Volkstümliches und Interessantes

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Wegkreuz vor der Müllkippe bewahrt

«Es war immer mein Bestreben, alte christliche Symbole und heimisches Kulturgut der Nordeifel zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.» Seit mehr als 30 Jahren ist der Ur-Eicherscheider Unruheständler Gustav Schröder als unermüdlicher Restaurator und Tüftler im Einsatz.

Der bald 84-Jährige ist gelernter Elektroinstallateur und war als technischer Angestellter 25 Jahre bei RWE beschäftigt. S ein Freizeitherz aber schlug für kontinuierliche Instandsetzung, Erhaltung und Neuanlage von Wegekreuzen verschiedener Materialien wie Holz, Metall oder Stein, Fertigung von für die einheimische Bevölkerung wie auswärtige Besucher nützlichen Hinweistafeln und Orientierungsschildern.

«In Eicherscheid und im Heckenland ringsum habe ich an rund hundert Stellen Kruzifixe aufbereitet oder wissenswerte Daten- und Zahlenangaben installiert, so die Plakette am Eicherscheider Naturdenkmal Linde oder die Gravur am Kindergarten Brummkreisel. Auch die Reparatur denkmalgeschützter Viehtränken gehörte stets zu meinem Aufgabenbereich.»

Insgesamt 25 Wegkreuze wurden von dem rüstigen Rentner bis dato haltbar betreut, manche musste er dreimal erneuern, weil sie in sinnloser Wut zerstört wurden.

Nun vollendete Schröder ein weiteres Wahrzeichen an einer markanten Weggabelung, ein Kreuz auf der Gemarkung «A Lehmkul» (zwischen «Germania» -Ausweichplatz und Huppenbroich). Es handelt sich um ein ehemaliges Grabzeichen unbekannter Herkunft, das der geschickte Handwerker vor der Müllkippe bewahrte und bereits 1993 einmal sanierte.

Diesmal goss er einen Betonsockel samt stützender Konsole, besserte vom Zahn der Zeit zernagte Holzschäden und Faulstellen aus, spendierte dem Erinnerungsmal Schutzfarbe und deckte sein Dach dauerhaft mit Kupferblech. Immerhin 15 Stunden strammer Handarbeit waren notwendig, das Werk zu vollenden, das nun wieder für Jahre in frischem Glanz erstrahlt und Wanderern als ansehnlicher Blickfang dient.

Gustav Schröder könnte sich noch manch reizvolles Aufarbeitungsprojekt vorstellen, das er wohl angehen möchte, aber: «Ich suche seit langem jemand, der meine Arbeit fortführt, vergebens, trotz vieler Gespräche. Da sieht es für die Zukunft dieser traditionsreichen Nordeifeler Landschaftsmonumente und religiösen Zeitzeugen wohl schlecht aus.»

 

Sonnenblumen auf Rekordkurs

Der Garten der 88-jährigen Maria Scheidt in Eicherscheid ist mit Gemüsepflanzen, Früchten und farbenprächtigen Blumen ein echter „Hingucker“.

Viele Nordeifeler/innen haben den berühmten „grünen Daumen“ – die Eicherscheiderin Maria Scheidt hat zehn grüne Finger. Der Garten ihres Hauses (Eicherscheid 66) prangt stets zur Sommerzeit als ein Meer aus farbenprächtigen Blumen, Büschen, Gemüsepflanzen und Früchten.

Diesmal wollen einige ihrer Züchtungen besonders hoch hinaus. Das höchste Prachtexemplar einer Sonnenblume etwa misst bereits stolze 3,20 Meter und dürfte, schätzt die 88–jährige, fleißige Gärtnerin, „binnen der nächsten Tage gut und gern noch ein paar Zentimeter zulegen“.

Marias Enkeltochter Madeleine (13) wirkt gegen den riesigen Korbblütler in Großmutters Garten, dessen Spezies im 16. Jahrhundert aus Mexiko nach Europa kam, wie ein Mädchen aus dem Märchenland Liliput. Der Teenager findet Omas Gartenaktivitäten und deren leuchtende Ergebnisse „total schön“.

Maria Scheidt hat ihrerseits helle Freude daran, „dass sich die in langstängeligem, gelbgezacktem Fruchtteller reifenden Samenkörner als begehrte Meisen-Nahrung und -ausscheidung selbst säen und durch die Vögel vermehren“. Die vitale Seniorin hat nicht nur in Madeleine einen Fan: „Welch interessante Kontakte ich schon durch meinen Nutz– und Ziergarten knüpfte, ist erstaunlich. Vorbeigehende Passanten bleiben stehen und bewundern die Farbenvielfalt in meinem kleinen Paradies. So kommen wir oft ins Gespräch.“

Sonnenblumen sind aber nicht nur die reinste Augenweide. Sie stellen auch weltweit den größten pflanzlichen Speiseöl–Lieferanten. Zudem werden sie in vielen Staaten von Menschen als stets griffbereiter Knabber-Artikel genossen, Geflügel schätzt die nahrhaften Körner ebenso. Zu Kuchen und Kraut als Fladen gepresst, machen die goldgelben Früchte auch das liebe Vieh satt.

Manfred Schmitz EN

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Alte Familiennamen in Eicherscheid

von Manfred Schreiber

Unser Dorfdialekt (Platt) verschwindet allmählich und damit auch unsere alten Familienbezeichnungen. Diese Dorfnamen sind keine Spottnamen.

Mit den alten Namen konnte man schnell jeden eindeutig definieren, da es eine  Vielzahl der Namen Kaulard, Förster, Offermann u .s .w. gab. Mit diesem Beitrag möchte ich unsere Dorfnamen einmal auflisten damit diese der Nachwelt erhalten bleiben.

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie wurde nach bestem Wissen erstellt. Die rechts genannten Namen sind als Beispiel zu sehen und nicht vollständig.

  • Annches: Heinen Maria, Josef
  • Abels: Heck Peter, Marliese Förster
  • Änne: Kaulard Herbert, Hermine
  • Bäckermathes: Wollgarten Anneliese
  • Belle: Jeredche: Schröder Gerard
  • Cloße: Linzenich Norbert, Marlene
  • Christe Pittches: Sieberts, Anna
  • Fuere: Offermann Bernhard, Marco
  • Jans: Kaulard Katharina
  • Jännesjes: Kaulard Richard
  • Jelleßens: Kell Helmut, Richard
  • Jeredches: Hermanns Helmut, Felix
  • Hörmches: Kaulard Alfred
  • Henderes: Förster Gerd, Hilde
  • Hochpaueltze: Hüppchen Hans Georg
  • Heinze: Kell Alois, Heinrich
  • Heuech: Offermann Oswald
  • Heckklösjes: Offermann Marialuise, Brüll Maria,
  • Henneße: Nießen Irene
  • Henderes Mathes: Kaulard Ida
  • Isaaks: Kaulard Erich, Herbert
  • Köstech Dreese: Jost Toni, Stehpan
  • Kutscher: Küpper Paul Günter
  • Kule: Arnolds Bruno
  • Lange: Huppertz Johann, Arnold
  • Liene: Küpper Werner
  • Lennertches: Küpper Oswald, Gerd
  • Lonis: Klaus Sollenwerk, Käthe
  • Maswellemches: Offermann Herbert, Erich
  • Möllich: Gostek Joachim, Hermann
  • Martinches: Förster Erich>
  • Mike: Schröder Hermann, Karl
  • Mechelnarez: Röhrlich Hidegard
  • Meartches: Crines Matheis
  • Mai: Jansen Rudi, Karl, Schmitz Leni
  • Meartches: Scheidt Heinrich
  • Nölle: Claßen Friedhelm, Achim
  • Päuelzjes: Offermann Reiner, Benno
  • Pauleße: Baumgarten Rolf
  • Pöttertches: Obladen Walter
  • Piech: Küpper Gertrud
  • Plöße: Hermanns Christel
  • Pittches: Sieberts K. Heinz Ludwig,
  • Pettich: Hupperts Klara,
  • Pitte: Kaulard Regina, Offermann Vroni,
  • Poste: Hoch Dieter
  • Sieberts: Arnolds Josef, Edmund
  • Schmettepitts: Offermann Wolfgang, Robert
  • Schörsch: Förster Athur, Hupperts Maria
  • Schoffene: Fink Paul, Engelbert
  • Schmötz: Nießen Gertrud
  • Schmettepäulsjes: Carl Heinz
  • Tiens: Förster Rolf
  • Töns: Faymanville Margarete
  • Tönnches: Kell Alois, Stein Erna
  • Uhrmächich: Jost Hans Georg
  • Vöße: Steffens Ludwig
  • Wösjes: Jansen Theo, Alfons
  • Zeje: Hermes Anna

Maria Hoch, Helga Schreiber, Maria Luise Offermann u. Trude Heile danke ich für die freundliche Unterstützung.


De Moospangs

diese Beiträge stammen von Raimund Palm, Redakteur der Eifeler Nachrichten

Eescher Körmes: Das ist noch ein zünftiges Volksfest für das ganze Dorf mit Frohsinn, Musik, Tanz und Festessen. Moos gehört vor allem zum Festessen Eicherscheid. Suur Moos ist Sauerkraut.
In Eicherscheid heißt das Suur Moos auch Suure Basch. Dazu gehören aber auch wiss Bönncher, ne jodde Knupp Speck oder ein Schweinebraten. Warum das Sauerkraut wohl Suure Basch heißt? Ne Basch ist doch eigentlich ein Riss: de Komp hat ne Basch. Wenn jemand droht: Ich könnt demm dr Basch aado, dann ist das eine Drohung: bis auf Blut reizen, einen über alle Maße ärgern. Suur heißt sauer: ne suure Appel; was säuerlich ist, ös, also süürlich.
Suur Moos ist Sauerkraut, also suure Kappes (mot Reppcher) Kappes ist der Weißkohl-Kopf (dieser Kopf wird auch Hööt genannt). Dr Kappeskott aber ist vor allem der Dummkopf. (Suur) Moos ist also eine Eicherscheider Spezialität, der spöttische Neckname der Eicherscheider: de Eescher Moospangs. Zu Deutsche: Der Eicherscheider mit dem Sauerkraut-Bauch.

Die Sommerlinde an der Kirche

Die Daten und Maße sind beeindruckend: Gut 22 Meter hoch ist die Dorflinde an der Kirche, die drei Stämme hat. Der mächtigste Stamm hat einen Umfang von 3,15 Meter (gemessen in einem Meter Höhe). Die Linde an der Kirche in Eicherscheid gehört zu den ältesten Bäumen im Kreis Aachen, sie ist längst zum Mittelpunkt, zum Blickfang und zum Wahrzeichen des Dorfes geworden. Ein Gutachter, ein Diplom-Landwirt aus Bergisch-Glasbach, hatte 1966 errechnet, die Linde sei um 800 Jahre alt.

Dieses Alter dürfte gewiss zu hoch geschätzt sein, das hier um 1150 in dem sicher noch unberührten Eichen- und Buchenwald eine Linde gestanden haben soll, ist kaum anzunehmen. Die ersten Siedler kamen um 1400 nach Eicherscheid, das damals allerdings noch nicht diesen Namen hatte. Die Eicherscheider selbst sind sicher, dass die Linde aus der Zeit um 1600 stammt. Allerdings gibt es auch dafür keine konkreten Hinweise. Was geschah so um 1600? 1585 erobern die Spanier Antwerpen; 1816 bricht der 30-jährige Krieg aus; Die Sommerlinde am Eicherscheider Dorfplatz

 

 

Das Weiße Kreuz

Was Eicherscheid auszeichnet, so hat das Institut für Städteplanung und Landesplanung der RWTH Aachen ausgemacht: Fast jede Parzelle hat Kontakt zur umgebenden Landschaft oder zu den innen liegenden Grünflächen. Das Dorf ist stark geprägt durch vielfältige Grünelemente wie Hecken und Bäume sowie durch eine einzigartige, sehr gut gepflegte kleinteilige Wiesen- und Heckenlandschaft. Neben der Sommerlinde an der Kirche (Ar Lengd) hat Eicherscheid weitere schöne Bäume, die zum Naturdenkmal erklärt sind, so: die Linde am Kapellchen an der Kreuzung der Straße „Auf Dohnschet“ mit dem Fronrater Weg. Der große Stammumfang (4,10 Meter in einer Höhe von einem Meter) lässt auf ein hohes Alter schließen: so um die 300 Jahre. Die schlank gewachsene Eiche an der Straße „Zum Belgenbach“ vor dem Haus 21 ist ebenfalls als Naturdenkmal in die Liste des Kreises Aachen eingetragen. Der gut 22 Meter hohe Baum soll gut 140 Jahre alt sein.

Das Weiße Kreuz Zu den Besonderheiten gehören auch die Wegekreuze in und rund um Eicherscheid. Ein besonderes Kreuz ist dabei das „Weiße Kreuz“. Das „Weiße Kreuz“ erinnert an den ehemaligen Theaterverein von Eicherscheid, der noch in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg aktiv war. Zu den großen Erfolgen des Vereins gehörte in den Jahren 1924 bis 1927 das Heimatstück „Wie das Glöcklein kam“. Autor des Stückes war der

Eicherscheider Heimat-Dichter und Landwirt (Ackerer) Johann Kaulard. Er schildert, wie die Menschen von Fronrath (heute Am Gericht) nach Eicherscheid umgesiedelt wurden. In jener Zeit hing in der Dorflinde an der Kirche (aus der Zeit um 1600) eine kleine Glocke, die damals die Menschen zum Gebet rief. Mit dem Erlös aus den Aufführungen bezahlte der Theaterverein das rund sieben Meter hohe Kreuz. Im Krieg wurde das Kreuz beschädigt, in der Schreinerei Ludwig Offermann wurde das Kreuz 1948 ausgebessert. In der Werkstätte des Schreiner Alois Förster wurde 1959 ein neues Kreuz angefertigt und von Mitgliedern des Theatervereins an alter Stelle aufgerichtet. Den Theaterverein gibt es längst nicht mehr, der Eifelverein hat das „Erbe“ übernommen, um das Kreuz und die Geschichte darum zu hegen und zu bewahren. Das Weiße Kreuz (oder wie die Eicherscheider sagen „Et Wisse Krötz“) an der Landstraße 106 zwischen Eicherscheid und Hammer auf dem Felsen hoch über der Rur ist zu einem Wahrzeichen geworden, das zurückweist auf ein Stück Eicherscheider Dorfgeschichte.

 

Das Weiße Kreuz – 2012 neu errichtet

Das südlich von Eicherscheid Richtung Hammer stehende „Weiße Kreuz“ hat eine lange und bewegte Tradition und ist für viele Wanderer eine gute Orientierung im schönen Rurtal zwischen der Ortschaft Hammer und Grünental mit Blick auf Widdau.

Das „Weiße Kreuz“ wurde vom Eicherscheider Theaterverein „Concordia“ 1927 aus christlicher Überzeugung und Dankbarkeit gefertigt und aufgestellt. In den Jahren 1924 – 1927 wurde mit großem Erfolg vom Theaterverein das Heimattheaterstück „Wie´s Glöcklein kam“ aufgeführt. Dieses Theaterstück erzählt aus der Zeit um 1400, wo die Einwohner des damaligen Ortes Fronrath (Vroenrot) – Nähe Am Gericht – aus kriegerischen Gründen ihre 7-Sachen packten und nach Eicherscheid (Eytscheit) umzogen. Getextet und gestaltet wurde dieses Stück von Johann Kaulard (d´r Isaak´s). Der Erfolg dieser Aufführungen war so großartig, dass man von dem Erlös dieses damalige Kreuz finanzieren konnte.

Das Kreuz wurde dann im Krieg stark beschädigt und im Jahre 1948 von der Schreinerei Ludwig Offermann repariert. Im Jahre 1959 war der Zustand des damaligen Kreuzes so schlecht, so dass von der Schreinerei Alois Förster ein neues Kreuz gefertigt wurde.

Im Jahre 1990 übernahm erfreulicherweise der Eifelverein – der Theaterverein war längst aufgelöst – die Patenschaft und restaurierte dieses aufgrund der Witterungseinflüsse wiederum schadhafte Kreuz. 1994 wurde vom Eifelverein auch der dichte Baum- und Strauchbestand um das Kreuz zurück geschnitten. Im Oktober 2000 musste der Querbalken des Kreuzes erneuert werden.

Leider ist das Kreuz zur Jahreswende 2011/12 aufgrund weit fortgeschrittener Fäulnis bei starkem Eifelsturm gebrochen. Schnell musste ein neues Kreuz her. Dieser tolle „Eifelblick“ zum Rurtal ohne weißes Kreuz wäre undenkbar und hätte auch nicht dem Vermächtnis unserer Vorfahren entsprochen.

Auf Vermittlung von Kurt Förster war erfreulicherweise sehr schnell ein Sponsor gefunden, und zwar die Firma Mobau Thelen, Simmerath mit der Unternehmerfamilie Sarah und Dietmar Thelen. Die Holzarbeiten übernahm die Schreinerei Manfred Förster; die Stahlarbeiten für Kipp-Sockel und VA-Abdeckungen wurden von Agrar-Rolf Küpper ausgeführt. Aufgestellt wurde das Kreuz im Team von den beteiligten Firmen mit einigen Helfern am 10.09.12. Die Patenschaft und Pflege dieses für Eicherscheid sehr symbolträchtigen Kreuzes übernimmt weiterhin der Eifelverein.

Allen genannten sowie den Handwerkern und Helfern danken wir für ihr ehrenamtliches Engagement.

Ortskartell Eicherscheid

Das weiße Kreuz

Das Belgenbachtal

Die Belgenbacher Mühle Das Belgenbachtal mit seinen schroffen Felsen, tiefen Schluchten und engen Pfaden, mit seinen herrlichen alten Bäumen, stillen Wiesen und klaren Bächen gehört zu den schönsten Tälern der Nordeifel. Eingschmiegt in eine enge Stelle des Tales liegt die Belgenbacher oder Eicherscheider Mühle. Anno 1306 wird die Mühle erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der jetzige Bau weist einen Datumsstein von 1704 auf. Bis 1926 ließen die Bürger aus Eicherscheid und Imgenbroich ihre Getreide dort unten mahlen.
1931 pachtete die Aachener Pfarrei St. Peter die stillgelegte Mühle und richtete ein Jugendheim mit 25 Plätzen ein. Nach den Plänen des späteren Dombaumeisters Felix Kreusch wurde die Kapelle gebaut, am 12. August 1934 wurde sie eingesegnet. Im Krieg bauten deutsche Soldaten die kleine Erlöserkapelle zu einem Wohnbunker um. Nach dem Krieg baute Pfarrer Josef Bayer das zerstörte Heim der Jugend wieder auf, der nahe Mühlenteich wurde als „Schwimmbad“ genutzt. In den 70er Jahren wurde die Mühle verkauft und seither für private Wohnzwecke genutzt. Der Hohlweg Belgenbacher Mühle

Ellenbruch, unterhalb von Grünenthal mündet der Bach in die Rur; unterhalb der Belgenbacher Brücke nimmt der Belgenbach den Lutterbach auf.

Jans Naat

von Thomas Förster

Ein beliebter Brauchtum wird in der Nacht zum Johannestag (23. auf. 24. Juni) in Eicherscheid und Umgebung begangen.

In der „Jans-Naat“ bezeugen die unverheirateten Männer ihrer Liebsten durch das Stellen eines Ahornbaumes ihre Zuneigung. Im Gegensatz zu den Nachbarorten der Gemeinde Simmerath, die diesen Brauch in der Nacht zum 1. Mai vollziehen, haben sich die Eicherscheider aus früherer Verbindung den Ortschaften des Monschauer Stadtgebietes angepasst.

Ursprünglich wurde dieser Brauch aus einem etwas anderen Grund ins Leben gerufen. Die „Jans-Naat“ lag stets unmittelbar vor der Landkirmes. Wollte ein Junge ein Mädchen auffordern, mit ihm auf den Kirmesball zu gehen, so musste er dies mit dem Stellen des Ahornbaumes kenntlich machen.

Heutzutage versammeln sich die jungen Männer des Ortes, soweit sie nicht selbst losziehen, um ihrer Liebsten die Aufwartung zu machen, auf dem Eicherscheider Dorfplatz und erwarten am Lagerfeuer das Pfand der auswärtigen Jungen. Wer einem Eicherscheider Mädel die Zuneigung mitteilen möchte, muss sich dies von den männlichen Einwohnern „genehmigen“ lassen (meist mit einer Kiste Bier). Wer dies nicht tut, muss damit rechnen, dass aus dem schönen Baum im Morgengrauen Brandholz gemacht wurde.

Mit schweren Traktor-Gespannen werden die Bäume, die tags zuvor frisch im Wald geschlagen wurden, durch die Eifel zum Haus der Angebeteten gebracht. So wird sicher deutlich, dass aus diesem Brauch nicht nur die Mädchen, sondern ganz sicher auch die Jungs in einer feucht-fröhlichen Nacht ihren Nutzen ziehen.

Heilig Abend

von Thomas Förster

„Da spielen die Engelchen!“, hat einst eine Eicherscheider Mutter ihrem Filius zu erklären versucht, woher die sonderbaren, musikalischen Klänge zu Weihnachten kamen.

Etwas wirklich Außergewöhnliches spielt sich alljährlich am Heiligen Abend in den Eicherscheider Straßen ab. Seit Anfang der 50er Jahre ziehen die ledigen Aktiven des Musikvereins „Eifelklänge“ in der Heiligen Nacht von Haus zu Haus und überbringen musikalische Weihnachtsgrüße.

Einst als Einladung zur Frühmesse am 1. Weihnachtstag begonnen, haben die Musiker ihren Weihnachtsgruß auf den Heiligen Abend vorverlegt. Rund 15 Blasmusiker trotzen der zumeist widrigen Witterung, um die Dorfbevölkerung mit einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk zu erfreuen.

Mittlerweile hat sich dieser Brauch derart etabliert, dass die Einwohner im Vorfeld „ihre“ Musiker zum persönlichen Weihnachtslied bestellen. So wird im Zwei-Jahres-Rhythmus von zwei unterschiedlichen Stellen aus, die „Heiligabend-Tour“ beschritten. So weiß auch jeder interessierte Einwohner Bescheid, wann die Musiker zugegen sein werden. Denn: sicher sind auch die Musiker froh, am ein oder anderen Haus mit einem warmen Getränk beschenkt zu werden.

Weihnachten 2014_002

Eescher Körmes

von Thomas Förster

Seit Alters her gibt es die Eicherscheider Kirmes. Einst zum Feste der kirchlichen Pfarrpatronin ins Leben gerufen, hat sie sich zum größten Dorffest des Jahres entwickelt.

Dabei unterscheiden die Eicherscheider zwischen Groß- und Kleinkirmes. Die Kleinkirmes geht auf die ursprüngliche Feier, dem Fest der hl. Lucia zurück. So wird am Samstag, der dem 13. Dezember (Tag der hl. Lucia) am nächsten liegt, zum Tanz mit erstklassiger Live-Band in die Tenne geladen. Tags drauf wird in der hl. Messe die Pfarrpatronin verehrt.

Die Großkirmes feiert die Eicherscheider Bevölkerung am ersten Augustwochenende. Diese Feierlichkeit geht auf die „Landkirmes“ zurück, die in allen Orten der Nordeifel vor der Heuernte gefeiert wurde. Im Vorfeld dessen kam es jedoch zwischen der jüngeren, feierfreudigen und der älteren, arbeitenden Generation zu Streitigkeiten. Während die Kinder zum Tanz gehen wollten, benötigten sie die Eltern auf dem Feld.

Um dieser Problematik aus dem Weg zu gehen, entschlossen sich die „Zwölf Apostel“, wie ein Dutzend weiser Männer nach dem Krieg genannt wurde, im Jahre 1952 die „Eescher Körmes“ vom letzten Juni-Wochenende in den August zu verlegen. Natürlich sträubten sich zunächst einige konservative Mitbürger, doch heutzutage ist das Kirmesfest Anfang August nicht mehr aus dem dörflichen und regionalen Terminkalender wegzudenken.

Samstags beginnen die Feierlichkeiten mit einer hl. Messe und dem Kirmes-Ausgraben. Nachdem die Orts-Kneipen die Bevölkerung zur Kirmes begrüßt haben, geht es zum Tanz in die Eicherscheider Vereinshalle „Tenne“.

Am Sonntag-Nachmittag kommt es allseits beliebten und prestigeträchtigen „Hahnenköppen“. Dieser Wettstreit geht auf die französische Besatzung des Rheinlandes zurück. Die besetzten Deutschen durften an einem Tag im Jahr die „Sau raus lassen“ und schritten, um ihre Besatzer zu ärgern, zum feucht-fröhlichen Köpfen des französischen Wappentieres. Natürlich wird heutzutage nicht mehr der Kopf eines lebendigen Hahnes von seinem Rumpf getrennt, sondern der Hals aus Tau-Seil und Gefieder aus einem Blecheimer geschlagen werden.

Der Eicherscheider Hahnenköppen wird Tags drauf, am eigentlichen Haupttag der Kirmes, beim Frühschoppen gefeiert, anschließend im Festzug an der Königsresidenz abgeholt und abends beim großen Kirmesball gehuldigt.

Jung wie Alt wohnen dieser alten, aber stets beliebten Veranstaltung, der die musizierenden Vereine durch ihr gemeinschaftliches Mitwirken besonderen Reiz verleihen, in großer Zahl bei.