sehr eindrucksvoll. Den Beginn der Veranstaltung gestalteten die Eifelklänge Eicherscheid mit fröhlichen Klängen. Die Tanzgruppe Sweeties trug mit ihrem gelungenen Tanzvortrag ebenso zum Gelingen des Vormittags bei.

Besonders groß war der Jubel, als die Eicherscheider Delegation, der auch Bürgermeister Breuer angehörte, aufgerufen wurde und die Urkunde und eine Plakette mit goldenem Emblem in Empfang nehmen konnte. Außerdem durften sie noch einen Scheck von 1500 Euro mit nach Hause nehmen. Der Minister und die Damen und Herren des Ministeriums und des Landwirtschaftsministeriums wünschten uns für den Bundeswettbewerb im nächsten Jahr alles Gute.

Eicherscheid greift nach Bundesgold

von Raimund Palm, Eifeler Zeitung

…und die Chancen stehen gut, denn Eicherscheid hat viel zu bieten – als Dorf     und als Landschaft ringsum. Mehr noch: Die Bürger sind hoch motiviert, die einmalige Chance im Bundes-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu nutzen. Die große Abschlussfeier zum Landes-Wettbewerb am Samstag in Vlatten (Stadt Heimbach) hat die Bürger abermals motiviert, sich zu engagieren und mutig aufzubrechen in den Bundes-Wettbewerb. Der Ehrgeiz, auch auf Bundesebene erfolgreich zu sein, ist spürbar.Das Landes-Golddorf Eicherscheid war am Samstag mit einer großen Delegation in Vlatten präsent, als Eckhard Uhlenberg, NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft die Urkunden und Geldpreise verlieh: an 13 Bronze-Dörfer, an 11 Silber-Dörfer und an vier Golddörfer. Eicherscheid gehört in diesem Jahr zu den schönsten Dörfern im ganzen Rheinland. Die Gäste aus Eicherscheid fielen durchaus auf unter den vielen Besuchern im großen Festzelt an der Jugendhalle in Vlatten. Mit dem Bus waren gut 30 Bürger ausgereist, sie trugen ein gold-gelbes T-Shirt und sie schwangen gelbe Fähnchen mit dem Eicherscheider Dorfwappen. Mehr noch: Rund 20 Musiker/innen der Eifelklänge waren angereist, um den Festakt musikalisch zu eröffnen und zur Unterhaltung der Gäste aufzuspielen. Dafür erhielten sie ein besonderes Lob von Minister Uhlenberg. Später dann zeigten die Jungen und Mädchen der Kindertanzgruppe „Sweeties“ aus Eicherscheid, was sie so alles können.In seiner Festansprache stellte Minister Eckhard Uhlenberg heraus: Der Wettbewerb der Dörfer (1042 Dörfer aus NRW haben sich insgesamt beteiligt) gehe mit dem Wandel in der Dörfer, er nehme neue Elemente auf und setze Akzente. Schon durch das neue Motto „Unser Dorf hat Zukunft“ werde „die Zuversicht und die Vitalität der Dorfgemeinschaften deutlich. Die neuen Anorderungen motivieren die Bürger in den Dörfern, „ihre Zukunft selbst zupackend in die Hand zu nehmen“.

Minister Uhlenberg beklagte allerdings: „Der ländliche Raum kommt in NRW noch immer zu kurz. Das müssen wir ändern.“ Gerade der Wettbewerb mache deutlich, dass die Dörfer und die dort lebenden Menschen „ein wirklich starkes Stück NRW“ sind.

Der Wettbewerb hat wie die Dörfer Zukunft, daran hat der Minister keinen Zweifel, denn: Der Wettbewerb stärkt den Gemeinsinn, er fördert Nähe, Zusammenhalt und Nachbarschaft, alles Werte, „die viele in der Großstadt vermissen“. Was aber bedeutet im Wettbewerb der Begriff Zukunft? Minister Uhlenberg nannte einige Beispiele: Das Dorf engagiert sich für die Gemeinschaft und ist beispielgebend im sozialen Bereich; das Dorf ist kinder- und familienfreundlich und entwickelt Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft. Das Dorf geht schonend mit seiner Umwelt um und pflegt aktiv seine Landschaft und Natur.

Wie in einem kleinen Triumphmarsch zog eine Abordnung der Eicherscheider auf die Bühne, um aus den Händen Minister Eckhard Uhlenberg Urkunde und Geldpreis zu erhalten: Bürgermeister Hubert Breuer, Ortsvorsteher Günter Scheidt und Ehefrau Renate, Herbert Scheidt, Jürgen Förster und Josefine Löhrer. Die Vorbereitungen für den Bundeswettbewerb haben bereits begonnen: Es gab bereits erste Gespräche, dazu gehört auch, aus den Erfahrungen des Bundes-Golddorfes Höfen zu lernen. Wie Ortsvorsteher Günter Scheidt berichtet, kommt die Bundes-Kommission im August des nächsten Jahres, um Eicherscheid zu sehen und zu bewerten.

Goldmedaille im Landeswettbewerb und Teilnehmer am Bundeswettbewerb 2007

Riesenjubel brach am Samstag um 11.50 Uhr auf dem Burgplatz in Düsseldorf unter den 35 mitgereisten Eicherscheid-Fans aus, als Minister Uhlenberg Eicherscheid als Gewinner einer der 8 Goldmedaillen ausrief. Als er danach noch bekannt gab, dass Eicherscheid NRW auch im Bundeswettbewerb 2007 neben 2 weiteren Orten aus dem Rheinland vertreten wird, war die Freude überwältigend. Mit eigens dafür hergestellten goldgelben T-Shirts in der Farbe der Dorffahne mit dem Ortswappen und Fähnchen mit dem Ortswappen, war die Truppe schon vorher rein optisch positiv aufgefallen. Die frohe Kunde wurde sofort an Herrn Pastor Schneider übermittelt, der dann einige Minuten die Kirchenglocken läuten ließ, woraufhin im Ort schon die ersten Fahnen gehisst wurden.Nachdem die Gruppe ihren Erfolg erst einmal auf der Festmeile am Rhein, die zur 60-Jahr-Feier des Landes NRW aufgebaut war, ordentlich gefeiert hat, kehrte sie gegen Abend nach Eicherscheid zurück, um gemeinsam mit den Daheim gebliebenen die Feierlichkeiten fortsetzten, die dann mit einem Feuerwerk beendet wurden. Eicherscheid: Goldmedaille und Teilnehmer am Bundeswettbewerb 2007

Als erster Ort in der Gemeinde Simmerath hat sich Eicherscheid für ein Bundesturnier qualifiziert und wird im nächsten Jahr von einer Bundeskommission besichtigt. Die Preisübergabe erfolgt am Freitag, dem 24. November in Vlatten.

Die lokale Presse hat über dieses Ereignis in der Montagsausgabe (28. August 2006) Beträge veröffentlicht. Um die original Zeitungsausschnitte zu lesen, klicken Sie bitte hier und hier.

Am Samstag veröffentlichte die lokale Tageszeitung ein Interview mit Ortsvorsteher Günter Scheidt anlässlich der Goldmedaille und der Teilnehmer am Bundeswettbewerb 2007.

Am Dienstag, 20. Juni 2006, war die Bewertungskommission für den Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Eicherscheid. Auch die Presse hat über die Besichtigung berichtet. Den Artikel und das Interview aus der Eifeler Zeitung können Sie hier noch mal lesen.

 

Unser Dorf hat Zukunft – Landeswettbewerb 2006

aus dem Bewerbungstext:

Konzeption und deren Umsetzung:

Der Nationalparkort (am Nationalpark Eifel) Eicherscheid liegt auf ca. 550 m Meereshöhe am Rande des Hohen Venns, es herrscht ein atlantisch geprägtes Mittelgebirgsklima mit einem mittleren Niederschlagswert von über 1000 mm; dies hat zur Folge, dass überwiegend Grünlandwirtschaft betrieben wird. Es ist ein typisches Haufendorf mit lockerer Bauweise. Es gibt eine Innenbereichs-satzung nach § 34 BauGB; ein Bebauungsplan ist für den neuen Kunstrasenplatz und den Bereich der Reithalle aufgestellt worden.

Die Bau- und Raumstruktur zeichnet sich durch eine sehr offene, lockere Bauweise in sehr flächenhafter Ausdehnung aus. Daraus ergibt sich eine starke Verflechtung zwischen öffentlichem Straßenraum, privaten Freiflächen und der umgebenden Landschaft. Der weitläufige Straßenraum und der hohe Anteil an prägenden raumwirksamen Grünelementen (Einzelbäume, Baumreihen, Windschutzhecken) ergeben eine robuste Grundstruktur.

Ein Entwicklungskonzept wird zurzeit für den Bereich Bauen und Gestalten erstellt. In zwei Zukunftswerkstätten mit Hilfestellung der RWTH Aachen wurde ein Forderungskatalog mit Ideen, Entwürfen und Konzepten für unser Dorf entwickelt.

Die Abwasserkanalisation wurde 2004 als reines Schmutzwassersystem fertig gestellt, das Regenwasser wird fast ausschließlich auf den eigenen Grundstücken in den alten Kleinkläranlagen gesammelt und für die Gartenbewässerung genutzt.

Mehr als 10 Eigenheime nutzen Solarenergie, außerdem gibt es ca. 10 Wärmepumpen zur energiesparenden Wärmegewinnung. Daneben haben noch viele Haushalte Kachelöfen oder Holzheizungen, in denen das Holz der Buchenhecken verfeuert wird.

Nachdem jahrelang kein Neubaugebiet geplant wurde, sind nach der Fertigstellung der Kanalisation in der Straße Brommersbach ca. 20 Baustellen als Verbindung zwischen zwei bestehenden Straßen erschlossen worden.

Wirtschaftliche Entwicklung und Initiativen:

Eicherscheid hat 1290 Einwohner und liegt ca. 5 km vom Mittelzentrum Simmerath entfernt. Mit diesem und mit dem Oberzentrum Aachen ist unser Ort durch eine Buslinie verbunden. Durch den Ort führt die L 106, die ins Rurtal und zum Nationalpark führt.

Eicherscheid ist ein Ort, in dem attraktives Wohnen und Arbeiten sehr gut harmoniert und eine angemessene Infrastrukturausstattung vorhanden ist. Güter für den täglichen Bedarf können im Lebensmittelladen gekauft werden, wo auch eine Backtheke vorhanden ist. Dieser Laden gehört den Mitgliedern der Konsumgenossenschaft (182 Eicherscheider Bürger) dessen Vorstand die Anfallenden Arbeiten ehrenamtlich ausführt. Hier gibt es insgesamt 13 Frauenarbeitsplätze, von denen einige auch halbtags angeboten werden. Außerdem gibt es eine Sparkassenzweigstelle, zwei Autowerkstätten und einen Elektrohandel. Ausbildungsplätze werden im Handwerk und in Dienstleistungsberufen angeboten. Touristen haben die Möglichkeit im Hotel oder in der Pension zu übernachten.

64 Betriebe bieten im Ort 170 Arbeitsplätze in Gewerbe, Handwerk und Fremdenverkehr an, davon ca. 70 Frauenarbeitsplätze; nur ein verschwindend geringer Anteil der Erwerbstätigen ist arbeitslos.

Landwirtschaftliche Funktion ist mittlerweile wenig bedeutend. Einzelne Nebenerwerbsbetriebe mit Pensionsvieh und Pferde- und Schafhaltung sind erwähnenswert, wobei ein Betrieb mit Schaf- und Pferdehaltung noch im Vollerwerb tätig ist. Dieser ist Direktvermarkter für Lamm, Ziegen und Wild. Ein weiterer Betrieb hat sich auf Agrarservice spezialisiert und mäht viele Wiesen in der Umgebung des Ortes, um das Heu anschließend zu vermarkten. Ein Enkel eines ehemaligen Landwirtes wird in Kürze wieder Viehwirtschaft betreiben, hat aber zurzeit Probleme dies im ehemaligen Großväterlichen Betrieb genehmigt zu bekommen.

Soziales und kulturelles Leben:

Fast alle Einwohner sind in einem der dreizehn Ortsvereine oder den fünf weiteren Gruppierungen organisiert, entweder als aktives oder passives Mitglied. Sportheim, Pfarrheim, Reithalle mit Casino, die Vereinshalle „Tenne“, sowie im letzten Jahr der neue Kunstrasensportplatz, wurden mit erheblicher Eigenleistung erstellt. In einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion wurden insbesondere die Tenne und der neue hochmoderne Kunstrasensportplatz, der eigentlich als Aschenplatz geplant war, mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer gebaut.

Viele Stunden und Tage waren die Bürgerinnen und Bürger mit dem Bau der Gemeinschaftseinrichtungen beschäftigt. Beim Bau der Tenne und des Kunstrasenplatzes waren samstags bis zu 50 Helferinnen und Helfer an der Baustelle. Der Vorsitzende des Sportvereins hat errechnet, dass beim Sportplatzbau 6500 freiwillige Arbeitsstunden geleistet wurden, was einer Eigenleistung von 225.000 Euro entspricht.

An Gemeinschaftseinrichtungen gibt es einen Kindergarten im ehemaligen alten Schulgebäude mit 2 Gruppen, die Förderschule mit einer Gymnastikhalle, die Kirche, das Pfarrheim, ein Vereins- und Festhaus (Tenne) eine Reithalle mit Casino, ein Feuerwehrgerätehaus mit Gruppenraum, ein Sportheim und ein Gemeinschaftshaus mit Proberäumen und Jugendraum.

Von den 1290 Einwohnern sind 282 unter 18 und 278 über 60 Jahre alt.

Jugendbetreuung

  • Pfarrheim: Eltern-Kind-Treff, Werken, Basteln, Singen, Musik, mehrere Kindertanzgruppen, Jugendtreff;
  • Vereinsgemeinschaft und Endstation: 12 Jugendbälle im Jahr mit zum Teil über 1000 Teilnehmern; Disco Bus, Sportverein (Jugendfußball, Kinderturngruppen, Leichtathletik, Badminton, Skifahren usw.), Musikverein und Trommler- und Pfeifercorps – ca. 70 Jugendliche in musikalischer Ausbildung, Schülerorchester, Reiterverein (Reitabzeichen, u.a. pädagogisches Reiten), Eifelverein, ausgewiesene Inlinerstrecken, Inlinerlehrgänge.

Altenbetreuung gibt es im OV der Caritas, in der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr, in der Seniorengruppe des Eifelvereins, in der Seniorengruppe Trommler- und Pfeiferkorps, im Sportverein: Alte Herren Fußball und Seniorennachmittag, im Pfarrheim werden Seniorennachmittage, Seniorentanz, Seniorenausflüge und Seniorenmessen angeboten.

Dorffeste/Brauchtum: Groß- und Kleinkirmes, Sportwochen, Reit- und Fahrturniere, Fuchsjagd, Pfarrfeste, 12 Beatbälle im Jahr, Pfingstwandertag, Karneval, Straßenfeste, Johannisnacht, Sternsinger, Martinszug, Fronleichnamsprozession mit Schmücken der Kapellchen, Wallfahrten, Volkslauf mit Halbmarathon, Schülersportfest.

Kultur: Frühjahrskonzerte, Theatervorstellungen in der Tenne, Martinszug, Osternachtfeier, Musikverein spielt in der Heiligen Nacht, Männergesanggruppe des Sportvereins, Wanderwege, Wegekreuze und Flurschilder (durch Eifelverein angelegt und gepflegt), Tränken, Wallfahrten (Heimbach, Moresnet, Belgenbacher Mühle), Ikonenausstellung, Ein-Welt-Laden, Frauengottesdienst, Bibelgespräche, Kleinkinder- und Jugendmessen. Sammlung von alten Landwirtschaftlichen Werkzeugen und Arbeitsgeräten. Der WDR hat Dokumentarfilme über Eicherscheid gedreht: u.a. Herstellung von Hamen, Heckenpflege, Vereinsleben.
Die Caritasgruppe übernimmt Krankenbesuche und Ausländer werden in die Vereine integriert (kostenlose Mitgliedschaft).
Besonders erwähnenswert ist die Durchführung von überregionalen Großveranstaltungen wie Kreiswandertag (4x zwischen 1000 und 2000 Teilnehmern), Deutsche Meisterschaften im Seifenkistenrennen, Profifußballspiele mit 2500 Zuschauern, Auftritt der Schürzenjäger mit 5000 Zuschauern sowie zahlreiche Verbandsfeste der Musiktreibenden Vereine.

Baugestaltung und Entwicklung:

Ursprung unseres Ortes war ein römisches Holzfällerlager um 200 bis 300 n. Chr., ca. 1400 wurde Eicherscheid durch die ersten Siedler gegründet. Die ersten Bauten haben wohl im Bereich zwischen dem jetzigen Zentrum und der Breitestraße gestanden. Es gibt 30 denkmalgeschützte alte Bauernhäuser und 5 Naturdenkmäler. Ortstypisch sind einundeinhalb bis zweigeschossige Fachwerkbauten mit zur windexponierten Seite verlängerten Dachhälften und Windschutzhecken (Rotbuchen). Die üblichen L-förmigen landwirtschaftlichen Bauten orientieren sich überwiegend mit ihren Hofflächen zum öffentlichen Straßenraum und bilden gemeinschaftliche Raumsituationen.
Jede Parzelle weist einen direkten Bezug zur umgebenden Landschaft oder zu den innenliegenden, teilweise noch bewirtschafteten Freiflächen auf. Eine Besonderheit stellen die häufigen, mit unterschiedlichen Merkzeichen (Einzelbäume, Wegekreuze, Kapellchen…) versehenen Dreiecksknoten dar (insgesamt 11 Stück).

Der Ortskern wurde dank der Dorferneuerungsmaßnahme 1999/2000 durch die Entsiegelung der Flächen, der Baum- und Heckenanlage mit orttypischen Gehölzen, der Erneuerung des Dorf- und Spielplatzes und der Neuordnung der Parksituation zwischen Kirche und Sportplatz erheblich aufgewertet. Die Zugänge zu Geschäften, Vereinshalle, Sportheim usw. sind behindertengerecht ausgebaut.
Das Neubaugebiet Brommersbach wird zwischen zwei bestehenden Straßen eingefügt. Um eine nicht gewollte Eintönigkeit zu vermeiden, werden die Grundstücke mit variablen Grundstücksbreiten von 16 bis 24 m verkauft. In zwei Zukunftswerkstätten in diesem Jahr wurden die Anpassungsprobleme an das alte Dorfbild angesprochen und es wurden Vorschläge zur Abänderung dieses Zustandes gemacht. (Planung von Freiflächen, (z.B. für einen Spielplatz)
Diese Dorfforen beschäftigten sich mit der baulichen und gestalterischen Zukunft im Dorf. Hierdurch sollen innovative Ansätze zur Initiierung und Stärkung einer attraktiven Baukultur im Dorf gesucht und dokumentiert werden. Mit Hilfe von Zuschüssen soll auch eine Sanierung des Gemeinschaftshauses ins Auge gefasst werden. Möglicherweise könnte eine Gestaltungsatzung die notwendige Konsequenz der weiteren Dorfforen sein. Außerdem werden die Bürgerinnen und Bürger bei der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes durch Bürgerversammlungen aktiv einbezogen.

Grüngestaltung und Entwicklung:

Das Wechselspiel von Freiraum und Grünelementen und homogener, abwechslungsreicher Bebauung und Baugestalt zeichnen einen heute noch gut erkennbaren unverwechselbaren Ort. Im ganzen Ort findet man die typischen Rotbuchenhecken als Grundstückseinfriedungen. Viele ortstypische Bäume (Kastanien, Linden, Eichen, Buchen) findet man in der Dorfmitte sowie auf den typischen Dreiecksknoten oder als Durchwachse aus den Rotbuchenhecken. Die bis zu 8 Meter hohen Rotbuchenhecken, die früher als Schutz vor den rauen Winden dienten, prägen das Bild des Ortes. 5 Bäume sind zu Naturdenkmälern ernannt worden, den eindrucksvollsten Baum, eine Linde aus dem Jahre 1600, kann man an der Kirche bewundern. Zusätzliche Bäume wurden im Zuge der Dorferneuerungsmaßnahme angepflanzt. Bankette mit Gras- und Krautflora sind vor fast allen Grundstücken vorhanden. Diese werden in der Regel von den Bürgern liebevoll gepflegt.
Der Friedhof ist ebenfalls mit Buchenhecken umrandet und passt sich so sehr gut an die Umgebung des Ortes an. Richtung Rurtal (Südlage) gibt es mehrere Obstwiesen.
Im Ortszentrum gibt es einen großen Dorfplatz, der mit vielfältigen Bäumen und Sträuchern bewachsen ist. Hier befindet sich auch der zentrale Spielplatz des Ortes mit einigen Ruhebänken zum Verweilen. Einen weiteren gibt es im Hinterdorf. Weitere Spiel- und Sportplätze: 1 Rasenfußballplatz, 1 Kunstrasenplatz (2005 eingeweiht) 1 Spielwiese, 1 Ausweichsportplatz. Vier Bäche, deren Läufe wegen der dort anzutreffenden Biotope zum Naturschutzgebiet erklärt wurden, entspringen in der Umgebung des Ortes; hier gibt es auch zwei Fischteiche. Ein besonderes Biotop ist oberhalb der Uhusley als Naturdenkmal ausgewiesen.

Typisch für das Ortsbild sind die vielen Blumengärten vor den Häusern, die im Sommer mit dem Blumenschmuck an fast allen Häusern ein buntes Bild abgeben. Daneben gibt es auch viele Nutzgärten, die der Selbstversorgung der Familien dienen. Neben den Buchenhecken gibt es noch einige Mauern, die die Grundstücke begrenzen, u.a. findet man eine als Begrenzung des Kirchengrundstückes.

Ort in der Landschaft:

Die unmittelbare Umgebung des Ortes wird durch die ästhetisch ansprechende und sehr gut gepflegte, kleinteilige Wiesen- und Heckenlandschaft geprägt. Diese Eicherscheider Heckenlandschaft ist zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Die landwirtschaftlichen Flächen werden fast ausschließlich durch eine zum Teil schon extensive Grünlandwirtschaft genutzt. (Wiese, Weide) An den Bachläufen war die Bewirtschaftung auf Grund der Hanglage nicht mehr möglich, so dass man hier Wald vorfindet.

Eine Flurbereinigung hat wegen des Widerstandes der einheimischen Landwirte glücklicherweise nicht stattgefunden; aus diesem Grunde sind die alten Heckenstrukturen erhalten geblieben. Da die durch die Hecken begrenzten Flächen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung mit modernen Maschinen heute viel zu klein sind, wird eine große Anzahl der Flurstücke durch Schafe, Pferde und Pensionsvieh beweidet. Obwohl viele Flächen mittlerweile an Landwirte aus anderen Orten verpachtet sind, kümmern sich die Ortsansässigen nach wie vor um die aufwändige Heckenpflege.

Der Eifelverein hat Rundwanderwege um den Ort markiert, die von ihm regelmäßig gepflegt und ausgebessert werden. (Brücken, Bänke)

Außerdem wird seit kurzem ein Dorfrundgang angeboten, der die Sehenswürdigkeiten des Dorfes aufzeigt. Ein Wander- und Radweg um den Ort wird im Wandermagazin Eifel-Ardennen präsentiert. Es ist geplant eine Langlaufloipe zu errichten, um den sanften Tourismus des Ortes zu aktivieren.

Bisherige Teilnahme am Wettbewerb: Jahr: Erfolg:
Kreiswettbewerb 1969
Kreiswettbewerb 1971
Kreiswettbewerb 1973
Kreiswettbewerb 1975 Kreissieger 2. Platz
Landeswettbewerb 1975 Silber
Kreiswettbewerb 1977 Kreissieger
Landeswettbewerb 1977 Silber
Kreiswettbewerb 1979
Kreiswettbewerb 1981 Kreissieger
Landeswettbewerb 1981 Bronze
Kreiswettbewerb 1983 Kreissieger
Landeswettbewerb 1983 Silber
Kreiswettbewerb 1985 Kreissieger
Landeswettbewerb 1985 Silber und Sonderpreis
Kreiswettbewerb 1987 Kreissieger 1. Platz
Landeswettbewerb 1987 Silber
Kreiswettbewerb 1989 Kreissieger
Landeswettbewerb 1989 Gold
Kreiswettbewerb 1995 Kreissieger 1. Platz
Landeswettbewerb 1995 Silber und Sonderpreis
Kreiswettbewerb 1997 Kreissieger 1. Platz
Landeswettbewerb 1997 Gold
Kreiswettbewerb 2005 Kreissieger 1. Platz
Landeswettbewerb 2006 Gold
Bundeswettbewerb 2007 Bundesgold
Sperre für Kreiswettbewerb nach Goldmedaille 1991/93
1999/2002