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Zur Geschichte Eicherscheid gibt es seit März 2012 einen eigenen Internetauftritt des Arbeitskreises

„Geschichte Eicherscheid“.

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Als die Fronrather Eicherscheider wurden

Arbeitskreis Geschichte Eicherscheid erinnert auf einer Infotafel an die geschichtsträchtige Vergangenheit der Siedlung Am Gericht

Eicherscheid/Am Gericht. Für die Eicherscheider führen alle Wege übers „Gericht“ in ihren Heimatort, sieht man einmal von der weitaus unbequemeren Anfahrt durch das Rurtal ab. Die kleine Siedlung, die man heute aus der Sicht des vorbeieilendes Autofahrers in erster Linie nur als Ampelkreuzung wahrnimmt, hat für die Entwicklung Eicherscheids allerdings eine nicht zu unterschätzende historische Bedeutung.

Dem Stellenwert der heutigen kleinen Häuseransammlung hat nun der Arbeitskreis Geschichte Eicherscheid Rechnung getragen, indem er am Rande des Pendlerparkplatzes eine großformatige Infotafel errichtete, die einmal an die Siedlung „Am Gericht“ mit ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit erinnert und zum anderen an die Ortschaft Fronrath, die einst Am Gericht lag, ehe die Bewohner den Platz verließen und nach Eicherscheid umsiedelten. An Fronrath (in alten Schriften auch als Vroenrot oder Froen-Rode) bezeichnet, erinnert in Eicherscheid heute noch die Fronrather Straße.

 Foto Am gericht 1

Wissenslücke schließen

Bei eisiger Kälte begrüßte Ludwig Siebertz vom Arbeitskreis Gesichte Eicherscheid an der neuen Infotafel eine Vielzahl von Mitstreitern, aber auch eine Abordnung der Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine im Monschauer Land. Siebertz erinnerte daran, dass vor fast 600 Jahren die Eicherscheider Vorfahren noch Am Gericht lebten: „Fronrath ist nichts anders als Alt-Eicherscheid“, brachte es Siebertz auf den Punkt. Mit der Infotafel habe man eine Wissenslücke schließen und auf die Bedeutung Fronraths für den Ort Eicherscheid hinweisen wollen.

Für diese Initiative dankte auch Eicherscheids Ortsvorsteher Günter Scheidt dem Arbeitskreis, der durch seine vielfältigen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag für das Geschichtsbewusstsein im Ort leiste.

Die ansprechend gestaltete Tafel gibt Auskunft über die Geschichte von Fronrath und der Siedlung Am Gericht. So wird in einem Tauschvertrag aus dem Jahr 1361 auch „Vroenrot“, der Ort der Eicherscheider Vorfahren genannt. Späteren Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Fronrather um 1400 bis 1420 nach Eicherscheid, das damals etwa 15 Feuerstätten besaß, umsiedelten. Die damaligen Bewohner „Vroenrots“ haben den in der Nähe liegenden Busch gerodet und den Ort „Eytscheit“ neu gegründet. Die Gründe für die Umsiedlung sind nirgendwo dokumentiert. Vermutet werden häufige Plünderungen und Brandschatzungen, weil die Siedlung in der Nähe des damaligen Karrenwegs zwischen Imgenbroich und Kesternich lag. Auch Hausbrände könnten eine Ursache gewesen ein.

Als „Ort mit geschichtsträchtiger Vergangenheit“ wird die Siedlung Am Gericht auf der Infotafel bezeichnet, die ihre Bezeichnung nicht ohne Grund hat. In früheren Jahrhunderten hatte jedes eigenständige Gebiet seine eigenständige Gerichtsbarkeit und auch seinen eigenen Richtplatz. Verhängte Todesstrafen wurden meist an einem Galgen vollstreckt. Der Gerichtsplatz mit Galgen für das Monschauer Land befand sich in der Nähe der längst nicht mehr existierenden Siedlung „Vroenrot“, der heutigen Siedlung Am Gericht. Dokumentiert ist die Hinrichtung eines Opferstockdiebes am 19. November 1633 durch den Henker aus Jülich. Zu weiteren Vollstreckungen liegen keine Dokumente vor.

Ab 1742 wurden auf Anordnung des Jülicher Kurfürsten generell keine Todesurteile mehr vollstreckt. Während der französischen Besatzungszeit wurde der Galgen im Jahr 1795 auf Anordnung der Behörden entfernt.

An zukünftigen Aufgaben wird es dem Arbeitskreis Geschichte Eicherscheid bestimmt nicht mangeln. Die wohl bislang umfangreichste Aufgabe steht dem im Frühjahr 2012 gegründeten Kreis in drei Jahren bevor: Dann feiert der Ort Eicherscheid sein 600-jähriges Bestehen.

Richtplatz wurde öffentlich verkauft

Nachdem die Bewohner von „Vroenrot“ Anfang des 15. Jahrhunderts ihre Siedlung Am Gericht aufgegeben und sich in Eytscheit (Eicherscheid) niedergelassen hatten, war das Gebiet um die heutige Siedlung „Am Gericht“ über einige Jahrhunderte menschenleer. Erst 1828 beschloss der damalige Kreistag von Montjoie den seit längerem ungenutzten Richtplatz öffentlich zu verkaufen. Das Grundstück wurde im gleichen Jahr von Hubert Schnitzler und Ehefrau Elisabeth, geb. Claeßens, aus Eicherscheid ersteigert. Anschließend wechselte das Grundstück mehrmals den Besitzer. 1838 wurde Am Gericht das erste Haus mit Gaststätte von Peter Braun und Gertrud Löhrer errichtet. Zwei weitere Wohngebäude entstanden 1858 und 1884 . Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden die ersten Häuser in Richtung Eicherscheid.

„Fronrath ist nichts anders als Alt-Eicherscheid.“

Ludwig Siebertz, Arbeitskreis Geschichte Eicherscheid

 

Auf der Spur menschlicher Schicksale

Trude Heiler aus Eicherscheid erforscht Eifeler Familiengeschichten. Dabei entdeckt sie immer wieder kuriose Dinge.

Eicherscheid. Nicht–Eifeler Ohren kommen solche Alltagsbegriffe für „den eingeweihten Nachbarn von nebenan“ spanisch vor: „Bäckermathes“, „Meartches Crines“ oder „Schmettepäulsjes“. Diese und unzählige andere, fremdsprachig anmutende Wortgebilde zur eindeutigen Personenbeschreibung haben durchaus im täglichen Sprachgebrauch zwischen Aachens Südregion und Trier ihren praktischen Sinn und lange Tradition. Sie werden von zahlreichen Bewohnern der Nordeifel auch heute noch im ständigen Dialog miteinander und durch intensives Blättern im „Wörterbuch“ der Synonyme und ureigenen Mundart erschlossen, gebraucht und im Sinne praktischer Verständigung einheimischer Gesprächspartner munter angewandt.

Es handelt sich um alte, über Generationen hinweg vererbte Familiennamen, keineswegs jedoch Spitznamen oder gar spöttisch-verunglimpfende Rufbezeichnungen. Fragt der Gast aus „hochdeutschen“ Landen etwa in einem Dorf des Monschauer Landes nach der Adresse einer Familie Huppertz, so scheitert sein direkter und kurzfristiger „Blitzbesuch“ womöglich erst einmal an der Gegenfrage: „Welche unserer sieben Huppertze im Ort hätten Sie denn gern?“ Hätte der fremde Besucher aber konkret nach „Pettich“ gefragt: Bingo! Es wäre nur ein einziger Haushalt namens Huppertz in Frage gekommen und somit jedes Missverständnis früh ausgeschlossen worden.

Angesichts vielfacher Namensgleichheit, wie sie in manchen Eifeldörfern seit Generationen gang und gäbe ist, helfen sich die Einheimischen seit Urgroßmutters Tagen mit kommunikativen Zusätzen in Platt. Etwa mit Hinweisen auf Enkel übertragene, einprägsame und charakteristische Rufnamen des Großvaters („a Lange“), oder auf Berufsstände der Vorfahren („Uhrmächich“, „Köstech“, „a Poste“). Zudem geben Zusätze im Nu Informationen zur Herkunft und Wurzeln der betroffenen Personen preis (beispielsweise aus anderen Orten zugezogen, „van Öpe“). Andere typisierende Wesenseigenarten der Ahnen oder verbriefte Flurnamen, Gemarkungen von Ländereien und Wohnhaus–Standorten einst und jetzt geben ihrerseits beredt Auskunft über ihre und ihrer Altvorderen Broterwerb und Lebenslinien im Dorf („van Möllich“, „Pitterche vom Ferkeshöffje“).

Die Ur-Eicherscheiderin Trude Heiler hat sich seit ihrer Jugend mit Nordeifeler Heimatgeschichte befasst: „Ich habe meinen Vater Martin schon als Kind mit Fragen gelöchert“, sagt sie. Heute ist sie 86 Jahre – und kein bisschen müde zu recherchieren, wie es in ihrem Heimatort einst war. Mit Unterstützung ihres fast gleichaltrigen Ehemannes Theo hat Trude im Laufe von Jahrzehnten ein Archiv aufgebaut, das von gleichinteressierten Amateurhistorikern oft und gern als ergiebige Fundgrube durchstöbert wird. Ein wahres Fass voller Wissen, ein Schatz und Spiegel kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Nordeifeler Lebens aus längst vergangenen Tagen, die aber gottlob dank Menschen wie Trude Heiler auch den Bürgern des Computerzeitalters stets gegenwärtig bleiben: „Ich habe Familienchroniken aus Eicherscheid und Umgebung ab dem Jahre 1600 bis 1912 erstellt“, sagt die in ihrem „Hauptberuf“ erfolgreiche Schneiderin. Sie hat für ihre g esammelten Ermittlungen „ganze Standesämter“ und Kirchenbücher durchforstet und wurde fündig. „Dem früheren Dechant Heribert Lennartz verdanke ich wertvolles Quellenmaterial“, erklärt sie.

Wie Hausnamen in Eicherscheid entstanden, fand die Forscherin heraus, und zwar „in der Regel in enger Verbindung mit Vornamen der Haushaltsvorstände, oder sie deuten auf den Arbeitserwerb des Namensträgers hin“. Trude Heiler kann die Saga ihres Familienverbundes Arnold, „Aretz“, Matthias–Willem Offermann („Maswellemches“) bis Anno 1733 zurückverfolgen.

Viele Dokumente übertrug Trude Heiler per Hand vom Originalschriftstück in ihre Folianten: „Es gab anfangs ja noch keinen Fotokopierer, manchmal saß und schrieb ich nachts bis in den frühen Morgen.“ Sie fand heraus, dass die Schriftstücke und Datensammlungen in Eicherscheid tadellos in Schuss waren. Sie hatten die Weltkriege heil überstanden. Andere Orte und Kirchengemeinden hatten weniger Glück. Das Imgenbroicher Gotteshaus beispielsweise brannte ab.

Trude Heiler befragte die Bewohner mehrerer Nordeifeldörfer, sammelte wichtige Daten, immer auf den Spuren menschlicher Schicksale. „Ich schrieb immer“, kennt die umtriebige Eifelchronistin ihr lebenslanges Hobby, besser: Passion, nicht anders. Bei ihrer zeitraubenden Arbeit stieß die akribische Forscherin auch auf Kurioses: „Manche Familien, absolut ein – und dieselben Leute, nannten sich in einem Schreiben Jansen, im nächsten Dokument Claßen“, erzählt Trude Heiler. Sie stieß beim Schmökern in oft vergilbten Blättern und Aufzeichnungen so manches zum schmunzeln. So erfuhr sie Interna über „Beukecrines“, den heulenden Quirinus, der nahe am Wasser gebaut hatte, oder die Eifeler Originale Anton („Tünches“), „Paulusje“ oder den Wirt Martin „Martinches“. Trude Heiler aber ist noch lange nicht „ausgeschrieben“. Im demnächst erscheinenden Eifel–Jahrbuch ist die Autorin wieder mit einem Beitrag vertreten. Und der handelt, wie anders könnte es sein, von Eifeler Familien.(M. S.) „Manche Familien, absolut ein – und dieselben Leute, nannten sich in einem Schreiben Jansen, im nächsten Dokument Claßen.“

Trude Heiler, Heimatforscherin

Trude Heiler

Aus der Geschichte von Eicherscheid

von Ulrich Förster (Quelle: Heimatkalender 1964)

Der Name Eicherscheid wird nachweisbar erstmalig 1306 erwähnt. In diesem Jahr wurde zwischen den Herren Reinhard von Schönforst-Monschau und Gerhard von Jülich eine Vereinbarung über die Mühle von „Eygenscheyt“ getroffen. Hierbei hat es sich um eine im Belgenbachtal gelegene Mühle gehandelt. Der bereits damals bestehende Name bedeutet natürlich nicht, das zu diesem Zeitpunkt schon eine Ortschaft gleichen Namens existiert haben muss. Wahrscheinlich trug nur der Bergrücken, auf dem das jetzige Eicherscheid liegt, diese Bezeichnung. Es gibt ja auch jetzt noch Fluren in der näheren und weiteren Umgebung, die einen ähnlichen Namen tragen, z. B. Langerscheid, Hollerscheid usw.

1473 erst wieder wird Eicherscheid nachweislich erwähnt und zwar als „Eysscheit“. Im Laufe des 16. Jahrhunderts bildet sich dann langsam der jetzige Ortsname heraus. Die genaue Gründungszeit und auch die Ursache liegen noch im Dunkeln. Man ist hier mehr oder weniger auf Vermutungen angewiesen, die sich jedoch begründen lassen. So weiß die Überlieferung zu berichten, der Ort habe früher an der Heerstraße Simmerath-Monschau gelegen und sei bei kriegerischen Wirren durch Soldaten zerstört worden. Auch der ungefähre Zeitpunkt lässt sich nicht mehr feststellen, da hierüber die Angaben weit auseinander gehen. Sogar der 30-jährige Krieg wird als Gründungszeit angeführt.

Nun existieren aber noch Angaben aus dem Jahre 1550, in denen der damals 80-jährige „Hens uff Taelscheit“ in einem Verhör erklärt, er habe von seinen Eltern erfahren, dass das Dorf Eicherscheid zu „Froen-Rode“ gelegen habe und zwar in der Nähe des Gerichtes. Man habe einen Bend den Herren gegeben und diese hätten ihnen erlaubt, in den „Busch“ zu bauen. Bekanntlich besteht auch jetzt noch am Schnittpunkt der Straßen Konzen-Eicherscheid und Imgenbroich-Simmerath der Ortsteil „Am Gericht“.

Bis 1795 hat hier sogar noch ein Galgen gestanden. Auch die Bezeichnung „Herrenbend“ ist als Flurname östlich des Schweizerhofes erhalten geblieben. Ferner ist erwähnenswert, dass in der Gemarkung „Mergenbur“ – unmittelbar am Herrenbend gelegen – sich bis vor einigen Jahrzehnten ein gegrabener Brunnen sowie Mauerreste erhalten haben, die mittlerweile völlig verfallen sind. Alles dies deutet wohl daraufhin, dass sich der Ort Fronrath in diesem Gebiet befunden haben muss.

Nach den Aussagen des „Rens uff Titelscheit“ zu urteilen, müsste Eicherscheid zum Anfang des 15. Jahrhunderts gegründet worden sein und sich verhältnismäßig rasch ausgedehnt haben. Um 1550 werden jedenfalls über 50 „Feuerstätten“ genannt.

Der Volksmund berichtet ja davon. dass Fronrath durch einen Krieg zerstört worden sei. Nun hat im Jahre 1400 zwischen dem Fürstabt von Stavelot-Malmedy und den Monschauer Burgherren tatsächlich eine harte kriegerische Auseinandersetzung in der Nähe Konzens stattgefunden, bei der die Mannen des Fürstabtes eine schwere Niederlage erlitten. Es ist nun durchaus möglich gewesen, dass bei dieser Gelegenheit das Dorf Fronrath von marodierenden Landsknechten gebrandschatzt worden ist. Jedenfalls wird seit diesem Zeitpunkt Fronrath urkundlich nicht mehr erwähnt, obwohl 1334, 1361 und 1369 dieses Dorf noch verschiedentlich genannt wird.

Der Name des Ortes hat sich auch nicht für die Gemarkung erhalten, obwohl gerade Orts- und Flurbezeichnungen, mit denen sich ein bedeutendes Ereignis verbindet, besonders lange halten. Vielleicht sind auch auf dieses Dorf die besonders weit im Konzener Gebiet reichenden Eicherscheider Grundstücke zurückzuführen.

Diese Landnahme hat wahrscheinlich auch das etwas regellose Eicherscheider Ortsbild geprägt. Vermutlich hatte damals dort jeder gebaut, wo es ihm gefiel. Auch dürfte die Wasserfrage eine Rolle gespielt haben. Denn die ältesten Häuser des Ortes – leider im letzten Krieg fast alle zerstört – lagen in der Mehrzahl an natürlichen Quellen. Wahrscheinlich wurden dann erst später kreuz und quer Wege angelegt, die die einzelnen, auseinander liegenden Siedlungsstellen verbanden und beiderseits des Wege noch viel Land als Gemeindeland übrig ließen. Alte Katasterakten lassen noch deutlich den ursprünglicher Zustand ahnen. So reichte z. B. der freie Platz im Dorf, „Et Feield“, vor 150 Jahren noch ca. 200 m weiter in Richtung Hammer.

Ein Markstein in der Geschichte des Ortes ist der Bau der Kirche, die im September 1685 eingeweiht wurde Sehr anschaulich schildert Pfarrer Janssen – früher Imgenbroich – im „Eremiten“ den Kampf und die Mühen der Eicherscheider um ihr eigenes Gotteshaus. Bis dahin mussten sie und die Leute von Hammer in Wind um Wetter nach Konzen zur Kirche. Dorthin führt der jetzt noch als „Kirchweg“ bezeichnete Feldweg über der Heppenbüchel.

Der Hauptgegner in dieser Auseinandersetzung war das Aachener Kapitel weil es eine Einbuße des Zehnten durch die Neugründung und weitere Unterhaltung der Kirche befürchtete Dieser Streit zwischen Kapitel einerseits und Prämonstratensern bzw. Eicherscheidern andererseits zog sich jahrelang hin. Erst im Jahre 1714 wurde eine Einigung erzielt und die Errichtung der Pfarre genehmigt Diese Kirche wurde dann in der nachfolgenden Zeit vergrößert und 1933 neu erbaut. Die schwersten Schäden – genau wie das Dorf selbst – trug sie im letzten Krieg davon. Aber diese sind auch längst wieder behoben und in unserer schnelllebigen Zeit schon fast vergessen, genau so vergessen wie die großen Sorgen und Mühen unserer Vorfahren beim Aufbau ihrer neuen Heimat im „Busch auf dem Eytscheit“ vor über 500 Jahren.

Chronik Eicherscheid
zusammengestellt von Kurt Förster

ca. 200-300n. Chr. mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit für längere Zeit ein römisches Holzfällerlager „Im Bongert“, Bachstraße, heutiger Kunstrasen- Sportplatz. Die Aufgabe der römischen Arbeiter war Material für den Bau der Rheinbrücken heranzuschaffen. (Ergebnis der Ausgrabungen 2003/2004)
ca. 1400 Gründung von Eicherscheid durch die ersten Siedler
1470-80 16-18 Feuerstellen in „Eytscheit“
1550 50 Feuerstellen werden in Eicherscheid gezählt
1633 Hinrichtung des Opferstockdiebes Christoph H. am Galgen „Am Gericht“
1653 Kleines Glöcklein hängt in der Linde, später in der Kirche mit der Aufschrift „Gott und Maria bewahren mich und den Eycherscheit“
1683 Neubau der Kirche
1684 Erste Abgabenerfassung in Eicherscheid
1685 September, Einweihung der 1. Kirche durch den Steinfelder Abt Theo Firmenich, Kanonikus Bernhard Schneehagen erster Seelsorger, Anlegung des Friedhofs vor der Kirche und im September erster „richtiges“ Begräbnis auf dem neuen Friedhof
1713 Endgültige Abtrennung von der Pfarre Eicherscheid mit Hammer von der Mutterkirche Konzen
1819 Erster Schulneubau, Erster Lehrer Gerhard Bongard, gleichzeitig Küster
1854 Anfänge des späteren Musikvereins Eifelklänge
1896 Gründung Verbrauchergemeinschaft (Konsum)
1897 Gründung der Raiffeisengenossenschaft
1919 Anfänge des Fußballsports unter dem Namen „Eintracht“
1927 Gründung Sportverein
1933 Neubau der jetzigen Pfarrkirche
1938 Baubeginn des Westwalls
1942 Drei Kirchenglocken werden abgebaut und für Rüstungszwecke eingeschmolzen
1945 Die Amerikaner erreichen Eicherscheid, in der Kirche errichten sie ein Frontkino
1950 Busverbindung Eicherscheid-Simmerath-Aachen wird eröffnet
1951 Einweihung des Sportplatzes an der Kirche, Einweihung der neuen Schule
1966 Einweihung des neuen Sportplatzes auf der „Bach“, Anlegung des Kinderspielplatzes auf dem Dorfplatz „Feild“
1972 Neugliederung der Gemeinden, Eicherscheid wird Ortsteil in der Gemeinde Simmerath im neuen Kreis Aachen (vorher eigene Gemeinde-Amt Imgenbroich)
1974 Eröffnung des Kindergartens in der Alten Schule
1978 Gemeinderat beschließt Auflösung der Grundschule Eicherscheid
1984 Einweihung Sportheim, Pfarrheim und der Reithalle
1984 Josef Heinen übernimmt von Simon Förster das Amt des Ortsvorstehers
1986 Eicherscheid´s Fußballer werden Bezirksligameister und steigen in Landesliga auf und spielen hier 5 Jahre
1988 Gründung der Jugendgruppe „Endstation 88“
1989 Eicherscheid erhält die Goldmedaille auf Landesebene im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
1993 Erstes gemeinsames Frühjahrskonzert von Musikverein, Trommler- und Pfeiferkorps in der Gymnastikhalle
1994 Sonderschule für Lernbehinderte im Gebäude der ehemaligen Grundschule (Bachstraße) wird zur „Förderschule Nordeifel“
1996 Friedhelm Grewe wird Diakon in der Pfarre Eicherscheid
1997 Goldmedaille im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“
1997 Einweihung der Bürger- und Festhalle Tenne
1997 Festabend „70 Jahre SV Germania Eicherscheid“
1997 Festabend 100 Jahre Raiffeisenbank
1997 Festabend 150 Jahre Kirchenchor Eicherscheid
1998 Eicherscheids Fußballer werden Meister der Bezirksliga Aachen und steigen in die Landesliga auf
1999 Konzert der „Schürzenjäger“ auf dem Sportplatz mit ca. 5000 Besuchern
2000 Dorferneuerungsmaßnahme im Bereich Kirche – Am Weiher – Bachstraße wird abgeschlossen
2001 Marion Braun (SV Germania Eicherscheid) wird erstmals Deutsche Meisterin im 100-km-Straßenlauf
2001 Markus Knein holt in Kiel 2 Goldmedaillen bei den „Special Olympics“
2002 Feierlichkeiten 75 Jahre SV Germania Eicherscheid
2002 Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Int. Volkslauf in Eicherscheid
2002 Großes Feuerwehrfest zum 100-jährigen Bestehen
2003 Jubiläumsveranstaltung 150 Jahre Musikverein „Eifelklänge“ Eicherscheid in Verbindung mit dem Kreismusikfest Kreis Aachen
2003 Ausgrabungen nach römischen Fundamenten „Im Bongert“ (bei Erdarbeiten für den neuen Kunstrasenplatz)
2003/04 Kanalbaumaßnahmen in Eicherscheid (reiner Schmutzwasserkanal)
2004 Goldenes Priesterjubiläum vom Ex-Pfarrer und Ex-Dechant Heribert Lennartz
2004 Jubiläumsveranstaltung 80 Jahre Trommler- und Pfeiferkorps Eicherscheid
2004 Günter Scheidt übernimmt von Josef Heinen das Amt des Ortsvorstehers
2005 Einweihung des neu angelegten Kunstrasenplatzes links der Bachstraße, Bundesligist Alemannia Aachen trägt ein Benefizspiel gegen die Eicherscheider Bezirksligamannschaft vor ca. 2200 Zuschauern aus
2006 Goldmedaille im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
2006 Lars Förster wird in Eicherscheid Deutscher Meister und Europameister im Seifenkistenrennen in der Senior Klasse
2006 1. Zukunftswerkstatt zur Dorfentwicklung mit der RWTH Aachen mit Beteiligung der Dorfbevölkerung
2006 Eröffnung des privaten Heimatmuseums von Anneliese und Josef Arnolds in der Breitestraße
2007 Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Eicherscheid gehört zu den 8 schönsten und zukunftsträchtigsten Dörfern der Bundesrepublik
2007 Feierlichkeiten Bundesgolddorf und 10 Jahre Tenne
2007 Marvin Isaac wird in Mettingen Deutscher Meister und Europameister im Seifenkistenrennen in der Senior Klasse
2007 Ultraläuferin Marion Braun wird Weltmeisterin im 100 km- Lauf in Winschoten/NL
2008 65 Eicherscheider/innen fahren zur Bundesgolddorf – Siegerehrung bei der Grünen Woche in Berlin. Zu dieser hervorragenden Leistung gratuliert der Bundespräsident Horst Köhler dem ganzen Ort, vertreten durch den Ortsvorsteher Günter Scheidt und den Ortskartellvorsitzenden Winfried Löhrer.
2008 90 Vertreter der OECD Konferenz (Zusammenschluss von 30 Ländern, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen) besuchen das Golddorf Eicherscheid.
2008 Einweihung Erweiterungsbau der Förderschule (Ganztagschule) mit einem Schulfest
2008 Lucie Kell erhält am „Tag des Ehrenamtes“ für ihr Engagement im dörflichen und sozialen Lebens die „Ehrentafel des Landrats“
2008 Jubiläumsveranstaltung 60 Jahre Landfrauen Eicherscheid in der Tenne
2009 4. Dorfkonferenz mit Beteiligung von der StädteRegion und Fachhochschule Aachen in der Tenne
2009 Übergabe neues Tank-Lösch-Fahrzeug an die freiwillige Feuerwehr
2009 40 Jahre Skatklub Eicherscheid
2009 StädteRegion Aachen löst den Kreis Aachen ab, erster StädteRegionsrat wird Helmut Etschenberg
2009 Günter Scheidt wird als Ortsvorsteher wieder gewählt
2009 Nach 325 Jahren Selbstständigkeit schließt sich die Pfarrgemeinde Eicherscheid notgedrungen der Gemeinschaft der Pfarrgemeinden Simmerath an.
2010 Januar
3. Januar: Messfeier zur Verabschiedung von Pfarrer Schneider und Einführung von Pfarrer Stoffels in Eicherscheid, anschließend Begegnung im Pfarrheim.
April
DSL-Kabel für das „Schnelle Internet“ wird von Simmerath kommend verlegt.22. April: Der „Bergische Jong“ (Diakon und Büttenredner Willibert Pauls) und Jürgen
Jürgen B. Hausmann (Alsdorf) begeistern über 400 Zuhörer in der „Tenne“.24.April: Heinrich Scheidt und Klara Scheidt geb. Kell, Eicherscheid 32, feiern ihre Diamantene Hochzeit.Mai   
1. Mai:, „Freundschaftsspiel“: MV Eifelklänge Eicherscheid und die Musikvereinigung Roetgen begeistern in der „Tenne“ mit Musik, Tanz, Spaß und Überraschungen.

Bei der Landesmeisterschaft der Spielleute NRW im münsterländischen Buldern-Dülmen landet das TPK-Eicherscheid ganz vorne mit der Gesamtnote „Sehr gut“.

Ultraläuferin Marion Braun läuft beim berühmten und gefürchteten Rennsteiglauf in der ehemaligen DDR auf einen sensationellen 3 Platz auf der 72,7 km  Strecke.

Juni   
4. – 6 Juni: 125. Verbandsfest der Vereinigten Spielmannszüge Nordeifel in Eicherscheid.

20. Juni: ca. 800 Wanderer nehmen am Wandertag der StädteRegion Aachen rund um Eicherscheid teil.

23. Juni: Besichtigungstour der Bewertungskommission im Europäischen Dorferneuerungs-wettbewerb in Eicherscheid.

Juli 
7. Juli: Eicherscheid erhält von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorf-erneuerung mit Sitz in Wien den „Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und Motto gerechte Dorfentwicklung von heraus-ragender Qualität“. Sieger des 11. Wettbewerbs wurde Langenegg im österreichischen Vorarlberg. Eicherscheid fällt zusammen mit 12 Dörfern in die erste Kategorie aus der das Siegerdorf gewählt wurde. Weitere 13 Teilnehmer gehören der nächsten Wertungs-kategorie an, fünf Orte finden sich in der Schlusskategorie.
In der Begründung der Jury heißt es: „Eicherscheid zeichnet sich durch die bürgerschaftliche Erarbeitung und konsequente Realisierung eines ganzheitlichen und nach-haltigen Zukunftskonzeptes vom beispielhafter Qualität aus. Besonders nennenswert sind die Pflege, Revitalisierung und schonende Modernisierung des bestehenden baulichen und kulturellen Erbes sowie der ehrenamtlichen Aktivitäten und innovativen Ideen der Dorf-gemeinschaft zur Sicherung, Schaffung und zum Betrieb wichtiger Versorgungsein-richtungen. Hervorzuheben sind nicht zuletzt auch die fachgerechte Pflege der einzigartigen, von Hecken geprägten Kulturlandschaft und der vorbildhafte soziale Zusammenhalt“.

11. Juli: Sechster Qualifikationslauf zur Deutschen Meisterschaft im Seifenkistenrennen auf der Bachstraße ausgetragen. Alle Piloten der „Eifeler Seifenkistenfreunde“ qualifiziert.

August
2. August: Burkhard I., Hilgers Hahnenkönig mit Bianca Weimer.

Walter Nießen (Eicherscheid)  und Klaus Nießen (Huppenbroich), leidenschaftliche Mountainbiker, schaffen beim 24 Stundenrennen „Rad-am-Ring“ in der „Grünen Hölle“ auf dem Nürburgring in der Altersklasse 50-60 Jahre den Gesamtsieg.
September     • 18., „Bayrischer Abend“ in der Tenne mit „Wies`n-Gaudi“, Stargäste „Die jungen Zellberger“, die „Cheerleader“ des 1. FC Köln und großem Höhenfeuerwerk.

23. – 26. August: , 4-tätige Busreise nach Sand in Taufers in Südtirol zur Entgegennahme des Europäischen Dorferneuerungspreises der ARGE Dorfentwicklung mit 36 Personen.

Oktober
10. Oktober: Bürgerversammlung im Pfarrheim über die Finanzierung der Unterhaltungskosten des Pfarrheims.

24. Oktober: Ultramarathonläuferin Marion Braun gewinnt auf der Schwäbischen Alp den Europacup.

November
Sabine Jakobs als Vorsitzende und Ludwig Siebertz als Schriftführer lösen Winfried Löhrer/Herbert Kaulard im Ortskartell ab.

Franz-Josef Renner, Jugendleiter der „Germania“ seit 1982, wird von der Gemeinde Simmerath für dieses Ehrenamt und herausragende soziale Leistung geehrt.
Dezember

Bei der Jahreshauptversammlung des Pfarrheim-Fördervereins wird Wilfried Huppertz zum Vorsitzenden und Horst Schmitz zum Kassierer gewählt. 2. Vorsitzender bleibt Otto Jungblut und Hubert Förster wurde zum Beisitzer gewählt. Der bisherige Vorsitzende Andreas Giebler tritt zurück weil er sich in seiner Arbeit nicht mehr bestätigt fühlt.