Verdienste von Wilfried Huppertz gewürdigt

Tag des Ehrenamtes der Gemeinde Simmerath 2011 Ehrung für die Ortschaft Eicherscheid

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

nicht nur ich, sondern ganz besonders der aus Eicherscheid zu Ehrende hat heute hier in der „Tenne“ ein Heimspiel. Warum das so ist, werde ich später erklären.

Das Ortskartell Eicherscheid hat für die heutige Ehrung einstimmig Herrn Wilfried Huppertz vorgeschlagen.

Dass seine Frau Dorothea ihn, den geborenen Konzener, geheiratet hat und hier eingemeindet hat, ist ein Glücksfall für unseren Ort. Er hat sich durch sein besonderes Engagement hier außerordentlich verdient gemacht.

Er begann seine „Vereinslaufbahn“ 1992 als stellv. Jugendleiter beim Sportverein Germania Eicherscheid und füllte diese Funktion erfolgreich für 4 Jahre aus. 1996 übernahm er für 10 Jahre als 1. Vorsitzender die Verantwortung für den die gesamte Germania. In dieser Zeit hat sein Wirken nachhaltige Spuren hinterlassen.
Die 1. Fußballmannschaft der Germania schaffte 1997 unter seiner Vereinsführung zum zweiten Mal den Aufstieg in die Landesliga, neue Vereinssparten kamen hinzu.



Eine der „schwierigen“ Aufgaben als Vorsitzender des Vereins war die Realisierung des Kunstrasenplatzes in Eicherscheid. Er hat mit seinem Vorstand das Risiko aufgenommen, statt eines Aschenplatzes einen Kunstrasenplatz zu erstellen. Die Mehrkosten mussten durch Eigenfinanzierung und einer Eigenleistung von knapp 7000 Arbeitsstunden der Mitglieder erbracht werden. Er war derjenige, der plante, organisierte, motivierte und auch selbst kräftig Hand anlegte.

Wilfried ist ein begeisterter Ski- und Snowboardfahrer, ein ausgebildeter und erfahrener Skilehrer, der schon vielen Eicherscheider Kindern und Jugendlichen, natürlich ehrenamtlich, das Ski fahren beigebracht hat.

Im Hintergrund sehen wir u.a. ein Foto, das ihn als Skifahrer zeigt. Gerade hieran erklärt er seinen Einsatz für die Allgemeinheit: Ich zitiere: „Etwas stolz bin ich auf dieses Foto. Es zeigt, dass ich trotz meiner schweren chronischen Erkrankung, bei der ich immer wieder Rückschläge erlitten habe und immer noch erleide, mitten im Leben stehen darf. Vielleicht ist das der Grund meines ehrenamtlichen Engagements, der Gesellschaft, der ich letztlich durch den Fortschritt der Medizin und Naturheilkunde meine Lebensqualität verdanke, etwas zurückzugeben“.

Und nun komme ich auf das Heimspiel zurück:
Als Vorsitzender des Sportvereins gehörte Wilfried Huppertz zu den vier Vereinsvorsitzenden, die mit ihren Vereinsmitgliedern und der Dorfbevölkerung das Projekt „Tenne“ im Sommer 1996 in Angriff genommen und 1997 fertiggestellt haben. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Architekt bot er sich an, das Mammutprojekt zu planen und die Bauleitung zu übernehmen. Er kennt jeden Stein, jedes Stahlteil, jeden Balken und jede Leitung in diesem Haus, dass bis auf eine kleinen Zuschuss komplett von en vier Eicherscheider Vereinen und der Dorfbevölkerung finanziert wurde. Er plante, organisierte, und was vor allem wichtig war, er motivierte seine Mannschaft immer wieder. „Aufgeben“ ist für Wilfried ein Fremdwort.
Schwierige Aufgaben sind für den 57-jährigen reizvoll, sein Ehrgeiz erwacht jedoch erst richtig, wenn die Aufgabe „unmöglich“ erscheint.

Auch nach Fertigstellung des „Eicherscheider Wohnzimmers“. engagiert er sich weiterhin als ehrenamtlicher Geschäftsführer der GbR für die Unterhaltung des großartigen Projektes. Bei vielen Ideen, Initiativen und Aktivitäten hat er mitgewirkt (u.a. Hüttengaudi, Eis am Stiel, Wies’n-Gaudi). Diese hochkarätigen V eranstaltungen sind heute die Garanten für eine gesunde Finanzierung der Tenne.

Es war selbstverständlich für ihn, sich im Planungsteam zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu engagieren, in dem bekannterweise Bundesgold im Jahre 2007 und der Europäischer Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und Motto gerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität 2010 gewonnen wurde.

Wilfried Huppertz, seit 2008 Vorsitzender des Hundesportvereins Eicherscheid übernahm 2010 den Vorsitz im Förderverein Pfarrheim Eicherscheid. Dieser Verein hat sich zur Aufgabe gestellt, das für die Bevölkerung und Vereine wichtige Haus langfristig zu erhalten.
Bei der Sanierung des Hauses hat Wilfried Huppertz als Vorsitzender mit Hilfe seines Vorstands und des Kirchenvorstandes die Federführung der Maßnahme übernommen, die in den letzten Tagen fertiggestellt wurde.

WIR wird in Eicherscheid groß geschrieben und WIR können uns glücklich schätzen, einen solch engagierten Menschen in unseren Reihen zu haben,
herzlichen Dank, lieber Wilfried.





Eicherscheider Pfarrheim strahlt in neuem Glanz



Eicherscheid. Nach menschlichen Zeitmaßstäben noch ein Jüngling, doch als Bauwerk im rauen Eifelklima und infolge reger Nutzung bereits in die Jahre gekommen und dringend reif für Kur und Regeneration: Nach gründlicher Renovierung des rund 25-jährigen Eicherscheider Pfarrheims Sankt Lucia strahlt die «gute Stube» christlichen Dorflebens, Vereinstreff und vielfunktionales Veranstaltungszentrum nun wieder in frischem Glanz.

Sprichwörtlicher Eescher Gemeinsinn, beträchtliche freiwillige Eigenleistungen der Bürger und zugeschossene öffentliche Mittel machten's möglich. Nach umfangreichen Instandsetzungsmaßnahmen und deutlichen Strukturverbesserungen des schmucken Fachwerkhauses nahe der Pfarrkirche wird das gelungene Werk mit einem vorweihnachtlichen Konzert im Gotteshaus (14 Uhr) und anschließendem Lucia-Markt samt adventlichem «Budenzauber» am Sonntag, 4. Dezember, von der gesamten Dorfbevölkerung im und vor dem Pfarrheim gebührend gefeiert werden.

Anspruchsvolle Leistungen

Unter künstlerischer Leitung ihres Dirigenten Harry Schaeps aus dem limburgischen Kerkrade werden die Blasmusikanten der «Eifelklänge», im Duett mit den namhaften Instrumentalsolisten Jan van der Heijden (Gitarre) und Maarten Sonnenschein (Panflöte) Werke von Bach, James Last, José Feliciano und anderen international berühmten Komponisten und Interpreten zu Gehör bringen.

Um 16 Uhr schlägt die Premierenstunde und der Sankt-Lucia-Markt seine Zelte, sprich: Buden mit verlockenden Auslagen auf. Das zahlreich erwartete Publikum darf sich auf «Brüsseler Waffeln», Glühwein, Reibekuchen und allerlei hübschen Accessoires sowie gut nachbarliches Beisammensein in heiterer Atmosphäre freuen.

Die durch Verzehr erzielten freiwilligen Spenden und Veranstaltungserlöse fließen in den Pfarrheim-Sanierungstopf, dessen Fütterung durchaus weiterhin Sinn macht. Das Projekt «Unser Pfarrheim braucht Hilfe», mit einem zu veranschlagenden Gesamt-Investitionsvolumen von rund 50 000 Euro ausgestattet, wurde in enger Kooperation der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Lucia und dem «Förderverein Pfarrheim Eicherscheid» vollendet.

Die technische Objektleitung oblag dem Fördervereins-Vorsitzenden Wilfried Huppertz. Er beschreibt die anspruchsvollen erbrachten Leistungen: «Die Sanierung des Fußbodens wie der Außenfassade wurden in Regie der Katholischen Kirchengemeinde ausgeführt. Diese beiden dringend notwendigen Erneuerungsabschnitte förderte das Bistum mit einem Zuschuss in Höhe von 40 Prozent.»

Architekt Huppertz umschreibt das durch den Förderverein und in Eigenengagement der Pfarrangehörigen absolvierte Aufgabenpensum in mehreren Stufen: «In nur fünf Wochen konnte die energetische Sanierung in Partnerschaft von Förderverein, Pfarrangehörigen, T rommlerkorps und Musikverein vollendet werden. Ihre Tätigkeiten umfasste Dämmung des Daches und den Innenanstrich. Außerdem wurden im Zuge der Fußbodenertüchtigung die Rohre für die Fußboden-Heizungsanlage verlegt. Die Kosten hierfür brachte der Förderverein noch aus eigenen Mitteln auf.»

Um jedoch die neu installierte Fußbodenheizung an das übrige Wärme-Energiesystem des Gebäudes anzuschließen, kündigt der Vorsitzende an, müssten zuvor noch diverse technische Änderungen vorgenommen werden. «Es wäre schön», so Huppertz, «wenn noch die eine oder andere Spende dazu beitrüge, durch rationelle Installationen weitere Heizkosten zu sparen».

Der Projektleiter erwähnt, bis zur Eröffnung des Lucia-Marktes dürften an die 600 freiwillige Arbeitsstunden der unermüdlichen Helfer erfüllt worden sein. Dieses positive gemeinnützige Beispiel werde von der Aktion «RWE vor Ort» mit einem Materialkostenzuschuss in Höhe von 2000 Euro belohnt.

Bernd Maaßen gehört - als Vertreter von Simmeraths GdG-Oberhaupt, Pfarrer Michael Stoffels, dem Kirchenvorstand Sankt Lucia an. Er ist erleichtert, «weil wir dank vollbrachter energetischer Sanierung des Hauses unsere zuvor enorm hohen Energiekosten drastisch senken können. Sie belaufen sich zurzeit auf jährlich 5000 Euro für Heizöl. Aufgrund sachkundig angebrachter Deckenisolierung erreichen wir fast Werte und Standards eines Niedrigenergie-Gebäudes. Diese Aktion geht übrigens auf eine Initiative unseres Fördervereins zurück und war keine Sache des Bistums».

Maaßen anerkennt das vereinte Schaffen der tatkräftig an der guten Mission beteiligten «Dorfhandwerker, des gesamten Ortskartells, unserer Senioren, des Konsumteams inklusive Bäckerei, nicht zuletzt auch des Pfarrheim-Hausmeistehepaares Arno und Erika Hüpgens».








Hahnenkirmes: Eicherscheid zeigt Flagge

Hoch lebe die Eescher Kermes, vivat Hahnenkönig Michael! Mit einer beispielhaften Angebotsvielfalt für Aktive so wie Hinguckern für das Publikum setzte am Montag die Eicherscheider Vereinsgemeinschaft ihre Sommerkirmes fort, sie wurde diesmal vom Musikverein «Eifelklänge» organisiert - mit einem Programm bis dato nie gekannter Reichhaltigkeit. «Eicherscheid feiert als einziges Nordeifeldorf seine Sommerkirmes mit gleich zwei heiligen Messen», wunderten sich Gäste aus einem Nachbarort.

In der Tat: Nach kirchlichem Auftakt am Samstag und neuerlichem Gottesdienst Montagvormittag mit Kranzniederlegung für alle Lebenden und Verstorbenen am Ehrenmal folgte ein zünftiger Frühschoppen in allen Ortsgaststätten.

Danach setze sich ein bunter Kirmeszug vom Biwak «A Lennertsches» mit dem Ziel königliche Residenz von Michael und Marion Stollenwerk (wir berichteten) in Bewegung.

Und immer, wenn die Eicherscheider ihrem gekürten Hahnenherrscher die Aufwartung machen, zeigen alle Dorfvereine «wie ein Mann» Flagge, ob es stürmt oder in Strömen gießt. An der Spitze eine Delegation des Reit- und Fahrvereins, die Landfrauen, die Feuerwehr, die Trommler und Pfeifer, die «Eifelklänge»-Musikanten. Nicht zuletzt auch die muntere Kinder-Rollerstaffel des SV Germania.

Zum fröhlichen Umtrunk bei «den Hahnenkönigs» an deren Sitz in der Bachstraße ließen sich die Untertanen nicht zweimal bitten. Da mochten dicke schwarze Regenwolken fast die Köpfe der Gruppen im Festzug berühren.





A mords Gaudi

Am Samstag, 17. September, wird in der Tenne in Eicherscheid die zweite Wies´n-Gaudi eröffnet. Die erste Maß Bier wird um 18 Uhr von Bürgermeister Karl Heinz Hermanns (Original Münchner Wies´n Bier) gezapft.

Ab 18 Uhr bis 21 Uhr sorgen die Konzener Blasmusik und die Roetgener Blasmusik für die musikalische Unterhaltung. Gegen 18.30 Uhr wird dann die Schuhplattler und Gauditanzgruppe mit stimmungsgeladenen Tänzen, original bayrischen und Tiroler Schuhplattler, Hutwechsler, Reitwinkler, Holzhacker, der Windmühle, der Wippe und dem Arschtreter mächtig viel Gaudi machen.

Ab 21 Uhr bis tief in die Nacht werden dann «Die Jungen Zellberger» aus dem schönen Zillertal in Österreich die Wies´n mit Liedern von DJ Ötzi, den Schürzenjägern, Wolfgang Petry etc. einheizen. Und «Ein Prosit auf die Gemütlichkeit» wird es natürlich immer wieder geben.

Die Brüder Josef, Andreas und Markus Rahm stehen schon seit vielen Jahren auf der Bühne. Die Erfolgsgeschichte nahm 1998 ihren Anfang. Der erste Fernsehauftritt bei der volkstümlichen Hitparade im ZDF war der Startschuss für eine Bilderbuchkarriere, als von Caroline Reiber eine persönliche Einladung zu ihrer Sendung ins Haus kam.

Auf Anhieb wählten die Zuschauer die drei Senkrechtstarter auf den ersten Platz. Noch im selben Jahr wurde das Trio auch zum Sieger der österreichischen Hitparade im ORF mit Wolfram Pichler gekürt. Mit der Komposition «Mia sein mia, mia sein Tiroler» qualifizierten sie sich für den Grand Prix der volkstümlichen Musik mit den zweiten Platz bei der nationalen Wertung und nahmen somit auch am internationalen Wettbewerb teil.

Neben Auftritten im Musikantenstadl mit Karl Moik waren die sympathischen Burschen auch schon in der ARD-Wunschbox zu Gast. Mir ihrem Gassenhauer «Joana» waren sie im letzten Jahr in der beliebten ARD-Sendung «Immer wieder sonntags» mit Stefan Mross zu sehen.

Damen im Dirndl

Gegen 21.30 Uhr wird dann die Fauth-Dance-Company in ihren bayrischen Dirndl in Eicherscheid ihr erstes Gastspiel geben. Die bildhübschen jungen Damen tanzen nicht nur, sondern singen auch einige Titel selbst mit und sorgen so für den richtigen Schwung.

Im Laufe der Jahre haben sich die attraktiven Damen unter anderem auch bei Auftritten im WDR einen Namen gemacht. Sie sind aus dem Kölschen Jubel und Trubel nicht mehr wegzudenken und Stimmungsgarant mit hohem Unterhaltungswert, wovon sich jeder selbst ein Bild machen kann.





Düstere Spukgestalten trieben ihr Unwesen

Zwischen Himmel und Erde gibt es Dinge, die man mit dem Verstand nicht erklären kann, allen Erkenntnissen und Hilfsmitteln moderner Wissenschaft zum Trotz: die Gründungsgeschichte von Eicherscheid.

So schildert Ulrich Förster aus der Autorengemeinschaft des 1995 von der Eicherscheider Eifelvereins-Ortsgruppe herausgegebenen Buches «Ein Eifeldorf erinnert sich» im Kapitel «Alte Geschichten» eine
ganze Reihe seltsamer, teils wahrer Begebenheiten, Sagen, Märchen oder auch Legenden und Mysterien, die Eifeler Großmütter von ihren Ahnen noch wussten, in den Köpfen ihrer Enkel aber meist in Vergessenheit gerieten.

Försters Eicherscheider Landsmann Erich Offermann tut etwas gegen das Vergessen von Lebensbedingungen, Sitten und Bräuchen unserer Vorfahren. Er sammelt akribisch Wissenswertes über vergangenes wie aktuelles Zeitgeschehen seines Heimatortes.

Sein Archiv im Hause Zum Belgenbach umfasst bereits zehn proppenvolle Großbände und wächst ständig. «1960 fing ich an, Informationen, Dokumente und lokale Zeitungsberichte zusammenzutragen, das rege Eicherscheider Vereinswesen brachte mich auf die Idee», weiß der bald 81-jährige Rentner. Er war 20 Jahre bei der Firma Junker beschäftigt, Waldarbeiter und Nebenerwerbs-Landwirt.

«Blümlein des Vergessens»

Sein Interesse galt immer der Nordeifeler Heimatgeschichte. Oft zieht es den Hobby-Historiker hinaus auf Spurensuche. So folgte er dem ehemaligen Eicherscheider Schulleiter Hermann Althoff auf verschlungenen Pfaden durch die dunklen Wälder und Felsenklüfte des Belgenbachtales.

In der Ausgabe des «Stadt - und Landboten» vom 14. März 1931 widmete der Pädagoge der sagenumwobenen Gründung des Dorfes Eicherscheid und, in Verbindung damit, der Tragödie vom «Blümlein des Vergessens» oder der «Weldehüsjes - Lei» eine ganze Seite geheimnisvoller Geschichte(n), wahrer Erlebnisse oder phantastischer Märchen und Überlieferungen, furchterweckender, unerklärlicher Naturereignisse und Erscheinungen, Dichtung und Wahrheit.

Erstmalig taucht in einer im Jahre 1306 signierten Vertragsurkunde der Grafen von Jülich und Monschau der Name einer Mühle «Eygenscheydt» auf. Bis zur heutigen Schreibweise des Dorfes Eicherscheidt erfuhr die Flurbezeichnung sieben Varianten.

Nahe der einstigen Hinrichtungsstätte «Am Gericht» - ab 1742 wurde dort allerdings kein Todesurteil mehr vollstreckt - entstand die Siedlung Fronrath; sie wurde um 1400 von marodierenden Truppen niedergebrannt und zerstört. Die Überlebenden flohen unter Führung ihres Dorfältesten Kulertz - Matthes in den Oberwald (Richtung Hammer) und errichteten nach Rodung die Siedlung «Eytscheit».

In einem Verhör aus dem Jahre 1550 gab ein dort geborener, «Hens uff Talscheit, ungeferlich 83 iar», zu Protokoll, er und die Seinen bewohnten eine Fläche mit 50 Feuerstellen. Diese Zahl deutet auf rund 200 Personen einer Großsippe hin. Was Kulertz-Matthes und seine Nachbarn nicht ahnten: Mit Bäumefällen und dem Bau von Hütten im Oberwald hatten sie einen mächtigen Zwergenkönig mit kampfeslustigen Wichteln um deren Wohnraum und Existenz gebracht. Die Rache der Gnome war furchtbar. Sie berührten Matthes´ Enkel mit dem Blümlein des Vergessens, so dass er von einem Besuch seiner Liebsten in Huppenbroich nicht mehr nach Eytscheit zurückfand.

Er irrte bis an sein Lebensende durch das Belgenbachtal und hauste in der Weldehüsjes - Lei, einer Höhle im Steilhang. In stürmischen Nächten, berichteten vermeintliche Zeugen, soll der Unglückliche mit Hexen, Kobolden und Beelzebub auf wilder Jagd zwischen Bäumen und an Felsgesträuch entlangsausen. Andere Sagen wollen wissen, ein zänkisches und allzeit gewaltbereites Weiblein sei zur Strafe für seine Untaten mit priesterlicher Hilfe in die Weldehüsjes - Lei gesperrt worden, die deshalb im Volksmund auch «Weldewiffjes-Loch» genannt wird. Spuk und Geister auch auf und rund um die Teufelslei. Hier soll, will es die Mär, der Höllenwürst mit Spießgesellen aus der Unterwelt üble Possen mit Wanderern und Fuhrleuten auf ihrem Weg zwischen Dedenborn und Eicherscheid getrieben haben.

Ebenso gespenstisch anmutend der am Gericht gehenkte Pferdedieb, der vermeintlich am Belgenbach Angst und Schrecken verbreitet. Oder der riesige schwarze Hund mit furchterweckend feurigen Augen und Zähnen wie Dolche. Wer heute an einem schönen Sommertag das Belgenbachtal durchwandert und sich an Gottes herrlicher Eifelnatur erfreut, ahnt nichts davon, dass er laut Hörensagen die Landschaft mit Lebewesen und Geschöpfen aus einer anderen Welt teilt. Wie schrieb doch Ulrich Förster? «Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht erklären kann.» Quelle: www.an-online.de





Franz-Josef Renner erhält Ehrenamtspreis

Für den Ehrenamtspreis der Gemeinde Simmerath wurde in diesem Jahre für den Ort Eicherscheid Franz-Josef Renner vom Ortskartell einstimmig vorgeschlagen.

 

Seit seinem 26. Lebensjahr bis heute und sicher auch weiterhin ist Franz-Josef Renner für die Jugendlichen des Sportvereins Germania Eicherscheid im Einsatz.

 

Er regelt als Jugendleiter seit fast 30 Jahren alle organisatorischen Dinge, die bei der mit ca. 350 Kindern und Jugendlichen großen Jugendabteilung anfallen. Er betreut und trainiert seit 1982 mindestens eine, manchmal auch zwei Jugendmannschaften aller Altersgruppen,  angefangen bei den Bambini bis zu den A-Junioren.

Den Sepp Herberger Preis für vorbildliche Jugendarbeit im Verein wurde seiner Jugendabteilung in den Jahren 1983, 1993 und 1999  zuerkannt. Sicher eine Auszeichnung auf die er und seine Mitarbeiter in der Abteilung stolz sein können.

Unzählige Stunden war und ist er zum Wohle der Jugendlichen unterwegs, man kann von 20 Stunden pro Woche ausgehen, eine Zahl, die sicher nicht zu hoch gegriffen ist.

Das sind dann etwa 1000 Stunden im Jahr, da er die Arbeit nun fast 30 Jahre macht kommt man auf 30.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, das sind dann 1250 Tage oder dreieinhalb Jahre in denen sich Franz-Josef Renner für die Allgemeinheit eingesetzt hat.

Herzlichen Glückwunsch für diese enorme Leistung.





Erster Tag des Ehrenamts in der Gemeinde Simmerath am 3. Dezember 2010

Auszeichnung für Personen, die im sportlichen oder kulturellen Bereich herausragende Leistungen erbracht haben. Von den 14 geehrten erhielten folgende Bürgerinnen und Bürger aus Eicherscheid diese Ehrung:

  • Marianne und Dieter Käfer – 2008 Deutsche Meister Kaninchenzucht in Bremen (Blaue Wiener)
  • Marion Braun (Germania Eicherscheid)
    Deutsche Meisterin im 100 Kilometer–Lauf in der Klasse
    W 50 in Kienbaum
    2010- 1. Platz beim Europacup im Ultramarathon
  • Jan Förster – 2008 2. Platz bei der NRW Meisterschaft im Seifenkistenrennen in der Seniorklasse
  • Lars Förster – 2008 – 3. Platz bei der Deutschen und Europameisterschaft im Seifenkistenrennen
    2010 2. Platz bei der Europameisterschaft im Seifenkistenrennen Klasse Elite XL
  • Hans-Willi Schophoven – 2009 - 1. Platz bei der Rheinischen Meisterschaft der Zweispänner in Rees-Haldern




Ortskartell Eicherscheid mit neuer Führung

Die Führungsmannschaft des Ortskartells im Golddorf Eicherscheid hat sich verändert. Winfried Löhrer und Herbert Kaulard, die Jahre lang die Geschicke des Ortskartells hervorragend geleitet haben, kündigten nach neun Jahren ihren Rücktritt an, so dass auf der letzten Ortskartellsitzung neue Personen gewählt werden mussten.

Sabine Jacobs wurde einstimmig zur Vorsitzenden gewählt, Ludwig Siebertz ebenso einstimmig zum stellvertretenden Ortskartellvorsitzenden. Damit steht in Eicherscheid erstmals eine Frau an der Spitze dieses Koordinierungskreises im Ort, in dem die Vorsitzenden der Ortsvereine zusammentreffen, um Projekte und Veranstaltungen im Ort zu planen und Termine abzugleichen.

Als Dank für ihren Einsatz überreichten die Mitglieder des Ortskartells den scheidenden Vorsitzenden jeweils einen Obstbaum, der sogar im Hebst mit „Blüten“ dekoriert war. Beide hatten sich bei den erfolgreich absolvierten Dorfwettbewerben bis zum Europäischen Dorfernerungspreis sehr intensiv eingebracht, so dass Sie jetzt die Früchte ihrer erfolgreichen Arbeit im übertragenen Sinne ernten können.

Ortsvorsteher Günter Scheidt bedankte sich ebenfalls bei den bisherigen Vorsitzenden für die hervorragende Unterstützung und ihren Einsatz zum Wohle der Eicherscheider Vereine.

Günter Scheidt, Winfried Löhrer, Sabine Jacobs, Herbert Kaulard, Ludwig Siebertz

Das Foto zeigt v.l. OV Günter Scheidt, Winfried Löhrer, Sabine Jacobs, Herbert Kaulard, Ludwig Siebertz




Europäischer Dorferneuerungspreis 2010

Am Freitag, dem 24. September 2010, fand die offizielle Preisverleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises in Taufers, Südtirol/Italien statt. Eine Gruppe von Eicherscheidern reiste, in Begleitung von stellv. Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck, Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, Ortsvorsteher Günter Scheidt sowie Ortskartellvorsitzender Winfried Löhrer, nach Südtirol um dort den Europäischen Dorferneuerungspreis zu empfangen.

Nach der Goldmedaille 2007 im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hat Eicherscheid in diesem Jahr erfolgreich das Land Nordrhein-Westfalen vertreten beim europaweiten Wettbewerb, der von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung mit Sitz in Wien ausgerichtet wird. Unter dem Motto "Neue Energie für ein starkes Miteinander" - im wörtlichen und übertragenen Sinne - wurde Eicherscheid im Juni als eines von insgesamt 30 Dörfern aus 11 Ländern durch eine international besetzte Bewertungskommission bereist und bewertet.

Eicherscheid erhielt den "Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität" und kann sich damit als Vize-Europameister 2010 bezeichnen.

Die Jury würdigt das Engagement in Eicherscheid in der Begründung der Wertung wie folgt: "Eicherscheid zeichnet sich durch die bürgerschaftliche Erarbeitung und konsequente Realisierung eines ganzheitlichen und nachhaltigen Zukunftskonzeptes von beispielhafter Qualität aus. Besonders nennenswert sind die Pflege, Revitalisierung und schonende Modernisierung des bestehenden baulichen und kulturellen Erbes sowie die ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorfgemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen. Hervorzuheben sind nicht zuletzt auch die fachgerechte Pflege der einzigartigen, von Hecken geprägten Kulturlandschaft und der vorbildhafte soziale Zusammenhalt".
Quelle: www.simmerath.de



Jubel beim Vize-Europasieger

Sand in Taufers/Eicherscheid. Ein Nordeifelort überzeugt in Südtirol als Sympathieträger, authentischer Botschafter seiner Heimat und ist aufgrund herausragender Qualität seiner infrastrukturellen, sozialen und ökologischen Leistungen und seines gemeinnützigen Schaffens durchaus befähigt, erfolgreich in der Europaliga zu spielen.

Dies ist das Ergebnis eines fair und freundschaftlich ausgetragenen, wenngleich knisternd spannenden, internationalen Wettbewerbs. Er stand unter dem Leitsatz «Neue Energie für ein starkes Miteinander» und wurde von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung in Wien ausgeschrieben.

Dem Motto entsprechend, standen Themen wie schonender Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, die Förderung umweltfreundlicher Rohstoffe, Techniken und erneuerbarer Energiequellen zur Erzeugung von Elektrizität, Gas oder Wassergewinnung im Vordergrund.

Auch die Kapitel Recycling und Wiederaufbereitung bereits im Primär- Nutzungskreislauf verbrauchter Wirtschaftsgüter spielten tragende Rollen im Veranstaltungskonzept. Die Bedingungen für die angetretenen Wettbewerber? Höchst anspruchsvoll!

Hauchdünne Entscheidung

Ein 30-köpfiges Teilnehmerfeld hatte seine Bewerbung um den begehrten Dorferneuerungspreis eingereicht. Voraussetzung für die Nominierung zur hochkarätig besetzten kommunalen Runde war zuvor die Erreichung der Goldmedaille in den jeweiligen Heimatländern.

In der Begegnung mit qualifizierten Vertretern aus elf europäischen Ländern und Regionen positionierte sich bei der Endausscheidung und Siegerehrung in der Südtiroler Marktgemeinde Sand in Taufers, nahe Bruneck im italienisch-österreichischen Grenzgebiet gelegen, Eicherscheid im ersten Drittel und damit ganz vorn auf einem Spitzenplatz unter allen Kandidaten. Hauptpreisträger wurde die österreichische Kommune Langeneck, Bregenzer Wald/Vorarlberger Land.

Eine 19-köpfige Expertenjury hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, die «Besten unter den Guten», so die einhellige Expertenmeinung, zu küren. «Bis zuletzt», hatte Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheid aus dem Zirkel der Punktrichter erfahren, «kamen wir durchaus für Rang Eins in Frage. Die Punktedifferenz zwischen Sieg und Platz war hauchdünn.»

Dann wurde eine mehr als ehrenvolle Platzierung im vorderen Klassement der Anwärter daraus, und für die knapp 40-köpfige mitgereiste Eicherscheider Delegation kannte der Jubel während der Siegerehrung kein Ende. In den Reihen der einheitlich in Polohemden mit Golddorffarben Schwarz-Gelb gekleideten Eicherscheider Bürger waren neben deren Ortsvorsteher Günter Scheidt auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Ortskartellvorsitzender Winfried Löhrer präsent; die Farben der Städteregion vertrat Hans-Josef Hilsenbeck.

Bürgermeister Hermanns´ Eindruck nach Bekanntgabe der Ergebnisse: «Wenn man gesehen hat, welche Dorf- und Lebensqualität Sand in Taufers als Europasieger 2008 vorzuweisen hat, kann man die Leistung von Eicherscheid als Vize-Europameister 2010 nicht hoch genug bewerten.»

Wie knapp die benoteten Aspiranten im Schlussspurt beisammen lagen, zeigt, dass kein einziges Teilnehmerteam sich mit dem Prädikat «Lobende Anerkennung» begnügen musste; alle gemeldeten Equipen nahmen, wie Eicherscheid, in der Gruppe der ersten Zwölf das Gesamturteil «Herausragend», oder auf den Rängen 13 bis 30 festgestellte «besondere Leistungen» in mehreren oder einzelnen lokalen Bereichen mit nach Hause.

Das stärkste Kontingent stellten mit elf Anwärtern die Deutschen, gefolgt von sechs österreichischen Teams. Die übrigen Vorzeigeorte bzw. -Kreise sind von Luxemburg bis Polen, von den Niederlanden bis Ungarn, Tschechien und Slowakei angesiedelt.

Überaus positiv und mit Bewunderung wurde auch das 250-Seelen-Örtchen Lommersweiler (Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens) aufgenommen. Der malerische Flecken vor den Toren Sankt Viths brachte sage und schreibe 150 treue Anhänger mit an den Rand des vielbesungenen Pustertals.

Die viertägigen offiziellen Feierlichkeiten zur Verleihung des Dorferneuerungspreises wurden von einem erstklassigen Rahmenprogramm begleitet. Die 5000 Einwohner zählende Wintersport- und Erholungsgemeine Sand in Taufers bot den Wettbewerbsequipen und deren Begleittrossen ein farbenprächtiges Bild «Klein-Europas», wie es im konstruktiven Miteinander der Nationalitäten und Landsmannschaften heiter-optimaler nicht hätte gezeichnet werden können.

Nach einem Empfang der Gäste durch die Veranstaltergemeinschaft in der Sporthalle stand der Donnerstag im Zeichen eines schillernden Festzuges durch den Austragungsort. Mehr als tausend Teilnehmer in Tracht, Kostüm oder Uniform, 30 Fußgruppen, Wagen und Pferdegespanne machten sich auf den Weg. Anschließend herrschte fröhlicher Festbetrieb inmitten der quirligen Völkerfamilie.

Mit Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises erlebte der Freitag den absoluten Höhepunkt der gehaltvoll-geselligen Veranstaltungsfolge. Die Sporthalle war mit mehr als 1300 Besuchern rappelvoll. Musik, Folklore, eine Ausstellung mit Selbstdarstellung aller 30 Wettbewerber, eine informative Multivisionsschau, Tanz und gute Unterhaltung. Der Abend fand mit einem freundschaftlich orientierten «Fest der Begegnung» seinen Höhepunkt.

Alle Festredner freuten sich über die hervorragenden Wettbewerbsergebnisse und betonten, der aus kleinsten Anfängen gestartete Wettbewerb feiere nun «Silberhochzeit», werde unter seinem Wahrzeichen, einem stilisierten Hahnenkopf , seit 25 Jahren und jetzt zum elften Mal inszeniert. Die Redner bezeichneten die Preisverleihung als «Fest für Menschen, die Besonderes leisteten, nachhaltig Engagement und Kreativität demonstrierten». Nun trage deren Saat reiche Früchte.

Europa wachse sichtlich und unaufhaltsam zusammen; der Dorf- Erneuerungswettbewerb sei ein sichtbares Zeichen dafür. Eine intakte Dorfgemeinschaft bilde die Keimzelle eines neuen Zeitalters, verbesserter Infrastruktur und Kultur. Der ländliche Raum bilde zugleich ein Ausgleichsrefugium für die Stadtregion und komme so auch deren Bürgen zugute. Eicherscheid darf zur kommenden Qualifikation übrigens nicht starten.
Quelle: an-online.de



Ein gewinnendes Dorf

Unterwegs zu Rekorden: Eicherscheid kassiert einen Preis nach dem anderen

Von Petra Pluwatsch
Eicherscheid. Ein paar Flaschen Kräuterschnaps, den man hierzulande Els nennt, werden mitreisen zur Preisverleihung nach Südtirol. Dazu dunkles Brot aus der Eifel und ein paar regionale landwirtschaftliche Produkte. Denn das Dorf Eicherscheid bei Simmerath (am Rande des Nationalparks Eifel) hat den zweiten Platz gemacht im „11. Europäischen Dorferneuerungspreis“ – und wird am Freitag in Sand in Taufers dafür eine Urkunde bekommen. Rund 40 Mann werden zur Preisverleihung ins italienische Ahrntal fahren. Karl-Heinz Hermanns, der Bürgermeister von Simmerath, wird dabei sein. Hans Josef Hilsenbeck, erster stellvertretender Städteregionsrat. Und natürlich Günter Scheidt, der Ortsvorsteher von Eicherscheid, der dem Ganzen mit einer gewissen Gelassenheit entgegensieht. Dreimal hat Eicherscheid bereits Gold geholt im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. 2007 gab es Gold im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Und nun also der erste (Vize-)Sieg auf Euro-Ebene, an dem sich 30 Ortschaften beteiligten. Besser schnitt nur noch das Siegerdorf Langenegg in Vorarlberg ab.

„Wir sind mittlerweile ein bisschen an das Gewinnen gewöhnt“, sagt Scheidt, der in Eicherscheid geboren wurde und nach dem Studium dorthin zurückkehrte. Er lächelt mit verhaltenem Stolz. Im Schankraum von „der Gerdi“ – im Hotel „Haus Gertrud“ – einer von zwei Kneipen vor Ort, sitzt man zusammen. Der kalte Wind eines frühen Herbstes fegt durch die blitzsauberen Straßen des hochgelegenen Ortes.

Bürgersteige gibt es nicht in dem 1200-Seelen-Dorf, das bei der Jury der „europäischen Arge Landentwicklung und Dorferneuerung“ mit seinen meterhohen Buchenhecken und den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern punktete. Dafür viele ruhige Straßen, durch die nur selten Autos fahren, breite Rasenflächen vor und hinter den Häusern, knarzige Wegekreuze und alte Bäume, die zu Naturdenkmälern erklärt wurden. Die Arbeitslosenquote liegt unter vier Prozent; „nahkauf“, der einzige Supermarkt, wird von einer ortsansässigen Genossenschaft betrieben. 200 Dorfbewohner gehören ihr an, die Anzahl der Anteile, die jedes Mitglied besitzen darf, ist auf zehn beschränkt. Ohne das Engagement der Bürger von Eicherscheid hätte der kleine Laden längst schließen müssen. „Ohne Eigeninitiative ginge bei uns gar nichts“, bestätigt der Architekt Wilfried Huppertz, den der Bürgermeister als einen „engagierten Bürger“ vorstellt. Der neue Sportplatz – komplett selbst gebaut. „Wir haben uns Bagger und eine Walze gemietet“, sagt Huppertz. Die „Tenne“ – in der am vergangenen Wochenende im rot-weiß dekorierten Festsaal die traditionelle „Wiesngaudi“ mit 1000 Besuchern anstand – „in 22 000 Stunden Eigenleistung“ hochgezogen. An den Samstagen packten bis zu 30 Leute mit an, nach acht Wochen stand der Rohbau.

„Hier gelten noch die traditionellen Werte“, sagt Huppertz, der aus einem Nachbarort stammt, in den er nicht mehr zurückziehen möchte. „Man packt gemeinsam an, denn jeder will, dass unser Dorf schön aussieht.“ 1400 Mitgliedschaften verzeichnen die Vereine in dem 1200 Einwohner zählenden Ort. Und so wundert es nicht, dass die Jury vor allem die Zusammenarbeit der Bürgerschaft sowie „die ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorfgemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen“ lobte.

Auch Eicherscheids einziges Museum, das „Bauernmuseum“, verdankt seine Existenz einer eher privaten Leidenschaft seiner Betreiber. Anneliese Arnulds „interessierte sich schon immer für alte Sachen“. Erst lagerten die rostigen Bügeleisen, die Nähmaschinen und das angeschlagene Emaillegeschirr auf dem Dachboden. Seit 2003 haben sie und Ehemann Josef die Sammlung alter Gebrauchsgegenstände in einer Scheune neben ihrem Haus untergebracht. Hier schenkt Anneliese Arnulds Besuchern auch schon mal einen selbstgebrannten Els aus. Auf Eicherscheid, wo sie seit 46 Jahren lebt.




Eicherscheid erfolgreich beim europäischen Dorferneuereungswettbewerb

Simmerath-Eicherscheid, Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen beim „Europäischen Dorferneuerungswettbewerb“ hat die erste Wertungskategorie erreicht.

Dies teilte die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung als Organisator des Wettbewerbs am Mittwoch, dem 7. Juli mit. Eicherscheid erhält den „Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität.“

Am diesjährigen Europäischen Dorferneuerungswettbewerb unter dem Motto „Neue Energie für ein starkes Miteinander“ nahmen 30 europäische Dörfer teil. Eicherscheid wurde am 23. Juni 2010 von einer dreiköpfigen Bewertungskommission besucht, wobei die äußeren und inneren Qualitäten des Eifeldorfes bewertet wurden. Dabei präsentierte sich Eicherscheid als lebens- und liebenswertes Eifeldorf mit einer tatkräftigen und intakten Dorfgemeinschaft.

In der Urteilsbegründung vom 7. Juli 2010 schreibt die Jury:

Eicherscheid erfolgreich beim europäischen Dorferneuereungswettbewerb

„Eicherscheid zeichnet sich durch die bu¨rgerschaftliche Erarbeitung und konsequente Realisierung eines ganzheitlichen und nachhaltigen Zukunftskonzeptes von beispielhafter Qualität aus. Besonders nennenswert sind die Pflege, Revitalisierung und schonende Modernisierung des bestehenden baulichen und kulturellen Erbes sowie die ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorfgemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen. Hervorzuheben sind nicht zuletzt auch die fachgerechte Pflege der einzigartigen, von Hecken geprägten Kulturlandschaft und der vorbildhafte soziale Zusammenhalt.“

Die Preisverleihung, zu der sicherlich auch eine Eicherscheider Delegation fahren wird, findet am 24. September in Sand im Taufers in Südtirol statt.

Die StädteRegion gratuliert herzlich zu diesem großen Erfolg und ist stolz auf die aktive Eicherscheider Dorfgemeinschaft!







Die Entscheidung ist gefallen!

Der 11. Europäische Dorferneuerungspreis geht nach Vorarlberg!

Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vergibt heuer zum 11. Mal den Europäischen Dorferneuerungspreis – 30 Länder bzw. Regionen waren mit jeweils einem Projekt vertreten und schickten ihre besten Dörfer und Gemeinden ins Rennen: Sieger : die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 ist entschieden: Eine hochrangige, internationale und interdisziplinär zusammengestellte Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung im tschechischen Boretice die Gemeinde Langenegg, Vorarlberg, Österreich, zum Sieger gekürt. „Damit wird ein Projekt ausgezeichnet, dass dem Wettbewerbsmotto ,Neue Energie für ein starkes Miteinander’ auf überzeugende und mehrfache Weise gerecht wird und mit einer ganzheitlichen, nachhaltigen Entwicklung von herausragender Qualität besticht“, freute sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Landeshauptmann Erwin Pröll, Niederösterreich, in einer ersten Reaktion.

Langenegg – eine Gemeinde mit Energie

Die Bregenzerwäldergemeinde Langenegg mit ihren 1062 EinwohnerInnen startete ihren beispielhaften Entwicklungsprozess Mitte der 1990er Jahre zunächst mit dem Ziel, die Lebensqualität in der eigenen Gemeinde deutlich zu verbessern, um der drohenden Abwanderung und dem Verlust von Dienstleistungseinrichtungen und Arbeitsplätzen entgegenzuwirken. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis Österreich nur wenige Jahre später wurden auch der Klimaschutz und das Energiesparen wichtige Bestandteile der Aktivitäten von Gemeinde und BürgerInnenn und ziehen sich bis heute wie ein roter Faden durch die vielfältigen Projekte. Der hohe Grad der Vernetzung der einzelnen Maßnahmen, die unter der Prämisse stehen, einen möglichst hohen Nutzen für möglichst viele Langenegger BürgerInnen zu generieren, führte zu einem die Wettbewerbskommission im höchsten Maße beeindruckenden Ergebnis. Unter Einbindung der Bevölkerung erarbeitet die Gemeinde zusammen mit der Universität Innsbruck und der FH Liechtenstein ein umfassendes Entwicklungskonzept. Initialprojekt war der gemeinsame Entschluss zur Sanierung eines geschichtsträchtigen, leer stehenden Gebäudes mitten im Ortszentrum. Parallel dazu gelang es der neu gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft, im nunmehr vorbildlich sanierten Objekt wichtige Dienstleistungsfunktionen wie Arzt, Apotheke und Friseur sowie drei Wohneinheiten zu etablieren – ein wichtiger erster Schritt zu mehr Lebensqualität und Identität im Ort. Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, A-1010 Wien, Bartensteingasse 4/16; Tel.: +43 1 533 84 01; E-Mail: friewald@landentwicklung.org; www.landentwicklung.org ZVR-Zahl: 967401264

Daneben wurden zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, um eine effiziente Nutzung von Energie unter Einsatz erneuerbarer Energieträger zu etablieren. Die Nutzung der heimischen Weißtanne als Baumaterial für zahlreiche private und kommunale Bauprojekte trägt nicht nur zur Stärkung kleinräumiger Wirtschaftskreisläufe bei, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum ökologischen Bauen. Die hohe Qualität der Architektur wird niemals allein zum Selbstzweck, sondern beinhaltet in Langenegg immer auch die soziale und wirtschaftliche Komponente.

Biogasanlagen, Hackschnitzelheizanlagen und eine Vielzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen, deren Errichtung von der Gemeinde gefördert wurde, machen Langenegg zu einem Vorreiter in Sachen Energieautarkie. Die Energie aller Bevölkerungsgruppen – auch der Menschen mit besonderen Bedürfnissen –, die sich in zahlreichen Aktivitäten manifestiert, leistet einen großartigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ideenfindung und zur Umsetzung einer Fülle an Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen wie etwa: Einbindung der „Langenegger Lebenshilfe Werkstätte“ in das Wirtschaftsleben, die im „Postlädle“ die Postdienste übernimmt und kunsthandwerkliche Produkte aus der Werkstätte verkauft; die Vorderwälder Mitfahrbörse; die „Langenegger Talente“ – eine Ersatzwährung, die dazu beiträgt, das Geld in der Gemeinde zu halten; ein gemeindeeigenes Carsharing-Auto; ausleihbare Jahreskarten für den Verkehrsverbund Vorarlberg sowie ein umfassendes Sozialkonzept für junge, alte und bedürftige MitbürgerInnen, um nur einige zu nennen.

Wettbewerbsprojekte von höchster Qualität

„Neue Energie für ein starkes Miteinander“, so das Motto des Wettbewerbs um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010, haben neben Langenegg auch alle anderen der insgesamt 30 Teilnehmer aus ebenso vielen europäischen Ländern bzw. Regionen bewiesen. Unter vielen guten Projekten wurden die zwölf Besten, die mit zu den Sieganwärtern gezählt hatten, mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet. 13 Teilnehmer dürfen sich über einen „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung“ freuen. Mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ wurden vier Teilnehmer bedacht. Aufgrund der hohen Qualität der Wettbewerbsprojekte wurde diesmal keine „Lobende Anerkennung besonderer Leistungen“ (siehe Anlage) vergeben. Die Preisverleihung erfolgt am 24. September 2010 in Sand in Taufers, Südtirol, Italien, dem Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008.

Weitere Informationen:
Bewertung der Teilnehmer
Bewertung der Teilnehmer (Kurztexte)



Eicherscheid international im Blickpunkt

Eicherscheid. Für Eicherscheid geht es mal wieder um hohe Ehren: Der in zahlreichen Dorfwettbewerben erprobte Ort möchte nun auch in der Champions League der Dörfer mitspielen. Im Rahmen des 11. Europäischen Dorferneuerungspreises 2010 findet die Bereisung des Ortes durch die internationale Jury am Mittwoch, 23. Juni, statt.

Die Kommission wird rund vier Stunden lang den Ort bereisen. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr in Eicherscheid am Pfarrheim.

Eicherscheid international im Blickpunkt

Eicherscheid vertritt als einziger Ort das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2010, der von der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung mit Sitz in Wien ausgerichtet wird. 

Eine international besetzte Bewertungskommission wird das Eifeldorf besuchen und neben der äußeren Erscheinung vor allem auf die inneren Werte achten. Hierbei geht es insbesondere um die wirtschaftliche Entwicklung, die Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, die Auseinandersetzung mit Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie kulturelle Initiativen. 

Nachhaltige Konzepte, die von der Dorfbevölkerung getragen werden und in regionale Kooperationen eingebunden sind, stehen im Fokus der Jury. Die Kinder des Kindergartens verkaufen ab 11.30 Uhr selbst gemachte Marmelade im Konsum, von 12.45 bis 13.30 Uhr wird die Bewertungskommission in der Tenne, wo es eine Ausstellung mit Filmdokumentationen stattfindet, verabschiedet. 

Nach der Goldmedaille 2007 im Bundeswettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft», präsentiert sich Eicherscheid, das zudem dreimal Gold auf Landesebene errang, nun auf europäischer Ebene unter dem Motto «Neue Energie für ein starkes Miteinander». 

Die international besetzte Kommission wird unter anderem von Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, Dr. Michael Schaloske, vom NRW-Umweltministerium und Günter Schumacher, dem Vorsitzenden des Naturpark Nordeifel, begleitet.

Der Europäische Dorferneuerungspreis wird seit 1990 im Zweijahresrhythmus durchgeführt. Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, besonders herausragende und beispielhafte Aktivitäten und Initiativen im Bereich der Landentwicklung und Dorferneuerung hervorzuheben und zu einer nachhaltigen Stärkung der Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume beizutragen.

Das diesjährige Motto «Neue Energie für ein starkes Miteinander» spricht jene Dörfer an, in denen mit Neuer Energie - im wörtlichen wie im übertragenen Sinn - ans Werk gegangen wird, um die ökologische Qualität und den sozialen Zusammenhalt maßgeblich zu stärken. 

Unter dem eigenen Motto «Wir in Eicherscheid - Neue Energie für ein starkes Miteinander» präsentieren wollen die Bewohner des Eifeldorfs mit viel Engagement, Herzblut und Stolz ihre lebens- und liebenswerte Heimat präsentieren

In die Waagschale wirft Eicherscheid den Erhalt und die Pflege der charakteristischen und einzigartigen Eicherscheider Heckenlandschaft, die energetische Verwertung des in Massen anfallenden Heckenschnittguts im Biomasse-Heizkraftwerk in Simmerath, vorbildliche Jugendarbeit in zahlreichen Vereinen und ein intensives, generationenübergreifendes Vereinsleben (es gibt im 1281 Einwohner zählenden Eicherscheid 2476 Vereinsmitgliedschaften).

Das aktive Miteinander dokumentiert sich auch in der wiederholten, erfolgreichen Teilnahme an Dorfwettbewerben und Dorfwerkstätten. Seit über 40 Jahren (erstmalig 1969) nimmt Eicherscheid regelmäßig am Wettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» teil.

Quelle: an-online.de


Golddorf Eicherscheid erwartet 1000 Wanderer

Eicherscheid. Zu ihrem großen Familienwandertag lädt die Städteregion Aachen am Sonntag, 20. Juni, alle Wanderfreunde ein. In diesem Jahr verlaufen die Wanderstrecken rund um das Bundesgolddorf Eicherscheid. Start und Ziel befinden sich an der Förderschule Nordeifel in der Bachstraße.

Ausrichter des Wandertages ist der Sportverein Germania Eicherscheid. Die Teilnehmer können zwischen drei unterschiedlich langen Rundstrecken auswählen, die entsprechend farblich ausgeschildert sind. Wer ausgiebig Landschaft und Natur erkunden möchte, der sollte sich für die große Strecke von rund 23 Kilometern Länge entscheiden.

Eifelverein Eicherscheid - Familienwandertag

«Besonderes Erlebnis»

Etwa 15 Kilometer lang ist die mittlere Distanz, die durch herrliche Mischwälder auch entlang der Rur führt. Die kleine Route beträgt rund sechs Kilometer. Mit der Wanderung kann in der Zeit von 8 bis 11 Uhr begonnen werden. «Der Wandertag ist für mich immer ein besonderes Erlebnis», freut sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg auf seinen «Ausflug» nach Eicherscheid. Er wird selbstverständlich die Wanderschuhe schnüren und gegen 10 Uhr losmarschieren.

Ein Startgeld wird nicht erhoben. Auch eine Voranmeldung ist grundsätzlich nicht erforderlich. Nur Gruppen und Vereine mit mehr als zehn Aktiven sollten sich bis Donnerstag, 17. Juni, bei der Pressestelle der Städteregion Aachen in der Zollernstraße 10, 52070 Aachen, unter der E-Mail-Adresse pressestelle@staedteregion-aachen.de anmelden. Für die drei größten Wandergruppen hat Volkslaufwart Karl-Heinz Plum aus Simmerath Siegerpokale gestiftet.

Wandertaler

Alle Teilnehmer erhalten kostenfrei einen «Wandertaler», der an den 31. Wandertag in Eicherscheid erinnert und zugleich Motivation für den Wandertag 2011 sein soll.

Rund 50 Helferinnen und Helfer von Germania Eicherscheid sind im Einsatz, um die Veranstaltung abzuwickeln. Auf der Strecke gibt es einige Teeausgabestellen. An der Förderschule, wo alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen, baut Germania Eicherscheid zudem eine Cafeteria auf. Natürlich wird auch für das leibliche Wohl in Form von Erbsensuppe, Grillwaren und Getränken gesorgt.

Veranstalter und Ausrichter rechnen für den 31. Wandertag mit mehr als 1000 Teilnehmern, die den rund 1280 Einwohner zählenden Ort Eicherscheid in eine Wanderoase verwandeln werden.


Quelle: an-online.de


Eicherscheid: Mit Luftballons in die Champions League

Eicherscheid. Ob die rund 30 Luftballons, die von der Eicherscheider Tenne aus in den blauen Winterhimmel aufstiegen, ihr Ziel Wien tatsächlich erreichen, ist höchst fraglich, aber als äußeres Zeichen dafür, dass Eicherscheid nun auch in höhere Gefilde aufsteigen möchte, war die kleine Aktion aber ein durchaus passendes Signal.

Die gelben Ballons mit einem «Eifel-e» bildeten den symbolischen Abschluss eines langen und intensiven Verfahrens zur Teilnahme Eicherscheids für den Europäischen Dorferneuerungspreis. Nachdem Eicherscheid im Bundeswettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» im Jahr 2007 die Goldmedaille errungen hatte, fühlte man sich stark genug, um jetzt auch in der Champions League an den Start zu gehen. Ortsvorsteher Günter Scheidt und sein Team nahmen die Herausforderung gerne an: «Die Goldmedaille hat bei uns soviel Energie freigesetzt, dass wir uns fit für Europa fühlten».

Zum Abschluss des Bewerbungsverfahrens kamen die Beteiligten und einige Bürger jetzt noch einmal in der Tenne zusammen, um das 34 Seiten umfassende Bewerbungsschreiben, gemeinsamen mit einer umfangreichen Präsentation und Informationsmaterial nach Wien zu schicken.

Ortskartellvorsitzender Winfried Löhrer hat umfangreiches Bildmaterial über seinen Heimatort zusammengetragen, Karten, Pläne und Eckdaten vervollständigen das Werk. Der 8. Februar ist der letzte Abgabetermin für die Unterlagen. Eicherscheid ist das einzige Dorf aus Nordrhein-Westfalen, das am Europa-Wettbewerb teilnimnmt und dafüär volle Unterstützung vom Düsseldorfer Umweltministerium erhalten hat.

Günter Scheidt bilanzierte kurz die Arbeit der zurückliegenden beiden Jahre. 10 Mal habe sich das Planungsteam getroffen, um die Bewerbung vorzubereiten, um dem Motto des Europa-Wettbewerbs «Neue Energie für eine starkes Miteinander» auch gerecht zu werden. Dass Eicherscheid in diesem Punkt vorbildlich aufgestellt ist, unterbaute der Ortsvorsteher mit einigen Zahlen. Über 20 Photovoltaikanlagen und ebenso viele Solarenergieanlagen gibt es inzwischen im Dorf, dazu 13 Erdwärmeanlagen.

Punkten will auch Eicherscheid auch mit dem Rohstoff Holz als Heizmaterial unter dem Gedanken «Neue Energie aus alten Hecken.» Der hervorragende Zusammenhalt im Dorf, und nicht zuletzt rund 30 denkmalgeschützte Häuser sind weitere Besonderheiten, die der Europa-Jury bei ihrer Bereisung im Mai/Juni 2010 bestimmt nicht entgehen werden.


Noch typisch dörfliche Strukturen findet man in Eicherscheid, das exakt 1281 Einwohner zählt. 170 Arbeitsplätze in 95 Klein- und Kleinstbetrieben (davon 95 in Handwerk und Gewerbe und 21 in der Landwirtschaft) gibt es im Dorf selbst. Dennoch liegt die Zahl der Auspendler mit 428 deutlich höher.

Quelle: an-online.de


Dorfwettbewerb: Eicherscheid greift nach dem Europa-Cup

Eicherscheid. Einen Monat nach Weihnachten hatte Eicherscheid zu Wochenbeginn noch einmal Bescherung: Das Bundesgolddorf 2008 erhielt Post von NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg. Der schrieb: «Eicherscheid ist bestens geeignet, dem Anforderungsprofil des Wettbewerbs um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 gerecht zu werden. Ich bitte Sie, unser Land in diesem Wettbewerb zu vertreten.»

Die Antwort aus der Eifel kam postwendend: «Mit großer Freude haben wir Ihr Schreiben erhalten und möchten Ihnen sehr gerne bestätigen, dass wir mit unserem Bundesgolddorf Eicherscheid die Gemeinde Simmerath und natürlich das Land Nordrhein-Westfalen im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 vertreten werden», schrieben Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Ortsvorsteher Günter Scheidt an den Minister.
Dorfwettbewerb: Eicherscheid greift nach dem Europa-Cup

Quelle: az-web.de


Thema «Neue Energie»
In ihrem Antwortschreiben zeigen sich Hermanns und Scheidt zuversichtlich, dass die Landesregierung mit Eicherscheid eine gute Wahl getroffen hat: «Für das in die starke Dorfgemeinschaft gesetzte Vertrauen danken wir herzlich und versichern Ihnen, dass wir die Herausforderung auf europäischer Ebene gerne annehmen. Wir sind fest davon überzeugt, dem Motto des Wettbewerbs entsprechend mit unserem innovativen Konzept zur zukunftsfähigen Ernergienutzung mit Unterstützung unserer engagierten Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Ergebnis für die Ortschaft Eicherscheid, die Gemeinde Simmerath und für das Land Nordrhein-Westfalen im Europäischen Dorferneuerungswettbewerb 2010 erzielen zu können. Wir sind stolz darauf, bei der nachhaltigen Stärkung des ländlichen Raumes im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung mitwirken zu dürfen.»

In Begleitung lokaler und kommunaler Politiker hatten Dr. Michael Schaloske, Referatsleiter im Düsseldorfer Umweltministerium, und Professor Christoph Hebel vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule Aachen im Dezember Eicherscheid besucht und kritisch geprüft, ob dieses denn würdig ist, 2010 als einziger NRW-Kandidat das Bundesland im Europäischen Dorfwettbewerb mit guten Chancen zu vertreten. Ihr schon damals positives Resümee nach dem Dorfrundgang fand jetzt Bestätigung in der Zusage, für NRW in der Europaliga spielen zu dürfen.

Ein lokales Planungsteam hat die Teilnahme des Höhenortes unter den Leitsatz «Neue Energie für ein starkes Miteinander» gestellt. Rund 40 (rund zehn Prozent) Eicherscheider Haushalte nutzen bereits jetzt neue Energien zur Erzeugung von Strom und Wärme - Photovoltaikanlagen, Erdwärmenutzung, Solar-und Luftwärmeanlagen.

Die Kriterien zur erfolgreichen Kandidatur beim Wettbewerb decken sich mit dieser Eicherscheider Strategie. Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung am Gemeinwesen und seinen gesellschaftlich- sozialen Strukturen, Information und zwischenmenschliche Kommunikation, Stärkung umweltgerechter Land- und Forstwirtschaft oder Erhalt der Nahversorgung zur Deckung menschlicher Bedürfnisse etwa sind Bewertungsgesichtspunkte, die beim Europawettbewerb Punkte bringen.

Hilfe von Städteregion und FH

Das örtliche Planungsteam wird von der Städteregion Aachen und einer Moderatorengruppe der FH Aachen mit sachkundigem Rat und tatkräftig unterstützt. Insgesamt werden Meldungen von mehr als 30 europäischen Orten, Regionen, Provinzen oder gar Grafschaften zur Konkurrenz erwartet.

Dabei treten überschaubare Ortschaften oder große Kreise gegeneinander an, wie sie in ihren Lebensbedingungen, Bräuchen und Gewohnheiten kontrastreicher nicht sein können. Erste Ergebnisse werden im Frühsommer erwartet, zur Siegerehrung fahren die besten Preisträger im September nach Südtirol




Eicherscheid/Hammer.
«Dies ist mein letzter Gottesdienst als Pfarrer der Gemeinden Sankt Lucia und Sankt Bartholomäus. Der Abschied fällt mir nicht leicht. Doch meine angeschlagene Gesundheit zwingt mich, in den Ruhestand zu treten. Möge Gott, der meinen bisherigen Lebensweg und pastoralen Dienst, in Gemeinschaft mit den Gläubigen in Eicherscheid und Hammer, segnend leitete, auch künftig schützend über uns alle wachen.» Bewegende Worte zum Lebewohl eines Geistlichen, der bald 15 Jahre in der Nordeifel wirkte.

Der gebürtige Aachener Ernst Schneider kehrt jetzt als Pensionär in seine Heimatstadt zurück, am Sonntag Nachmittag fand der Abschiedsgottesdienst in der Eicherscheider Pfarrkirche statt. Ernst Schneider beging die Eucharistiefeier in Konzelebration mit seinen Amtsbrüdern Regionaldekan Erik Pühringer, Nachfolger Michael Stoffels, Robert Frings, Leo Kerbusch und Winand Stollenwerk.

Der Kirchenchor Sankt Lucia umrahmte, unter der Leitung von Reiner Förster, den Gottesdienst musikalisch. In einer Ansprache betonte der scheidende Priester, seine Amtszeit in Eicherscheid/Hammer bedeute die längste Schaffensperiode an einer Stätte seines bisherigen Berufslebens. Stets habe er sich von den Eifeler Christen «angenommen, getragen und geborgen gefühlt, ich war mit Jesus vor Ort, bei den Menschen».

Er scheide «in großer Sorge um das Gelingen der Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation». Nur mit Hoffnung und Zuversicht auf Gottes Hilfe lasse sich die Zukunft bestehen. Einen tiefen Einschnitt, so Pastor Schneider, bedeute der akute und zunehmende Priestermangel. Die Gläubigen seien aufgerufen, die Kirche vor Ort trotz widriger Umstände und negativem Zeitgeist lebendig zu erhalten, «und das mit stetig mehr Eigenverantwortung».

Gemäß der Lesung aus dem Paulus-Evangelium baten die Messe- Besucher, entsprechend formulierter Gedanken ihres Lektors Rolf Baumgarten, inständig um «Gottes Heil und Segen, auch für unseren künftigen Pastor Michael Stoffels».

Regionaldekan Pühringer verlas einen einfühlsamen Brief des Aachener Bischofs Heinrich Mussinghoff an Pfarrer Schneider. In diesem Schreiben bezeichnete er den von seinen Aufgaben nun entbundenen Geistlichen als «Priester aus Berufung - mit Herzblut am Werk». Stets habe Schneider sein Arbeitspensum mit großer Hingabe und Liebe erfüllt.

Simmeraths Bürgermeister Karl- Heinz Hermanns dankte Schneider für dessen engagiertes Schaffen und äußerte die Hoffnung, dass die gedeihliche Kooperation von Kirchen- und Zivilgemeinde sich auch auf Michael Stoffels übertragen werde, der künftig für sieben Pfarreien Verantwortung trage.

Ortskartellvorsitzender Winfried Löhrer («Wir werden unseren Pastor Schneider sehr vermissen») schenkte dem Ruheständler eine prächtige Farbbroschüre mit den schönsten Bildern seiner bisherigen Heimat. Silvia Carl, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, dankte Schneider für dessen segensreiches Schaffen und lud ihn ein, ab und zu an seiner alten Wirkungsstätte einen Kaffee zu trinken: «Sie sind bei uns jederzeit herzlich willkommen».

Den Kommunionkindern und Messdienern beider Pfarreien blieb es vorbehalten ihrem Pastor mit Blumen für seine Zukunft Glück und Segen zu wünschen, vor allem aber Gesundheit.

Im Pfarrheim hatten die Gottesdienst-Besucher anschließend Gelegenheit, sich von Pfarrer Schneider während eines Empfanges zu verabschieden und seinen Nachfolger Michael Stoffels kennenzulernen.

Quelle: www.an-online.de





Einsegnung des neuen Eicherscheider Feuerwehrfahrzeuges

Am Sonntag, den 17. Mai 09 wurde in Eicherscheid das schon im Vorjahr erwartete Feuerwehrfahrzeug nun auch offiziell an die Eicherscheider Wehr übergeben. Mehr als 32 Jahre hatte das alte Fahrzeug seinen Dienst getan, sicherlich auch deshalb so lange, weil die Eicherscheider Feuerwehrleute es immer sorgsam gepflegt haben. Bürgermeister Hubert Breuer begrüßte bei der Einweihung am Sonntagmorgen Kreisbrandmeister Walter Scholl, Gemeindewehrführer Jürgen Förster, den Beigeordneten Karl-Heinz-Hermanns, das Kreistagsmitglied Hans-Josef Hilsenbeck, Ortsvorsteher Günter Scheidt, Löschgruppenführer Christian Förster und Pastor Ernst Schneider. Letzterer gab dem Fahrzeug den kirchlichen Segen und wünschte ihm allzeit gute Fahrt. Die Dorfbevölkerung wurde anschließend zum Umtrunk sowie zu einem Imbiss eingeladen.

Wehrführer Christian Förster stellt das neue Fahrzeug vor:
Es handelt sich um ein TLF 20/40 (Tanklöschfahrzeug mit einer Pumpenleistung von 2.000 Liter/Min. Es werden 5.000 Liter in einem Tank mitgeführt. Abweichend von der Norm, die eine Besatzung von 3 Mann vorsieht ist dass Fahrzeug mit einer Staffelkabine (6 Mann) ausgestattet. Während der Fahrt kann sich der 1. Trupp (2 Mann) bereits mit Atemschutzgeräten vollständig ausrüsten und so die Rettungszeit deutlich verkürzen. Die Motorleistung beträgt 330 PS, die auch benötigt werden um die 18 Tonnen in der typischen Eifellage zuverlässig bewegen zu können. Eingesetzt wird dieses Fahrzeug neben den normalen Brandeinsätzen in Gebäuden auch zur Wasserversorgung durch Pendelverkehr bei Waldbränden. Darüber hinaus auch als Wasserwerfer (mit 2 mobilen Werfern a 1.200 Liter/Min) bei Großeinsätzen. Zusammen mit dem bereits im Jahre 2001 angeschafften LF10/6 verfügt die Löschgruppe Eicherscheid nun über 2 moderne Löschfahrzeuge für die Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung.



Lucie Kell mit Ehrentafel ausgezeichnet
von Thomas Förster (Quelle: Wochenspiegel)

Der 26. Mai ist für Lucie Kell aus Eicherscheid ein ganz besonderer Tag. 1949 ging sie zur Kommunion, 1962 heiratete sie und am Montag wurde sie mit der "Ehrentafel des Landrats Carl Meulenbergh" für ihre zahlreichen Verdienste ausgezeichnet.

"Ehrenamtler übernehmen nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Verantwortung. Sie mischen sich ein, zeigen Zivilcourage", hieß Landrat Meulenbergh neben Lucie Kell zwei weitere Ehrenamtler und zahlreiche Tafelträger vergangener Jahre willkommen.

"Wer etwas von sich selbst einbringt, erhält auch etwas zurück", so Meulenbergh weiter. "Wir lernen bei Ihrer Tätigkeit interessante Menschen kennen. Auch Sie, die Sie hier versammelt sind, werden beglückende Momente bei Ihrem Engagement erlebt haben, von denen Sie zehren, wenn die Arbeit einmal viel Kraft von Ihnen abverlangt."

"Sie, Frau Kell, sind ein Energiebündel und ein Hansdampf in allen Gassen", stieg Meulenbergh in die Laudatio auf Lucie Kell ein. "In Eicherscheid haben Sie in den zurückliegenden Jahrzehnten viel bewegt und für die Ortsgemeinschaft getan."
40 Jahre war Lucie Kell im Vorstand der Landfrauen - davon 24 Jahre als Vorsitzende - aktiv. im Bezirksvorstand ist sie als Kassiererin tätig.
Dem DRK gehört Lucie Kell seit 1957 an und hat 1998 das Amt der Blutspendebeauftragten für Monschau und Simmerath übernommen.
Mitbegründerin des Leprakreises, Aufsichtsratsvorsitzende der Konsumgenossenschaft Eicherscheid, Lektor und Kommunionhelfer der Pfarre St. Lucia, Mitarbeit in der Bewertungskommission für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" sind weitere Beispiele ihres unerschöpflichen Engagements.


"Da Sie selber sagen: Wer rastet, der rostet, gehe ich davon aus, dass Sie noch zahlreiche Jahre ehrenamtlich arbeiten werden", schloss Meulenbergh seine Lobeshymne und überreichte Lucie Kell die Ehrentafel.










Eicherscheid Sieger  beim
Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Einmal „ganz oben“  auf dem Bühnentreppchen des internationalen Berliner Congress- Centers (ICC) zu stehen und eine Medaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu empfangen – für eine 60-köpfige Eicherscheider Delegation ging Freitag Abend (25. Januar 2008) in der Hauptstadt dieser Wunschtraum in Erfüllung. Und sogar der kühnste aller Träume. Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheidt, flankiert von Ortskartellvorsitzendem Winfried Löhrer und Simmeraths Bürgermeister Hubert Breuer, erhielt aus der Hand des Bundes- Landwirtschaftsministers Horst Seehofer die Goldmedaille. Im 22. Wettbewerb wurde zwischen Alpen und Rügen, Aachen und Frankfurt/Oder nur achtmal die Note Eins mit höchstem Lorbeer vergeben, 16 Mal gab es für die teilnehmenden Ortschaften Silber und zehnmal Bronze. Neben Eicherscheid gelang in Nordrhein- Westfalen nur Rehringhausen (Kreis Olpe) der ganz große Wurf, unter die absolut besten Acht der Konkurrenz zu gelangen.
Die Bedeutung dieses Erfolges wird am Zahlenbeispiel deutlich, das Minister Seehofer im Rahmen seiner Festrede vor mehr als 3000 Zuhörern im ICC gab. Er erinnerte daran, vor zwei Jahren, zu Beginn des Vergleichs, hätten 4000 berufene Dörfer aus allen Bundesländern ihre Teilnahme angemeldet, nur 34 seien zu guter Letzt als „die Auserwählten“ nach strengen Kriterien übrig geblieben und hätten die Finalränge unter sich ausgemacht.
Seehofer bekannte, „mein Redemanuskript besser in der Tasche zu lassen, meine Vorredner haben alle lobenswerten Superlative über die Bewerber bereits erschöpfend genannt“. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sei nun einmal  die größte und schönste Bürgerinitiative  Deutschlands.
Einführende Worte zur Preisverleihung der Großveranstaltung sprach Seehofers bayrischer Landsmann Michael Pelzer, Vorsitzender der sachkundigen Bewertungskommission. Bevor er ans Sprecherpult trat, erfolgte ein farbenprächtiger und fröhlich- lautstarker „Einmarsch der Gladiatoren“, alle Teams der platzierten 34 Kandidaten belegten mit Trossstärke ihre reservierten Positionen im riesigen Festsaal. Manche Gruppe war mehr als hundert Mitglieder stark. Die in ihren gelben Orts-T-Shirts angereisten Eicherscheider – sie saßen standesgemäß in den ersten Reihen - waren freilich die einzigen, die schmucke, individuell selbstgebastelte Goldfähnchen schwangen, andere zeigten dagegen Flagge in Schwarz- Rot- Gold oder hielten Wappen samt  eigens kreierten Dorflogos in die zahlreichen Presse- Kameras.
Buchstäblich mit  Pauken und Trompeten begann die Preisvergabe. Ihr Rahmenprogramm geriet zu Trachtenaufgebot, Klassikkonzert,  Volksmusikgala, Gaudi  und friedlichem Sängerwettstreit mit modernen Hits zugleich. Dorfkomponisten hatten ihre Heimat in melodischen Liebeserklärungen verewigt und fanden begeisterte Zuhörer nebst  Choristenecho. Da marschierte die Trachtenkapelle aus dem Allgäu in Krachledernen und Jankern einträchtig Seite an Seite mit einer traditionell kostümierten, anmutigen Tanzgruppe junger Sorben aus der Lausitz, eine westfälische Jugendband mit











fetzigen Rhythmen neben abenteuerlich gewandeten  Sagengestalten aus ostdeutschen Bundesländern. Und immer wieder gemeinsame Jubelchöre, Glückstaumel und pure Freude: „So ein Tag…Wir fahren nach Berlin!“ Per Video und unter immer wieder aufbrausendem Applaus konnten die Zuschauer im Saal liebenswerte Szenen und Winkel aller platzierten Dörfer kennen lernen.
Dazu der gewollte und spontane Dialog von Mensch zu Mensch: „Wo liegt eigentlich Metterich?“ „Und wo finde ich auf der Karte euer Eicherscheid?“
Die Bühne in schierer Blütenpracht, Parade von Uniformen und Instrumenten, als Michael Pelzer („Unsere Arbeit erwies sich als ungleich schwerer, als zu Anfang gedacht, die Benotung erfolgte meist mit   äußerst knappem Vorsprung“) den Einsatz  der Bewertungskommission Revue passieren ließ. Er stellte fest, „dank dem Wettbewerb ist in Deutschland ein neues Heimatgefühl erwacht, unsere Dörfer sind in die Zukunft strahlende Leuchttürme der Gesellschaft“. Alle zur Konkurrenz gemeldeten Ortschaften  trügen zur Realisierung  einer wichtigen Vision bei: „Der Wettbewerb gestattet Ausblicke in einer Bürgergesellschaft, wie wir sie brauchen und wollen, mit aktiv- engagierten  Menschen, voller Mut, der auf andere und unsere Parlamente ausstrahlt“ (Pelzer).
Die deutschen Dörfer wurden, konstatierte der Vorsitzende, seit der Wettbewerbspremiere „zweifellos schöner, sie sind heute Blumensträuße der Republik, das Salz in der Suppe unseres Landes“.
Minister Seehofer bescheinigte abschließend der Bewertungskommission gute Arbeit: „Bekenntnisse in Sonntagsreden der Politiker und Verbände müssen Taten folgen.“ Der ländliche Raum solle seine Vielfalt erhalten, zentralistischen Entscheidungen sei eine Abfuhr zu erteilen: „Die Lösung struktureller  Aufgaben darf nach dem bewährten Pluralismus- Prinzip keiner großen administrativen Einheit übertragen werden, wenn das Problem auch in kleinerer Dimension möglich ist.“ Begeisterndes und ansteckendes Engagement in Sachen  Heimat und zu Gunsten der Allgemeinheit möge, forderte Seehofer, flächendeckend zum positiven   Virus werden. Es gelte die Devise „Stadt und Land Hand in Hand. Sowohl Stadt- als auch Landflucht sei Einhalt zu gebieten.
Mit einem bunten Dorfabend mit Musik, Tanz und Polonaise schloss zu später Stunde die vielstündige, Kondition zehrende  Preisverleihung.  Für die meisten Eicherscheider freilich beileibe kein Grund, nach diesem einmaligen Erlebnis das Berliner Nachtleben zu meiden…
Zumal sie sich bei der nächsten Ausschreibung zum Dorfwettbewerb getrost ausklinken können, Goldmedaillengewinner sind für 2 Wettbewerbe gesperrt. Für andere Orte des Kreises Aachen freilich, sagt Ruth Roelen vom Büro Regionalentwicklung beim Landrat Carl Meulenbergh, sei nach dem Wettbewerb bereits vor dem Wettbewerb: „Gleich nach Karneval sind die Dörfer aus dem Kreisgebiet aufgerufen sich zu beteiligen und auf den Spuren der Positivbeispiele  Höfen und Eicherscheid Medaillenränge anzustreben.“



 

Eicherscheid ist Bundesgolddorf 2007
von Thomas Förster (Quelle: Wochenspiegel)

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Nordeifel nicht nur über eine atemberaubende Naturlandschaft, sondern auch über goldige Dörfer und Städte verfügt, dann wurde er jetzt erbracht. Als zweites Dorf im Altkreis Monschau und im gesamten Kreis Aachen konnte Eicherscheid jetzt nach Höfen im Jahr 2001 den begehrten Titel eines „Bundesgolddorfs“ einheimsen.

"Gewinner sind in erster Linie die Bewohner aller 34 Dörfer, die am Bundesentscheid teilgenommen haben", zollte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer bei der Verkündung der Sieger im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Bonn seinen Respekt. Die Bewohner hätten mit großem persönlichen Engagement viel für die Lebensqualität ihrer Dörfer geleistet und damit unterstrichen, wie wichtig lebendige Dorfgemeinschaften für eine erfolgreiche ländliche Entwicklung seien. Besonders stolz durften die Eicherscheider sein. Denn sie nahmen nicht nur am Bundeswettbewerb teil, sondern gehörten zu den lediglich acht Dörfern in der gesamten Republik, die sich künftig Bundesgolddorf nennen dürfen.

Als am Donnerstag um 16.30 Uhr die Glocken in Eicherscheid geläutet wurden, wusste wohl jeder, dass etwas Außergewöhnliches geschehen sein musste. Die Vermutung wurde zur Gewissheit, als der „Gold-Express“ durchs Dorf kurvte. Hoch oben vom Feuerwehrwagen herab verkündete der zu Recht stolze Ortsvorsteher Günter Scheidt: "Sie wohnen im Golddorf Eicherscheid. Vielen Dank für die große Unterstützung und das tolle Mitmachen."

Groß war die Zahl der Gratulanten. "Eigentlich bräuchten sie gar keine Auszeichnung mehr", ließ sich der Aachener Landrat Carl Meulenbergh vernehmen, "denn es ist schon ein Gewinn, in diesem schönen Dorf zu leben und Teil der intakten Gemeinschaft zu sein." Und Kreisdirektor Helmut Etschenberg konstatierte: "Eicherscheid ist als ein Dorf ausgezeichnet worden, das eine nachhaltige Entwicklung vollzogen hat und beste Chancen in der Zukunft besitzt"

Womit Etschenberg wohl recht hat. Denn Ziel des Bundeswettbewerbs ist es, eine umfassende Einschätzung der Leistungen der Dörfer zur Verbesserung ihrer Zukunftsperspektiven und zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum zu geben. Die Bewertungskommission berücksichtigte dabei die individuellen Ausgangsbedingungen des jeweiligen Dorfes und die angewandten Entwicklungsstrategien. Dabei kam es vor allem auf eine von den Bewohnern des Dorfes getragene praktische Umsetzung dieser Ideen an.

Und Eicherscheid bestach bei dieser Bewertung als neues Golddorf durch eine intakte Dorfgemeinschaft, ein vorbildliches Vereinsleben und natürlich durch die beeindruckende Landschaft. Triumphe in diesem Wettbewerb auf Kreis- und landesebene konnte Eicherscheid schon viele feiern. Acht Mal in Folge – nur unterbrochen von Sperren, die durch Erfolge auf Landesebene ausgesprochen werden - belegte man im Kreis Aachen Platz eins. Im Gegensatz zu den Landeserfolgen aus den Jahren 1989 und 1997 konnte man sich aber jetzt erstmals für den Wettbewerb auf Bundesebene qualifizieren – und dies gleich mit durchschlagendem Erfolg.

Bundesminister Seehofer wird am 25. Januar 2008 die Urkunden und Medaillen den Dörfer anlässlich der »Grünen Woche« in Berlin überreichen. Wetten, dass dann auch die „goldigen“ Eicherscheider die Bundeshauptstadt unsicher machen ...

weitere Pressebereichte aus der Tageszeitung:
Titelseite der AN vom 7. September 2007
Artikel aus dem Lokalteil
Artikel aus der Euregio
















Eifelverein legt alte Viehtränke wieder frei
Mitglieder des Eifelverein Eicherscheid haben seit dem Frühjahr manche Stunde am "Scheedweiher" zugebracht, um die von Schlamm überwucherte alte Viehtränke wieder freizulegen.

Dazu mussten auch Baggerarbeiten durchgeführt werden, die von der Firma Roeben selbstverständlich auch ehrenamtlich geleistet wurden.

In den letzten Tagen ist es nun gelungen, den Wasserlauf wieder freizulegen, so dass das Wasser wieder in die Tränke läuft und die Naturpflastersteine davor wieder sichtbar sind.

Hierdurch leistet der Eifelverein erneut einen Beitrag zur Erhaltung ehemaliger Einrichtungen, die an die Landwirtschaft Mitte des letzten Jahrhunderts erinnern, und so das Erbe für die Zukunft bewahren.

     





Eicherscheid greift nach Bundesgold...

von Raimund Palm, Redakteur Zeitungsverlag Aachen

...und die Chancen stehen gut, denn Eicherscheid hat viel zu bieten – als Dorf und als Landschaft ringsum. Mehr noch: Die Bürger sind hoch motiviert, die einmalige Chance im Bundes-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu nutzen. Die große Abschlussfeier zum Landes-Wettbewerb am Samstag in Vlatten (Stadt Heimbach) hat die Bürger abermals motiviert, sich zu engagieren und mutig aufzubrechen in den Bundes-Wettbewerb. Der Ehrgeiz, auch auf Bundesebene erfolgreich zu sein, ist spürbar.

Das Landes-Golddorf Eicherscheid war am Samstag mit einer großen Delegation in Vlatten präsent, als Eckhard Uhlenberg, NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft die Urkunden und Geldpreise verlieh: an 13 Bronze-Dörfer, an 11 Silber-Dörfer und an vier Golddörfer. Eicherscheid gehört in diesem Jahr zu den schönsten Dörfern im ganzen Rheinland. Die Gäste aus Eicherscheid fielen durchaus auf unter den vielen Besuchern im großen Festzelt an der Jugendhalle in Vlatten. Mit dem Bus waren gut 30 Bürger ausgereist, sie trugen ein gold-gelbes T-Shirt und sie schwangen gelbe Fähnchen mit dem Eicherscheider Dorfwappen. Mehr noch: Rund 20 Musiker/innen der Eifelklänge waren angereist, um den Festakt musikalisch zu eröffnen und zur Unterhaltung der Gäste aufzuspielen. Dafür erhielten sie ein besonderes Lob von Minister Uhlenberg. Später dann zeigten die Jungen und Mädchen der Kindertanzgruppe „Sweeties“ aus Eicherscheid, was sie so alles können.

In seiner Festansprache stellte Minister Eckhard Uhlenberg heraus: Der Wettbewerb der Dörfer (1042 Dörfer aus NRW haben sich insgesamt beteiligt) gehe mit dem Wandel in der Dörfer, er nehme neue Elemente auf und setze Akzente. Schon durch das neue Motto „Unser Dorf hat Zukunft“ werde „die Zuversicht und die Vitalität der Dorfgemeinschaften deutlich. Die neuen Anorderungen motivieren die Bürger in den Dörfern, „ihre Zukunft selbst zupackend in die Hand zu nehmen“.

Minister Uhlenberg beklagte allerdings: „Der ländliche Raum kommt in NRW noch immer zu kurz. Das müssen wir ändern.“ Gerade der Wettbewerb mache deutlich, dass die Dörfer und die dort lebenden Menschen „ein wirklich starkes Stück NRW“ sind.










Der Wettbewerb hat wie die Dörfer Zukunft, daran hat der Minister keinen Zweifel, denn: Der Wettbewerb stärkt den Gemeinsinn, er fördert Nähe, Zusammenhalt und Nachbarschaft, alles Werte, „die viele in der Großstadt vermissen“. Was aber bedeutet im Wettbewerb der Begriff Zukunft? Minister Uhlenberg nannte einige Beispiele: Das Dorf engagiert sich für die Gemeinschaft und ist beispielgebend im sozialen Bereich; das Dorf ist kinder- und familienfreundlich und entwickelt Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft. Das Dorf geht schonend mit seiner Umwelt um und pflegt aktiv seine Landschaft und Natur.

Wie in einem kleinen Triumphmarsch zog eine Abordnung der Eicherscheider auf die Bühne, um aus den Händen Minister Eckhard Uhlenberg Urkunde und Geldpreis zu erhalten: Bürgermeister Hubert Breuer, Ortsvorsteher Günter Scheidt und Ehefrau Renate, Herbert Scheidt, Jürgen Förster und Josefine Löhrer. Die Vorbereitungen für den Bundeswettbewerb haben bereits begonnen: Es gab bereits erste Gespräche, dazu gehört auch, aus den Erfahrungen des Bundes-Golddorfes Höfen zu lernen. Wie Ortsvorsteher Günter Scheidt berichtet, kommt die Bundes-Kommission im August des nächsten Jahres, um Eicherscheid zu sehen und zu bewerten.